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Googles Vorgänger: Das waren die wertvollsten Unternehmen der Welt

Wertvollste Unternehmen der Welt: Tulpen, Daten, Milliarden Fotos
Getty Images

Die Google-Mutter Alphabet hat Apple überholt und ist jetzt der wertvollste Konzern der Welt. Doch eine Auswahl historischer Nummer-eins-Unternehmen zeigt: Die großen Hypes waren selten von Dauer.

Bei Google ist man Superlative gewohnt. Doch der jüngste Rekord ist auch für die erfolgsverwöhnten Kalifornier etwas Besonderes: Nach einem überraschend großen Gewinnsprung zog der Aktienkurs des Mutterkonzerns Alphabet kräftig an - nun ist das Unternehmen das mit dem weltweit höchsten Börsenwert.

Google führt eine illustre Reihe fort: die der wertvollsten Unternehmen der Welt. Sie beginnt vor mehr als 400 Jahren mit dem holländischen Handelsunternehmen East India Company, umfasst Auto- ebenso wie Computerpioniere. Und so eindrucksvoll der Blick zurück ist, zeigt er eines überdeutlich: Wie in der Politik sind Weltmächte auch in der Wirtschaft selten von Dauer.

Grund zum Jubeln: Googles Mutterkonzern Alphabet ist gemessen am Börsenwert das wertvollste Unternehmen der Welt. Die Aktien des Suchmaschinenbetreibers stiegen auf einen Gesamtwert von 554 Milliarden Dollar.

Der Börsenwert eines Unternehmens kann stark schwanken. Er zeigt aber in jedem Fall, in welchem Wirtschaftszweig Investoren die Zukunft sehen. Das ist schon länger die IT-Branche: Vor Google war iPhone-Hersteller Apple (hier Unternehmenschef Tim Cook) das wertvollste Unternehmen.

Lange bevor Daten zur begehrten Ware wurden, waren es Rohstoffe. Apple löste 2011 den US-Ölkonzern Exxon an der Weltspitze ab. Dessen Name ist bis heute mit der Havarie des Tankers Exxon Valdez (Foto) verbunden, die vor Alaska zu einer der größten Umweltkatastrophen der Geschichte führte. Aktuell macht auch der Ölpreisverfall Exxon zu schaffen.

Unmittelbar nachdem PetroChina 2007 an die Börse ging, verdreifachte sich der Wert seiner Aktien. Der chinesische Ölkonzern (hier ein Ölfeld in der Provinz Sichuan) wurde damit zum ersten Unternehmen, das mit mehr als einer Billion Dollar bewertet wurde. Der Hype wurde jedoch von den damals noch steigenden Ölpreisen befeuert und war nicht von langer Dauer. Heute liegt der Börsenwert bei 192 Milliarden Dollar.

Der Siegeszug der IT-Industrie zeichnete sich schon schon vor der Jahrtausendwende ab. Im Jahr 1999 stellte der von Bill Gates (Foto) mitgegründete Softwarekonzern Microsoft mit einem Börsenwert von knapp 619 Milliarden Dollar einen neuen Rekord auf. Gut drei Jahrzehnte zuvor...

...rückte der Computerhersteller IBM an die Spitze. Der Hersteller von frühen Rechnern wie dem IBM 7090 (der im Bild gegen einen russischen Computer Schach spielt) wurde 1967 zum wertvollsten Unternehmen.

Das frühe 20. Jahrhundert erlebte den Aufstieg der Autoindustrie. Mit Modellen wie dem Cadillac V16 (Foto) stieg der US-Autohersteller General Motors 1927 zum wertvollsten Unternehmen auf. In Preisen von 2012 entsprach seine Marktkapitalisierung damals knapp 26 Milliarden Dollar. Noch heute gehört GM zu den größten Autobauern der Welt.

Der Reichtum von John D. Rockefeller war legendär - und beruhte auf dem Ölkonzern Standard Oil. Gäbe es den Ölriesen heute noch, läge sein Wert Schätzungen zufolge bei mehr als einer Billion Dollar. Wegen seiner Monopolstellung wurde Standard Oil aber ab 1911 in zahlreiche Einzelunternehmen zerschlagen.

Die Erschließung der USA war eng mit der Eisenbahn verbunden. Eine führende Rolle hatte dabei das 1846 gegründete Unternehmen Pennsylvania Railroad, das zeitweise das wertvollste Unternehmen der Welt war. Vom nordöstlichen Pennsylvania aus (im Bild ein Tunnelbau im Jahr 1885) erstreckte sich das Streckennetz der Gesellschaft bis nach New York, Washington, Chicago und Saint Louis.

