Millionenstrafe Goldman Sachs muss für verdeckte Wahlkampf-Hilfe büßen

Die US-Investmentbank Goldman Sachs muss für die geheime Unterstützung eines Gouverneurs-Kandidaten eine Millionenstrafe zahlen. Die Bank habe auf diese Weise an lukrative Aufträge kommen wollen, heißt es bei der US-Börsenaufsicht SEC und ihren Mitarbeiter nicht unter Kontrolle gehabt.

Zentrale von Goldman Sachs in New York: Geheimer Wahlkampf aus dem Bankbüro
AP

Zentrale von Goldman Sachs in New York: Geheimer Wahlkampf aus dem Bankbüro


Washington/New York - Die US-Investmentbank Goldman Sachs macht gerne Geschäfte mit der öffentlichen Hand - weil sie gleichzeitig verdeckte Wahlkampfhilfe gemacht hat, muss sie jetzt eine Millionenstrafe zahlen. Goldman stimmte einem Vergleich mit der US-Börsenaufsicht SEC zu und zahlte rund 12 Millionen Dollar, um den Fall zu beenden.

Die Geschichte spielt im US-Bundesstaat Massachusetts: Ein Goldman-Mitarbeiter hatte dort während seiner Arbeitszeit einen Kandidaten für den Posten des Gouverneurs unterstützt, der damals Schatzmeister des US-Bundesstaats war. Gleichzeitig aber arbeitete Goldman Sachs ohne Einschränkungen für die öffentliche Hand weiter - was die Bank nicht hätte tun dürfen.

Die US-Börsenaufsicht SEC warf dem Goldman-Mitarbeiter vor, den Gouverneurs-Kandidaten unterstützt zu haben, um an Geschäfte heranzukommen. Der Bank hielt die Behörde unter anderem vor, ihren Mitarbeiter nicht unter Kontrolle gehabt zu haben. Mit der Zahlung von 12 Millionen Dollar ist der Fall für Goldman Sachs beigelegt, das Verfahren gegen den Banker läuft aber noch.

SEC schöpft unrechtmäßigen Gewinn ab

Nach Angaben der SEC hatte der Goldman-Mitarbeiter von November 2008 bis Oktober 2010 im Geheimen den Wahlkampf aus seinem Büro heraus betrieben. Er schrieb Reden oder sammelte Spenden ein. Nach derartigen Aktionen hätte die Bank aber zwei Jahre lang bei bestimmten Geschäften nicht für den Staat arbeiten dürfen. Stattdessen habe Goldman Sachs bei 30 Emissionen von kommunalen Anleihen mitgemacht und dabei 7,5 Millionen Dollar verdient, teilte die SEC mit. Dieses Geld plus einer Strafe werde nun abgeschöpft.

Goldman Sachs verteidigte sich und teilte mit, sie habe die Aktionen ihres Mitarbeiters immerhin selbst bemerkt, die Aufsichtsbehörden eingeschaltet und das Arbeitsverhältnis beendet. Goldman Sachs ist eine der größten Banken an der Wall Street. Nach der Finanzkrise war das Institut das bevorzugte Angriffsziel von US-Politikern, um die Missetaten der Finanzwelt anzuprangern. Gleichzeitig gibt es viele ehemalige Goldman-Banker, die später in der Politik eine zweite Karriere starteten.

nck/dpa



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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
tylerdurdenvolland 27.09.2012
1.
Das meiste Spendengeld, das Obama für seinen Wahlkampf im Jahr 2008 von den Angestellten einer einzelnen Firma erhielt, stammte von Goldman Sachs. Quelle: Handelsblatt
notty 28.09.2012
2. They are everywhere....especially in the American Admin.
Zitat von sysopAPDie US-Investmentbank Goldman Sachs muss für die geheime Hilfe in einem Wahlkampf eine Millionenstrafe zahlen. Die Bank habe so an lukrative Aufträge kommen wollen, heißt es bei der US-Börsenaufsicht SEC - zudem habe sie ihren Mitarbeiter nicht unter Kontrolle gehabt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/goldman-sachs-zahlt-millionenstrafe-fuer-verdeckte-wahlkampf-hilfe-a-858424.html
Das ist doch nur die klitzekleine Spitze des Eisberges.... Die amerikanische Administration ist voller Goldmaenner....und die drehen dort viel groessere Raeder.... Zum besseren Verstaendnis vielleicht mal googlen>>> An Updated List of Goldman Sachs Ties to the Obama Government Including Elena Kagan « Dregs of the Future (http://prof77.wordpress.com/politics/an-updated-list-of-goldman-sachs-ties-to-the-obama-government-including-elena-kagan/)
jetzt:hördochauf 28.09.2012
3. Schon interessant
Schon interessant, wie hart die Strafen für so einen Bank-Giganten ausfallen - 4,5Mio . Das scheint mir fair. Das ist bestimmt der Gesamtgewinn von Goldmann Sachs für mehrere Minuten....
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