Niedrigster Stand seit 2011: Goldpreis rutscht unter 1500-Dollar-Marke

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Goldbarren: Großbanken rechnen mit sinkenden Preisen

Gold ist so billig wie seit 20 Monaten nicht mehr. Der Preis für eine Feinunze fiel unter 1500 Dollar. Ein Grund ist, dass Banken und Großspekulanten den Edelmetall-Boom für beendet halten.

New York - Der Goldpreis kommt immer heftiger unter Druck, der zwölfjährige Aufwärtstrend scheint vorbei: Am Freitagnachmittag fiel der Kurs für eine Feinunze (31,1 Gramm) des gelben Edelmetalls an der New Yorker Rohstoffbörse unter die Marke von 1.500 US-Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit Juli 2011. Zuletzt stand der Preis bei 1499,20 Dollar.

Profi-Anleger zogen zudem massiv Mittel aus dem weltgrößten Goldfonds SPDR Gold Trust ab. Das Volumen erreichte den niedrigsten Wert seit fast drei Jahren. Zuletzt hatten Großbanken wie Goldman Sachs, Société Générale oder Bank of America den Gold-Boom für beendet erklärt.

Auch der Hedgefonds-Spekulant George Soros hatte jüngst gesagt, der rare Rohstoff tauge nicht länger als "sicherer Hafen". Silber geriet zum Wochenschluss ebenfalls in großem Stil unter Druck.

Analysten erklärten den Kursrutsch beim Edelmetall mit der Aussicht auf ein frühzeitiges Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA. Aus dem Protokoll der letzten Ratssitzung der US-Notenbank Fed war hervorgegangen, dass die Währungshüter die Liquiditätsflut immer kritischer bewerten. Die breite Mehrheit will spätestens zum Jahresende damit beginnen, die weit geöffneten Geldschleusen wieder zu schließen.

Die Experten der Citigroup sehen den "Superzyklus" an den Rohstoffmärkten vor dem Ende. 2013 dürfte das Jahr sein, in dem die "Todesglocken" läuten, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Es werde in diesem Quartal nur wenige Gewinner geben, die meisten Industrie- und Edelmetalle dürften einbüßen.

Vor zwei Tagen hatten bereits die Analysten von Goldman Sachs mit einer deutlichen Reduzierung ihrer Preisprognose für Aufsehen gesorgt. Die Investmentbank geht davon aus, dass der Preis in den nächsten zwölf Monaten auf 1.390 Dollar sinken wird. Grund sei unter anderem die Erholung der US-Wirtschaft.

cte/dpa

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Lass ihn rutschen ...
coyote38 12.04.2013
Bald ist es Zeit, nachzukaufen ... :)
2. So oder so.
TS_Alien 12.04.2013
Großinvestoren mögen Gold nicht, zumindest nicht oft. Weil damit relativ wenig Gewinn in kurzer Zeit "erwirtschaftet" werden kann. Solange sich nur die Großanleger von Gold abwenden, ist noch nichts passiert. Der Kurs geht ein wenig nach unten. Was solls? Kleinanleger sehen die Welt mit ganz anderen Augen. Für sie stehen ganz andere Aspekte im Vordergrund. Z.B. die Absicherung des eigenen Vermögens oder das Sammeln von Goldmünzen. Wenn der Kurs weiter sinken wird, wird nachgekauft. Das eine oder andere Goldmünzenschätzlein wird auf einmal erschwinglich. Das ist doch schön!
3. Zypern MUSS Gold verkaufen
Der Kanzler 12.04.2013
und deswegen geht der Preis in den Keller. Ende einer zwölfjährigen Phase? Ist der Autor Wahrsager?
4. Geldpolitik made in USA
logikhilft 12.04.2013
Wer ernsthaft glaubt, das FED würde bei einem explodierenden Staatsdefizit die Zinsen erhöhen, hat nicht verstanden, wie nahe der Abgrund ist. Zusätzlich gilt es ja noch die Abwertung mit China und Japan mitzuhalten.
5. Hier könnte ein Titel stehen
shokaku 12.04.2013
Zitat von Der KanzlerZypern MUSS Gold verkaufen und deswegen geht der Preis in den Keller.
Wegen läppischen 10 Tonnen ein Kurzsturz von 5%. Never. Es sinken ja auch die Kurse für andere Metalle, sowie für Öl.
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