Bilanz von Larry Page: Google verdient fast drei Milliarden Dollar

Der Internetkonzern Google ist solide ins Jahr gestartet: Im ersten Quartal steigerte der Suchmaschinen-Riese seine Gewinne auf 2,9 Milliarden Dollar, das sind rund 61 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein Aktiensplit soll die Entscheidungshoheit der derzeitigen Führung um Larry Page sichern.

Suchmaschinen-Riese: Google macht mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz pro Quartal Zur Großansicht
dapd

Suchmaschinen-Riese: Google macht mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz pro Quartal

Mountain View - Im ersten Quartal hat der US-Internetkonzern Google einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) eingestrichen. Das entspricht einer Steigerung von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Umsatz blieb im Vergleich zum Schlussquartal 2011 annähernd gleich, er lag bei rund 10,6 Milliarden Dollar. "Google hatte ein weiteres großartiges Quartal", erklärte Mitgründer und Konzernchef Larry Page am Donnerstag am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die "großen Wetten" auf das Handy-Betriebssystem Android, den Browser Chrome oder die Videoplattform YouTube hätten sich ausgezahlt.

Die Aktie legte nachbörslich um etwas mehr als ein Prozent zu. Nachdem Google die Börsianer im Schlussquartal 2011 klar enttäuscht hatte, dürften die Erwartungen auch deutlich niedriger gewesen sein.

Der Großteil von Googles Einnahmen stammt aus der Werbung im Umfeld der Suchmaschine. Google ist hier Marktführer, vor Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing und dem mit Microsoft verbündeten Internet-Urgestein Yahoo.

Der Analyst Colin Gillis von BGC Financial zeigte sich zufrieden mit den Geschäftszahlen. "Das Quartal ist in Ordnung. Nichts Großartiges." Der Umstand, dass Google beim Gewinn je Aktie über den Erwartungen liege, sei auf eine geringer als erwartete Steuerquote zurückzuführen.

Gleichzeitig mit der Zwischenbilanz stellten Page und sein Kompagnon Sergej Brin ihre Pläne für einen Aktiensplit von zwei zu eins vor. Demnach sollen Anteilseigner für jedes Papier eine stimmrechtslose Aktie erhalten. Dadurch solle die Entscheidungshoheit der derzeitigen Führung gesichert werden. Der Split sei von Investoren gefordert worden, teilte Google mit. Zukünftig würden auch die Google-Mitarbeiter nur noch die stimmrechtslosen Papiere erhalten. Im Juni sollen die Investoren darüber abstimmen. Die Google-Aktie steht momentan bei gut 650 Dollar - ungewöhnlich viel für eine Unternehmensaktie.

Bei Google ist vor einem Jahr der Mitbegründer Larry Page wieder auf den Chefsessel zurückgekehrt, um den dominanten Suchmaschinen-Anbieter etwas breiter aufzustellen. Firmen wie das Online-Netzwerk Facebook oder der Nachrichtendienst Twitter ziehen zunehmend Nutzer ab. Zudem ist noch nicht klar, wie sich die rasante Verbreitung von internetfähigen Smartphones und anderen mobilen Geräten wie Tablet-PCs auf die Einnahmen durch Werbung bei Suchergebnissen auswirkt.

