Überwachungskamera-Deal Google dringt weiter in die Wohnungen vor

Google dehnt seine Einkaufstour aus: Einem Blog zufolge hat die Tochterfirma Nest für eine halbe Milliarde Dollar das Start-up Dropcam übernommen. Es stellt sehr populäre kleine Überwachungskameras für den Privatgebrauch her.

Google-Logo: Der Internetkonzern kann künftig Wohnungen überwachen
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Google-Logo: Der Internetkonzern kann künftig Wohnungen überwachen


Bangalore - Google arbeitet weiter mit hoher Geschwindigkeit daran, seine Geschäftsfelder auszuweiten. Der Internetkonzern kauft ein weiteres junges Unternehmen, das Technik zur Überwachung von Wohnungen anbietet. Wie das Technik-Blog "Re/code" berichtet, wird die Google-Tochter Nest Labs das Start-up Dropcam für rund 555 Millionen Dollar übernehmen. Nest und Dropcam bestätigten die Übernahme in verschiedenen Blogs, nannten aber keinen Preis. Google äußerte sich nicht dazu.

Der Internetkonzern hatte Nest selbst erst Anfang des Jahres für 3,2 Milliarden Dollar gekauft. Die Firma stellt intelligente Systeme zur Temperaturregelung in Gebäuden sowie Rauchmelder her. Die Übernahme gilt als Googles Einstieg in den Markt für "intelligente Häuser". "Re/code" zufolge ist Nest für den Kauf von Dropcam selbst verantwortlich, das Unternehmen werde in Nest integriert und falle auch unter dessen Datenschutzbestimmungen.

Dropcam stellt kleine Überwachungskameras für den Hausgebrauch her, die Videobilder über das Internet übertragen und im hauseigenen Speicherdienst ablegen. Ein Großteil der Kamerakäufer hat dem Unternehmen zufolge diesen Service abonniert. Dropcam veröffentlicht keine Verkaufszahlen, die Kameras gehören dem Bericht zufolge aber zu den meistverkauften Überwachungsprodukten bei Amazon.

Google führt seine intensive Expansion damit weiter fort: Ende Mai stellte der Konzern den Prototypen eines fahrerlosen Autos vor, und vor weniger als zwei Wochen wurde bekannt, dass Google das Satellitenunternehmen Skybox Imaging übernehmen wird. Kurz zuvor hatte der Internetkonzern den Drohnenhersteller Titan Aerospace gekauft.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" will Google außerdem in ein neues Unterseekabel zwischen Japan und den USA investieren. Internetfirmen setzen verstärkt auf private Kabelnetze, bei denen sie im Gegensatz zu öffentlichen Kabeln selbst über die Art der Nutzung, die Bandbreiten und die Zugänge bestimmen können.

nck/Reuters

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insgesamt 70 Beiträge
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Seite 1
kuac 21.06.2014
1.
Nichts weniger als eine Totalueberwachung, rund um die Uhr. Das ist Google. Wer ist schlimmer, NSA oder Google?
personalprivacy 21.06.2014
2. Und damit ist noch lange nicht genug...
30 Milliarden stehen noch bereit. Alleine im Ausland... http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/google-haelt-milliarden-fuer-uebernahmen-im-ausland-parat-a-970614.html Bald gibts (fast) nix mehr ohne GoogIe
dolphinsworld 21.06.2014
3. Erschreckend!
Es ist langsam wirklich beängstigend, wie weit einzelne wenige Konzerne immer mehr Macht in ihren Händen konzentriere und dann auch noch immer weiter in jede Ritze des Privatlebens vordringen oder es versuchen. Das wirklich tragische daran ist, wie viele Menschen unbedarft und arglos dieses Eindringen sorglos unterstützen ohne sich scheinbar die geringsten Gedanken zu machen, WAS das mittel- bis langfristig bedeutet: die Abschaffung des Privatraums! Man sollte George Orwell tatsächlich zur Pflichtlektüre nicht nur an Schulen machen. Durch die intelligenten Heime wird selbst jeder Besucher demnächst - auch wenn er ein Freund ist - ob er es will oder nicht scanbar Dank Autogesichterkennung mit in diese totale Überwachung miteinbezogen. Wer heute noch glaubt, dass diese neuen Technologien nicht von privaten oder staatlichen "Sicherheits"-Diensten angezapft werden kann und wird, muss sich wirklich den Vorwurf der Naivität oder schlimmer noch der Ignoranz gefallen lassen. Ich finde es absolut beängstigend, dass man in näher Zukunft womöglich auch bei seinen engsten Freunden abhörbar und beobachtbar ist - wenn man über die intimsten Dinge und Probleme spricht... Ich kann nur jedem raten, sich darüber mal Gedanken zu machen. Die Konsequenzen sollte er dann selber erkennen...können. Ich empfehle im übrigen den Film: Fabian, der Goldschmied: Warum überall Geld fehlt. Zu finden auf Youtube. DAS ist neben der immer bedrohlicher werdenden Überwachung der zweite große Systemfehler...
Luna-lucia 21.06.2014
4. Technik zur Überwachung von Wohnungen anbietet
Zitat von sysopAPDer Internetkonzern Google dehnt seine Einkaufstour aus: Blogs zufolge hat die Google-Tochter Nest für eine halbe Milliarde Dollar das Start-up Dropcam übernommen. Das Unternehmen rüstet Wohnungen und Häuser mit Kameras aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/google-kauft-dropcam-hersteller-von-ueberwachungskameras-a-976564.html
wie geil ist dass denn! Damit zeigt man mit später dazu entwickelten Programmen, gleich jedem "Einbrecher", wo was wie zu finden sein könnte. Lol, für die NSA wird es dann auch mehr direkt Einblicke geben. Aber sonst? Warum nicht? Und "Sicherheit"? Was ist heute schon sicher?
Cleo96 21.06.2014
5.
Zitat von sysopAPDer Internetkonzern Google dehnt seine Einkaufstour aus: Blogs zufolge hat die Google-Tochter Nest für eine halbe Milliarde Dollar das Start-up Dropcam übernommen. Das Unternehmen rüstet Wohnungen und Häuser mit Kameras aus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/google-kauft-dropcam-hersteller-von-ueberwachungskameras-a-976564.html
Tolle Überschrift liebe SpOn-Redaktion! Es ist doch jedem/r selbst überlassen welche Technik man/frau sich ins Haus holt, niemand wird gezwungen. Aber mit dieser Überschrift und diesen Artikel wird nur eins provoziert: Die einfältige Reaktion "Datenkrake Google". (Man erinnere sich an die Kamera der Microsoft-Spielekonsole. Oder das "ständig mithörende, alles ausspionierende" Android-Smartphone von Motorola. Als allerdings Apple vor zwei Wochen exakt die gleiche Technik ankündigte störte es niemanden.)
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