Greenpeace-Kampagne gegen VW: Angriff der Klimakrieger
Greenpeace ruft zur Cyber-Rebellion auf: Die Umweltschützer äffen einen Werbefilm von VW nach, der in "Star Wars"-Manier einen neuen Passat preist. Der Gegen-Spot der Öko-Organisation zeigt "die dunkle Seite" des Konzerns: seinen Kampf gegen strenge Klimaschutzgesetze.
Hamburg - Der Spot kommt als Fortsetzung des VW-Originals daher: In einem einminütigen Film parodieren die Umweltschützer von Greenpeace eine TV-Werbung des Autoherstellers. Das Original von VW zeigt ein Kind im Darth-Vader-Kostüm, dass sich einbildet, per Gedankenkraft den neuen Passat aufzuschließen. Darth Vader ist der Oberbösewicht aus dem Filmklassiker "Star Wars".
In der Greenpeace-Parodie dagegen tauchen gleich mehrere Kinder auf, allesamt als Figuren aus "Star Wars" verkleidet, die meisten als Jedi-Ritter, die in den Filmen für das Gute kämpfen. Gemeinsam stellen sie sich dem Darth-Vader-Kind aus dem VW-Spot entgegen. Doch dann greift ein gigantischer Todesstern die Erde an - mit klimaschädlicher Strahlung.
Mit der Kampagne "VW - The Dark Side" fordert Greenpeace mehr Klimaschutz von dem Autokonzern. Das Unternehmen habe "entgegen der öffentlichen Selbstdarstellung ein schwaches umweltpolitisches Profil". Klimaschutz sei bei VW nicht serienmäßig, sondern gehöre zur Sonderausstattung, höhnt Wolfgang Lohbeck, Verkehrsexperte bei Greenpeace.
Dabei habe VW als Europas größter Konzern mit den höchsten CO2-Emissionen eine besondere Verantwortung, den Benzinverbrauch seiner Autos zu senken. Dieser Verantwortung würden die Wolfsburger nicht gerecht. Mehr noch: VW habe die Verschärfung europäischer CO2-Grenzwerte erfolgreich bekämpft - genauso wie die Festlegung auf das Ziel, die Emissionen in Europa um 30 Prozent zu reduzieren. Der Konzern sei "eine der treibenden Kräfte einer Lobby-Kampagne" gewesen, die die Einführung von Fahrzeugeffizienz-Standards verhindern wollte.
VW weist die Vorwürfe zurück: "Wir können die Kritik von Greenpeace nicht nachvollziehen", sagte eine Sprecherin. Volkswagen habe seine CO2-Emissionen bei den Neuwagen um mehr als 13 Prozent reduziert. Der Konzern stelle beim Verbrennungsmotor "weltweit die technologische Speerspitze" dar. Greenpeace selbst habe VW erst kürzlich für seine Fortschritte gelobt.
Doch die Umweltschützer wollen den Marktführer nun unter Druck setzen: VW müsse "rückständige und verbrauchsintensive Modelle ersatzlos vom Markt" nehmen. Außerdem solle sich der Konzern "für scharfe Abgasgrenzwerte und mehr Klimaschutz" einsetzen. "Wir wollen erreichen, dass Volkswagen sich der dunklen Seite abwendet und unserem Planeten eine Chance gibt", heißt es auf der Web-Seite der Kampagne.
cte
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