usp/dpa/Reuters/AP

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Fair wäre es...
johnbatz 13.04.2012
Zitat von sysopDer Internetkonzern Google ist solide ins Jahr gestartet: Im ersten Quartal steigerte der Suchmaschinen-Riese seine Gewinne auf 2,9 Milliarden Dollar, das sind rund 61 Prozent mehr im Vorjahreszeitraum. Ein Aktiensplit soll die Entscheidungshoheit der derzeitigen Führung sichern.
Fair wäre es wenn google davon 2,8 Milliarden an die Leute auszahlt, die den Inhalt bereitstellen. Ein Suchmaschine, die nichts findet, braucht niemand. Wenn nicht, ist google einfach nur ein Parasit, der die Arbeit anderer ausnutzt.
2. Wert
Steep 13.04.2012
Zitat von johnbatzFair wäre es wenn google davon 2,8 Milliarden an die Leute auszahlt, die den Inhalt bereitstellen. Ein Suchmaschine, die nichts findet, braucht niemand. Wenn nicht, ist google einfach nur ein Parasit, der die Arbeit anderer ausnutzt.
Und die Arbeit der anderen ist wieviel wert wenn sie keiner findet?
3. heute morgen 5 mal nicht freigeschaltet, oh man, Forum oder Lotto?
happy2010 13.04.2012
Zitat von sysopDer Internetkonzern Google ist solide ins Jahr gestartet:
Konzerne wie Google zahlen auf Gewinne ausserhalb der USA-gesteuert aus Steueroasen wie Irland einen sagenhaften Steuersatz von 3%. 2009 waren das bei 5,8 MRD Gewinn ausserhalb der USA 174 Mio Steuern Man muss sich also klar sein das diese Konzerne-obwohl die alleine in Irland 2000 Mitarbeitern beschäftigen im Endeffekt Sozialschmarotzer sind und vom Steuerzahler massiv subventioniert werden. Denn trotz Lohn und Sozialabgaben reichen die Staatseinnahmen bei 3% Steuern nicht aus, um Infrastrukturkosten (Straßen, Schulen etc)die diese Mitarbeiter benötigen zu bezahlen bzw zu unterhalten Google und andere: Über Irland Gewinne in Steueroasen schleusen - Google - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/google-und-andere-ueber-irland-gewinne-in-steueroasen-schleusen-11126896.html) In ihrem Bürokomplex im ehemaligen Hafengebiet der irischen Hauptstadt beschäftigt die Tochtergesellschaft des amerikanischen Internetgiganten inzwischen rund 2000 Mitarbeiter. Von hier aus lenkt Google sein gesamtes Europa- und Asiengeschäft. Der letzte bislang veröffentlichte Jahresabschluss der Google Ireland Ltd. stammt aus dem Jahr 2009. Er weist einen Umsatz von 7,9 Milliarden Euro aus, rund ein Drittel der damaligen Gesamterlöse von Google. Seltsam ist nur: Es blieb fast nichts hängen. Der operative Gewinn belief sich auf magere 45 Millionen Euro – eine Umsatzmarge von 0,6 Prozent. Die grüne Insel ist ein Steuerparadies für ausländische Konzerne. Der Unternehmenssteuersatz von 12,5 Prozent ist der niedrigste unter den 34 in der OECD zusammengeschlossenen Industrieländern. Andere europäische Staaten werfen den Iren deshalb schon lange „Steuer-Dumping“ vor. Aber amerikanischen Konzernen wie Google sind auch 12,5 Prozent Steuer zu viel. Das Unternehmen macht sich zwei Steuersparvehikel zunutze, die Fachleute als „Double Irish“ und „Dutch Sandwich“ kennen. Hinter den obskuren Namen verbirgt sich ein ausgefeiltes Finanzkonstrukt. Die Google Ireland Ltd. hat 2009 einen horrenden Verwaltungsaufwand von 5,5 Milliarden Euro ausgewiesen. Ein Hauptgrund dafür dürfte sein: Die Europa-Sparte zahlt konzernintern hohe Lizenzgebühren an eine zweite irische Tochtergesellschaft für die Nutzung von dorthin ausgelagerten Patenten ... Google lenkt so einen großen Teil seiner europäischen und asiatischen Gewinne am hiesigen Fiskus vorbei in die karibische Steueroase, wo darauf keine Abgaben bezahlt werden müssen. Um zusätzlich Quellensteuer in Irland zu vermeiden leitet Google das Geld allerdings nicht direkt nach Bermuda. Das Geld nimmt einen Umweg über die Niederlande, wo eine weitere Google-Tochtergesellschaft zwischengeschaltet ist – das „Dutch Sandwich“. Der Aufwand lohnt sich: Nach Berechnungen des amerikanischen Steuerwissenschaftlers Martin Sullivan zahlte Google 2010 auf internationale Gewinne von 5,8 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) nur 174 Millionen Dollar Steuern; das war ein effektiver Steuersatz von 3 Prozent. Google und andere: Über Irland Gewinne in Steueroasen schleusen - Google - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/google/google-und-andere-ueber-irland-gewinne-in-steueroasen-schleusen-11126896.html)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
RSS
alles zum Thema Google
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 3 Kommentare