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09. Februar 2013, 08:36 Uhr

Internetriese

Google-Manager verkauft milliardenschweres Aktienpaket

Eric Schmidt verkauft 42 Prozent seiner Google-Aktien. Nach derzeitigem Stand könnte der Verwaltungsratschef damit 2,5 Milliarden Dollar erlösen. Der Deal gebe dem Manager "mehr individuellen Spielraum", heißt es in einer Begründung des Konzerns.

San Francisco - Der frühere Google-Chef Eric Schmidt trennt sich von rund 42 Prozent seiner Aktien. Schmidt werde im Laufe des Jahres 3,2 Millionen Google-Aktien veräußern, teilte das Unternehmen in einem Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC mit. Der Schritt gebe dem Manager mehr individuellen Spielraum und Liquidität, hieß es. Die Verkäufe sollen gestaffelt stattfinden, so dass der Kurs nicht zu sehr leidet.

Derzeit hält Schmidt rund 7,6 Millionen Google-Aktien . Die Titel notieren derzeit auf Rekordständen. Am Freitag schloss die Aktie beim Stand von 785,37 Dollar. Zu diesem Preis könnten Schmidt die Aktienverkäufe 2,51 Milliarden Dollar einbringen. Nach dem Abschluss des Geschäfts hätte er noch fünf Prozent der Stimmrechte. Nur die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin besitzen mehr Aktien als Schmidt.

Schmidt war bis 2011 Chef von Google. Vor zwei Jahren übergab er die Position an Firmenmitbegründer Page. Seitdem fungiert Schmidt als Vorsitzender des Verwaltungsrats. Eine Sprecherin wollte sich nicht näher zu den Gründen für den Aktienverkauf äußern.

Kritik an Steuertricks

Ende vergangenen Jahres hatte Schmidt mit Äußerungen für Aufsehen gesorgt, er sei "sehr stolz" auf die Steuertricks seines Unternehmens. Kritik an dem Modell, mit dem Google seine Abgaben auf ein Minimum reduziert, wies er zurück. "Das nennt man Kapitalismus", sagte er.

Google verschiebt seine Gewinne in Europa in Länder mit niedrigen Steuersätzen und kombiniert dabei unterschiedliche Steuervorteile der einzelnen Staaten. Ralph Dommermuth, 1&1-Gründer und deutscher Internetmilliardär, kritisierte dies im SPIEGEL in der vergangenen Woche heftig. "In Großbritannien beschäftigt sich schon das Parlament mit den steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten dieser multinationalen Firmen. Das würde ich mir auch in Deutschland wünschen", sagte Dommermuth.

cte/Reuters/AFP

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