Umstrittene Vergünstigung Nasa-Benzin für die Google-Bosse

Sie besitzen Milliarden, sparen aber beim Flugbenzin: Die Chefs von Google betankten ihre Maschinen mit verbilligtem Nasa-Treibstoff. Laut einem Prüfbericht erbrachten die Manager dafür eine Gegenleistung - sie sammelten Daten für die Weltraumbehörde.

Führungstrio Schmidt, Page, Brin (v. l.): "Sonderbehandlung der Google-Leute"
DPA/ Google

Führungstrio Schmidt, Page, Brin (v. l.): "Sonderbehandlung der Google-Leute"


San Francisco - Ein Prüfbericht kritisiert millionenschwere Rabatte auf Treibstoff für die Flugzeuge des Google-Managements. Flugzeuge und Helikopter der Unternehmensgründer Larry Page und Sergey Brin sowie des Ex-Chefs Eric Schmidt hätten zwischen 3,3 und 5,3 Millionen Dollar an unzulässigen Ermäßigungen erhalten, bemängelt der Generalinspektor der Raumfahrtbehörde Nasa in der Untersuchung.

Die drei Männer hatten eine Firma namens H211 gegründet, welche sieben Flugzeuge und zwei Helikopter betreibt. Für eine Jahresmiete von 1,4 Millionen Dollar pachtete das Unternehmen einen Nasa-Hangar, der nur vier Meilen vom Google-Hauptquartier in Mountain View entfernt ist.

An der Miete gibt es der Untersuchung zufolge nichts auszusetzen. Problematisch sei jedoch, dass H211 über die Nasa verbilligtes Flugbenzin bezog. Auf diese Weise seien dem Bundesstaat Kalifornien und örtlichen Behörden möglicherweise Steuereinnahmen entgangen. Der Generalinspektor empfahl, Nasa und H211 sollten nun eine Lösung der Situation diskutieren. Schließlich gebe es "ein Gefühl mangelnder Fairness und den Eindruck von Günstlingswirtschaft".

"Wir finden das ziemlich empörend"

Die Rabatte beruhten dem Bericht zufolge auf einem "Missverständnis": Als Teil des Mietvertrags habe sich H211 bereit erklärt, auf den Flügen Messinstrumente mitzuführen, um damit für die Nasa kostenfrei Klimadaten zu sammeln. Tatsächlich sei der Rabatt aber auch dann gewährt worden, wenn die Google-Chefs ihre Flugzeuge anderweitig nutzten.

Eine Stichprobe zwischen August 2012 und Juli 2013 ergab demnach, dass nahezu drei Viertel aller Flüge ohne Verbindung zur Nasa stattfanden. Nur 59 von 229 Flügen seien Teil von Nasa-Untersuchungen gewesen. Die meisten davon seien durch ein Kampfflugzeug vom Typ Alpha Jet erfolgt, das die Google-Manager speziell zu diesem Zweck angeschafft hätten. H211 betreibe jedoch auch sechs Boeing- und Gulfstream-Maschinen.

Insgesamt sparte Nasa durch die Flüge dem Bericht zufolge seit September 2010 rund 668.000 Dollar. Doch das überzeugt US-Verbraucherschützer nicht. "Wir finden das ziemlich empörend", sagte John Simpson von der Organisation Consumer Watchdog. "Letztlich ist es ein weiteres Beispiel für eine Sonderbehandlung der Google-Leute."

Die umstrittenen Rabatte wurden im September eingestellt. Ein Sprecher von H211 teilte mit, man überprüfe derzeit die Vorwürfe. Der Mietvertrag mit der Nasa läuft ohnehin im Juli kommenden Jahres aus, die Google-Chefs haben schon eine Alternative: Etwa zehn Meilen entfernt lassen sie derzeit auf dem Flughafen Mineta San Jose einen neuen Standort für ihre Flugzeuge errichten.

dab/AP

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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
sitiwati 12.12.2013
1. find ich
Zitat von sysopDPA/ GoogleSie besitzen Milliarden, sparen aber beim Flugbenzin: Die Chefs von Google betankten ihre Maschinen mit verbilligtem Nasa-Treibstoff. Laut einem Prüfbericht erbrachten die Manager dafür eine Gegenleistung - sie sammelten Daten für die Weltraumbehörde. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/google-chefs-bekamen-regierungsrabatt-fuer-flugbenzin-a-938580.html
immer gut-Reich und Superreiche sind die grössten Geizhälse, wenn sie was bezahlen müssen, aber darum sind sie eben auch so reich, wären sie grosszügig, wären sie halt nicht so reich, natürlich wird viel gespendet, auch unter dem Gesichtspunkt der Steuerminderung-und die sozial Schwachen sind für jeden Cent dankbar!
sverris 12.12.2013
2. Das ist Günstlingswirtschaft!
Ein Grund mehr, andere Suchmaschinen zu nutzen - und die nette kleine Browsererweiterung "Adblockplus"...!
SpitzensteuersatzZahler 12.12.2013
3.
Zitat von sverrisEin Grund mehr, andere Suchmaschinen zu nutzen - und die nette kleine Browsererweiterung "Adblockplus"...!
Meine Güte - wenn Sie bei Ihrer Mutter essen, beschweren sich dann andere, dass sie selber kochen müssen und sogar die Zutaten selbst bezahlen? Was bringt es Ihnen denn, sich über solchen Quatsch aufzuregen? Haben Sie sonst nichts zu tun?
cs01 12.12.2013
4.
Zitat von SpitzensteuersatzZahlerMeine Güte - wenn Sie bei Ihrer Mutter essen, beschweren sich dann andere, dass sie selber kochen müssen und sogar die Zutaten selbst bezahlen? Was bringt es Ihnen denn, sich über solchen Quatsch aufzuregen? Haben Sie sonst nichts zu tun?
Die Mutter verwaltet keine Steuergelder. Hier geht es um den Umgang mit Steuergeldern, da dürfen sich Steuerzahler auch aufregen, allerdings nur amerikanische.
Alternator 12.12.2013
5. Ekelhaft
Die Nasa geht finanziell am Krückstock und muss den Lieblingen der NSA dann noch die Wochenendflüge bezahlen. Wohl weil die Nasa noch wirkliche Arbeit macht. Also Wissen und Maschinen und Ergebnisse produziert. In der Welt der Finanzmafioso und Selbstdarstellenden Provinzprediger gibt es für Arbeit keinen Platz..
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