Trotzt Datenschutz-Bedenken Google-Mutter Alphabet steigert Gewinn über Erwartungen

Die Auswirkungen des Datenskandals bei Facebook bekam Google offenbar noch nicht zu spüren: Dem Quartalsbericht zufolge verdient der Mutterkonzern Alphabet durch Werbeeinnahmen weiterhin glänzend.

Konstruktion für einen Google-Messestand im Las Vegas Convention Center
REUTERS

Konstruktion für einen Google-Messestand im Las Vegas Convention Center


Google hat im vergangenen Quartal dank sprudelnder Werbequellen mehr Geld verdient als erwartet. Der Mutterkonzern Alphabet gab am Montag nach US-Börsenschluss einen Gewinnanstieg von 73 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar bekannt. Das Unternehmen konnte höhere Preise für seine Werbeangebote durchsetzen. Außerdem verbuchte es dank einer neuen Bilanzierungsmethode bislang unrealisierte Gewinne aus Beteiligungen an Start-up-Firmen wie Uber.

Das Quartalsergebnis je Aktie lag vor Berücksichtigung dieser und anderer Sonderposten deutlich über den Schätzungen von Analysten. Der Konzernumsatz schoss um ein Viertel in die Höhe auf 31,15 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls über den Markterwartungen.

Auswirkungen des Datenskandals bei Facebook oder der im Mai in Kraft tretenden neuen Datenschutz-Grundverordnung in der EU waren dem Alphabet-Quartalsbericht Chart zeigen zunächst nicht zu entnehmen. Allerdings wurde der Skandal erst Mitte März - also zum Ende des ersten Quartals hin bekannt. Die nun veröffentlichten Google-Zahlen umfassen den Zeitraum Januar bis März. Im nachbörslichen Handel lag die Aktie des Konzerns rund ein Prozent im Plus.

Dem Konzern spielten auch die Steuersenkungen der Trump-Regierung in die Karten - die effektive Steuerquote ging im Jahresvergleich von 20 auf 11 Prozent zurück.

cop/dpa/Reuters



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zeichenkette 24.04.2018
1. Man muss einfach eines sagen
Google (Alphabet) sammelt Unmengen an Daten, mehr als Facebook, und lebt von Werbung. Aber Google hat sich bisher ziemlich aus allen Skandalen herausgehalten. Was verkauft wird, ist Zugang für Werbung zu von Google bestimmten Gruppen nach Google bekannten Kriterien, aber die Daten selbst rückt Google nicht raus. Im Kontrast zwischen Missbrauchspotential und tatsächlichem Datenmissbrauch steht Google bisher sehr gut da. Der Laden hat die Suchvorgänge und Kontaktdaten und Emails und Kalendereinträge und Navigationsdaten und noch viel mehr von Milliarden Menschen in seinen Datenbanken und das ganze Internet ohnehin, aber bisher benimmt er sich relativ anständig. Das muss nicht so bleiben, aber momentan verkauft man seine Seele immer noch besser an Google als an irgendwen sonst.
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