Untreue-Vorwürfe in Österreich: Google-Manager Tweraser lässt Job ruhen
Stefan Tweraser, Vertriebschef von Google Deutschland, muss sich wegen Untreue vor einem Wiener Gericht verantworten. Jetzt zieht Google Konsequenzen: Tweraser werde seine Aufgaben bis auf Weiteres nicht mehr wahrnehmen, teilte der Konzern mit.
Wien - Stefan Tweraser ist einer der obersten Manager von Google in Deutschland. Doch wie der Suchmaschinenkonzern jetzt mitteilt, wird der Manager vorerst von seinen Aufgaben zurücktreten. "Google hat sich mit Stefan Tweraser darauf verständigt, dass er seine Aufgaben für Google Deutschland zunächst ruhen lässt", erklärte ein Firmensprecher SPIEGEL ONLINE. Alastair Bruce, Sales Director von Google Deutschland, werde die Geschäfte bis auf Weiteres führen.
Der Hintergrund: Tweraser muss sich einem Bericht zufolge in Österreich wegen Untreue verantworten. Laut dem Online-Portal format.at geht es um Vorwürfe aus Twerasers Zeit als Marketingchef der Telekom Austria. Das Online-Portal berichtete unter Berufung auf die Anklageschrift, die Wiener Staatsanwaltschaft habe gegen den heutigen Google-Manager und drei weitere Männer eine Hauptverhandlung vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien beantragt.
Laut der 16-seitigen Anklageschrift vom 4. Dezember 2012 werde Tweraser vorgeworfen, er habe mithilfe der Werbeagentur Euro-RSCG mehr als eine halbe Million Euro von der Telekom Austria in die eigene Tasche geschleust. Zwei weitere Mitbeschuldigte sind demnach ehemalige Manager der Agentur Euro-RSCG, die heute Havas Worldwide heißt.
Eine Anfrage an Tweraser per E-Mail blieb zunächst unbeantwortet. Auch die Staatsanwaltschaft und das Landesgericht in Wien waren für Stellungnahmen nicht erreichbar.
Tweraser zeigt laut Bericht Reue
Laut format.at berichtete ein früherer Telekom-Austria-Manager, er habe sich mit Tweraser auf eine zusätzliche Zahlung von zwei Jahresgehältern geeinigt, als dieser 2007 seinen Vertrag als Marketingchef der Telekom Austria auflöste. Die freiwillige Treueprämie habe Tweraser offiziell nicht zugestanden und sollte deshalb "über eine Drittfirma, nämlich die Euro-RSCG" fließen, schreibt das Online-Portal.
Die Agentur habe damals den 2,5 Millionen Euro schweren Telekom-Etat verwaltet. Der Telekom wurde demnach im Juli 2007 von der Agentur eine Scheinrechnung über 585.600 Euro gestellt.
Tweraser wiederum habe nach seinem Ausscheiden bei der Telekom im Namen seiner Gekko Beratungs GmbH "drei Teilrechnungen an die Euro-RSCG" gestellt. Insgesamt habe er dabei 585.600 Euro verlangt. Laut format.at handelte es sich dabei um Scheinrechnungen ohne Gegenleistung. Dem Bericht zufolge zeigt Tweraser Reue und will das Geld zurückzahlen.
mbe/mmq
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