Autozulieferer Chinesischer Investor will Grammer bis Juli übernehmen

Der chinesische Investor Ningbo Jifeng hat sein Übernahmeangebot für den Autozulieferer Grammer vorgelegt: Die Aktionäre haben nun vier Wochen Zeit, die Offerte anzunehmen.

Testzentrum von Grammer in Bayern
DPA / Grammer

Testzentrum von Grammer in Bayern


Der chinesische Großaktionär Ningbo Jifeng will die geplante Übernahme des deutschen Autozulieferers Grammer bis Ende Juli durchziehen. Ningbo Jifeng bietet 60 Euro je Aktie. Bei 12,6 Millionen ausstehenden Aktien liegt der Wert der Übernahme damit bei insgesamt etwa 756 Millionen Euro.

Die Angebotsfrist beginnt an diesem Montag und endet am 23. Juli. Die Mindestannahmequote liegt bei 50 Prozent plus einer Aktie.

Ningbo Jifeng besitzt bereits mehr als 25 Prozent der Anteile an Grammer. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe die Angebotsunterlagen Ende vergangener Woche genehmigt.

Das Grammer-Management unterstützt die Pläne. Das Unternehmen soll an der Börse notiert bleiben und unabhängig geführt werden. 15.000 Mitarbeiter sind bei dem Autozulieferer beschäftigt, davon 2000 am Hauptsitz Amberg.

Abwehr der Investorenfamilie Hastor

Grammer stellt von Automittelkonsolen, Kopfstützen und Nutzfahrzeugsitzen her. Das Unternehmen hatte einen Übernahmeversuch der bosnischen Investorenfamilie Hastor auch mit dem Einstieg von Ningbo abgewehrt. Die Chinesen agieren im Ringen um den Autozulieferer als "weißer Ritter" im Abwehrkampfgegen den Hastor-Clan.

Die Skepsis, die bei Grammer gegenüber Hastor herrscht, hat viel mit der bekanntesten Firmengruppe der Investorenfamilie zu tun: Prevent. Der Zulieferer liefert sich seit Jahren mit mehreren deutschen Autoherstellern erbitterte Auseinandersetzungen.

cop/dpa-AFX



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