Börsenblasen gab es schon im 18. Jahrhundert. Eine davon entstand durch die von John Law (Abbildung) geführte Mississipi Company. Sie hatte das Monopol auf den Handel zwischen Frankreich und dessen Kolonien in Nordamerika und auf den Antillen. Massive Spekulationen auf die vermuteten Reichtümer der neuen Welt trieben den Wert auf umgerechnet rund sechs Billionen Dollar. Als sich die Hoffnungen nicht erfüllten, führte das 1720 zum Untergang des Unternehmens.

Aktien der Niederländischen Ostindien-Kompanie wurden ab 1602 an der Amsterdamer Börse gehandelt. Das Schifffahrtsunternehmen wuchs rasant, unter anderem wegen enormer Spekulationen auf den Wert von Tulpenzwiebeln, die holländische Schiffe (im Bild eine Expedition 1596 vor Indonesien) transportierten. In heutigen Preisen gerechnet, betrug der Börsenwert zeitweise unvorstellbare 7,4 Billionen Dollar.

dab

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Volatilität einzigartig
larsmach 02.02.2016
In der realen Wirtschaft bauen Unternehmen weltweite Netzwerke, beispielsweise aus Service-Unternehmen und (Ersatzteil-)Lägern auf, um ihre Marktanteile zu erreichen - und diese lassen sich entsprechend schwerlich entreißen. In Zeiten virtueller Werte und schneller Klicks eines jungen Publikums, das kontinuierliche Reize braucht, um nicht einschlafen oder wegzuklicken, sind etliche große Konzerne nach weniger als einem Jahrzehnt schon wieder in der Versenkung verschwunden. Europa tut gut daran, US-amerikanische Preisexzesse bei der Bewertung von Unternehmen nicht nachzueifern. In den USA ist marktschreierisches Anpreisen einer Prise Substanz üblich, um schillernde Fassenden aufzubauen. In Europa liegen Weltmarktführer hingegen versteckt zwischen kleinen Gemeinden und der nächstgelegenen Bundesstraße - und schaffen Millionen voll versicherte Arbeitsplätze. Eine Marke wie Apple produziert hingegen eher virtuell - und besonders gerne ganz weit weg.
2.
TS_Alien 02.02.2016
Das Sammeln von Informationen und das Verkaufen von Werbeflächen reicht heutzutage aus, um beim Börsenwert ganz nach oben zu kommen. Leider hat Google in einigen Bereichen eine Marktmacht erreicht, die nicht gut ist, denn die Werbeeinnahmen von Google bezahlen alle Kunden der beworbenen Produkte indirekt selbst. Android nervt mittlerweile. Man ist bei Updates auf die Gerätehersteller angewiesen. Und das Betriebssystem wird immer voller gestopft. Die machen den gleichen Fehler wie MS bei Windows.
3. Zwei Ostindienkompanien verwechselt
genezyp kappen 02.02.2016
In der Unterschrift zu Bild 12 wurde zwar die (englische) East India Company genannt (und dazu auf dem Bild zwei britische (Kriegs-!)Schiffe gezeigt). Auf in Amsterdam gegründet und auf der Börse zu Amsterdam gehandelt wurde aber nicht die britische East India Company, sondern die niederländische Vereenigde Oostindische Compagnie. Ein völlig anderes, zu der britischen Ostindien-Kompanie im Wettbewerb stehendes Unternehmen. Die britische Ostindien-Kompanie hat sich meines Wissens nicht an Tulpenspekulationen beteiligt, da in Großbritannien Tulpenzwiebeln kein Spekulationsgut waren. Bitte das Bild und die Beschreibung passend korrigieren.
4. Ja, endlich!
slade 02.02.2016
Ich will ein Alphabet. Ist es billiger als ein Apple? Wer hat Erfahrung?
5. Niederländisch
jo.ke 02.02.2016
Wurde auch schon im 17ten Jhr. In der Republik der Vereinigten Niederlanden gesprochen. Also hiess es ganz niederländisch: Vereenigde Oostindische Compagnie und mit der Tulpenmanie an den Börsen des frühen 17ten Jhr. hat ihr Aufstieg rein gar nichts zu tun. Beides spielt zwar im gleichen Zeitraum und an gleicher Stelle, steht aber völlig unabhängig von einander. Tulpenzwiebel wurden bestimmt nicht von der V.O.C. hin und hergeschoben, noch hat Tulpenhandel etwas mit dem Handel östlich vom Kap der Guten Hoffnung zu tun. Diese information kann man sich überigens ganz einfach selber zusammen-googlen. Wenn man schon ein Artikel aus dem Englischen übersetzt (wie käme man sonst dazu die V.O.C. in East India Company umzubenennen) sollte man wenigstens recherchieren ob im ursprünglichen Artikel alle Angaben stimmen.
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