Hamburg - Nachhaltig ist anders: Apple setzt Greenpeace zufolge auf Strom aus herkömmlichen Quellen. Einer Studie der Umweltorganisation zufolge bezieht das Unternehmen für seine Rechenzentren größtenteils Strom aus Kohle- und Atomkraftwerken. Auch Amazon und Microsoft setzen demnach für ihre Cloud-Computing-Dienste nicht genug auf erneuerbare Energien. Gut schneiden in der Studie hingegen Google, Yahoo und Facebook ab.
Beim Cloud-Computing sind persönliche Daten über das Internet jederzeit und überall abrufbar. Die Rechenzentren mit Tausenden Computern können laut Greenpeace so viel Strom verbrauchen wie 180.000 Einfamilienhäuser.
Für die Studie hat Greenpeace 14 führende IT-Unternehmen befragt und analysiert. Wie viel des Verbrauchs der stromfressenden Anlagen für die Cloud-Dienste auf erneuerbaren Energien basiert, wurde geschätzt. Zudem wurde untersucht, wie durchschaubar Unternehmen ihren Energieverbrauch offenlegen, wo Rechenzentren angesiedelt werden, wie sehr beim Bau auf Energieeffizienz geachtet wird und wie stark sich die Konzerne für erneuerbare Energien engagieren.
Der Cloud-Dienst von Amazon
, Amazon Web Services, und das Software-Unternehmen Microsoft
beziehen der Studie zufolge knapp 14 Prozent des Stromverbrauchs für die Rechenzentren aus erneuerbaren Energien, Apple gut 15 Prozent. Die restlichen 85 Prozent werden demnach durch Kohlekraft- oder Atomkraftwerke erzeugt. Gerade habe Apple in ein Rechenzentrum in den USA investiert und plane ein weiteres, beide liefen hauptsächlich mit Kohlestrom, heißt es in der Studie.
Scharfe Kritik übt Greenpeace auch an den Plänen von Microsoft: Der Konzern plane den Ausbau des Rechenzentrums in Virginia, das ebenfalls stark auf Kohle und Atomkraft setzt. Das Unternehmen habe sich zwar das Ziel gesteckt, bis 2012 im Vergleich zu 2007 seinen Verbrauch um 30 Prozent zu senken. Der Anteil der erneuerbaren Energien vom gesamten Stromverbrauch des Konzerns solle im laufenden Jahr jedoch lediglich um einen Prozentpunkt auf 25 Prozent gesteigert werden. Anders als bei Google
und Yahoo
sei kein eindeutiges Bekenntnis zu erneuerbaren Energien beim Ausbau der Rechenzentren zu erkennen, auch ein politisches Engagement fehle.
Microsoft wehrt sich gegen die Vorwürfe. Das modernste Rechenzentrum im amerikanischen Quincy sei stromsparend und beziehe Energie aus einem Wasserkraftwerk, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Eine Unternehmenssprecherin von Apple verwies darauf, dass in der Studie veraltete Zahlen verwendet worden seien. Amazon ließ eine Anfrage unbeantwortet.
sys
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