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Konkurrenz für Amazon: Google will auch mit Drohnen liefern

AP/ Google

Im Wettbewerb um innovative Versandmethoden will Google nicht hinter Amazon zurückbleiben und hat jetzt mit Drohnen Testflüge absolviert. Ladung: Hundefutter und Schokoriegel.

Mountain View - Mit großem Tamtam hat Google in Australien Testflüge für die Paketauslieferung mit Drohnen absolviert. Die Waren, die der Tech-Konzern an zwei Farmer in Queensland verschickte, waren recht bodenständig: Hundefutter, Impfstoffe für Rinder, Wasser, Funkgeräte und Schokoriegel. Google zeigte sich danach euphorisch: "Die fliegenden Geräte könnten völlig neue Möglichkeiten zum Transport von Waren bringen", schrieb der Konzern.

Mit den Testflügen steigt Google Chart zeigen auch öffentlichkeitswirksam in den Wettbewerb mit Amazon um innovative Versandmethoden ein. Der US-Internethändler hatte Ende vergangenen Jahres mit der Ankündigung für Furore gesorgt, dass er seit geraumer Zeit mit Drohnen experimentiere. Die von mehreren kleinen Rotoren angetriebenen Mini-Flugroboter von Amazon sollen Pakete zu Kunden nach Hause bringen. Amazon-Chef Jeff Bezos hatte das Ziel ausgerufen, Kunden bereits in vier bis fünf Jahren durch unbemannte Flugobjekte beliefern zu wollen.

Bei Google laufen die Drohnen-Versuche unter dem Namen "Project Wing". Es werde bereits seit zwei Jahren daran gearbeitet, erklärte der Konzern. In einem auf YouTube veröffentlichten Video zeigt Google Bilder von den Testflügen in Australien. Der Chef des Forschungslabors Google X, Astro Teller, verkündet, der Konzern wolle eine völlig neue Form der Warenauslieferung schaffen.

Das Video zeigt, wie Drohnen Päckchen an einem Seil zu Boden lassen. Die Fluggeräte müssen also zur Lieferung nicht landen. Die Google-Entwickler betonen aber auch, dass ihr System noch Jahre von einer Markteinführung entfernt sei. Zudem stehen die US-Behörden den kommerziellen Drohnenflügen noch skeptisch gegenüber, da es sowohl Bedenken wegen Sicherheitsaspekten als auch wegen des Schutzes der Privatsphäre gibt.

Google will seine Datensammlung nutzen

"Das langfristige Ziel ist es, nahezu jeder Person nahezu alles innerhalb von ein bis zwei Minuten bringen zu können", sagte Forschungschef Teller der "Berliner Zeitung". Die Drohnen sollen in Höhe von etwa 40 bis 60 Metern automatisch zu ihrem Ziel fliegen. Dafür könnten Googles Kartendienste und die Ortsdaten von Smartphones mit dem Android-System von Google nützlich sein, sagte Teller. Um Lieferungen zustellen zu können, werde es etwa entscheidend sein, den Aufenthaltsort der Person zu bestimmen. "Google hat sehr viele Daten, die dabei helfen können, dieses Problem zu lösen", sagte Teller.

Die Google-Drohnen sehen wie kleine Flugzeuge aus. Sie stehen am Boden auf dem Heck, starten senkrecht und gehen dann in den Horizontalflug über. Die Prototypen, die Amazon Chart zeigen im vergangenen Jahr vorstellte, fliegen dagegen wie Hobby-Drohnen mit mehreren Rotoren und sollen zur Übergabe der Fracht landen.

Google will Drohnen nicht nur zur Warenauslieferung einsetzen. Der Konzern will die Flugobjekte auch einsetzen, um Internetzugang in entlegenen Gebieten zu schaffen. Im April gab Google deshalb den Kauf des US-Solardrohnen-Herstellers Titan Aerospace bekannt. Die Drohnen-Prototypen der Firma funktionieren mit Solarenergie und können sich über fünf Jahre in einer Höhe von knapp 20 Kilometern halten. Sie funktionieren ähnlich wie geostationäre Satelliten, sind aber kostengünstiger.

mmq/AFP/dpa-AFX

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Drohnen – eine Rettungs-Chance für Karstadt?
gantern 29.08.2014
Es ist für mich schwer vorstellbar, was Amazon und Google mit Drohnen veranstalten wollen. Aber die Amerikaner scheuen keine unorthodoxen Wege. Für Warenlieferungen in entlegene Gegenden könnte es eine Möglichkeit sein. Aber an meiner Wohnungstür? Der rasante Fortschritt wird mich auch damit sicher wieder überraschen.
2. Wunderbar!
thoerchen 29.08.2014
Das klingt doch nach einer tollen Möglichkeit zu zivilen Anschlussverwendung für den Euro-Hawk! "Schwerter zu Pflugscharen" oder so ähnlich...
3.
outsider-realist 29.08.2014
Die Anzahl der Meisen, Spatzen und anderer Singvögel in meinem Wohnort hat schon in der letzten Zeit aus verschiedenen Gründen rapide abgenommen. Ich glaube fliegende Drohnen geben ihnen nun noch den Rest. Ich bin alles andere als Fortschrittsverweigerer aber das ist absoluter Blödsinn und nichts anderes als Spielerei.
4. in Österreich...
michiausl 29.08.2014
...werden bereits die Luftfahrtgesetze geändert und auch in D werden bald alle Gleitschirm- Drachen- und Segelflieger ihr blaues Wunder erleben, nur damit amerikanische Multis einen zusätzlichen Dollar verdienen. Dass man damit nebenbei noch hervorragende Möglichkeiten der Schnüffelei schafft ist für diese Firmen sicherlich kein Grund .
5.
chewbakka 29.08.2014
Legen mir die Drohnen auch 'nen Zettel in den Briefkasten, wenn niemend zur Annahme der Lieferung zuhasue war ? Wie oft versuchen die dann, die Ware doch noch zuzustellen ? Fragen über Fragen ..........
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