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Euro-Krise: Griechenlands größte Firma flieht in die Schweiz

Das Vertrauen in Griechenland schwindet. Der größte Konzern des Landes, ein Cola-Abfüller, will seinen Sitz in die Schweiz verlegen. Es ist nicht das erste Unternehmen, das vor der Krise ins Ausland flieht.

Strand bei Athen: Die Cola bleibt, das Unternehmen verschwindet Zur Großansicht
AFP

Strand bei Athen: Die Cola bleibt, das Unternehmen verschwindet

Athen - Erst ging das Geld, jetzt gehen die Firmen. In Griechenland hat der Exodus der Wirtschaft begonnen. Am Donnerstag teilte Coca Cola Hellenic mit, seinen Sitz in die Schweiz und seinen Börsenplatz nach London zu verlagern. Der Getränkeabfüller ist das nach Marktwert größte Unternehmen des Landes.

Zwar sollen die griechischen Fabriken des Unternehmens bestehen bleiben. Doch die Flucht ist ein schlechtes Zeichen für die griechische Wirtschaft. Seit fünf Jahren steckt das Land in einer Rezession, ein Ende ist nicht abzusehen. Im Juli dieses Jahres stieg die Arbeitslosenquote erstmals über 25 Prozent.

Wegen der Unsicherheit über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone transferieren viele Unternehmen ihre Umsätze jeden Abend ins Ausland. Doch für den Abgang von Coca Cola Hellenic (CCH) könnte es noch einen anderen Grund geben: Der Konzern hatte sich zuletzt über steigende Steuern in Griechenland beschwert.

Die Firma ist der zweitgrößte Coca-Cola-Abfüller der Welt und gehört zu 23 Prozent dem US-Limonadenkonzern. Im vergangenen Jahr erzielte CCH einen Nettogewinn von 330 Millionen Euro bei Umsätzen von 6,85 Milliarden Euro. Etwa 95 Prozent des Geschäfts machte CCH im Ausland, nur fünf Prozent in Griechenland. CCH-Chef Dimitris Lois sagte, die Entscheidung, Firmensitz und Börsenplatz zu wechseln, ergebe "betriebswirtschaftlichen Sinn".

Auch andere Unternehmen fliehen ins Ausland. Erst kürzlich hatte die Milch- und Joghurtfirma FAGE bekanntgegeben, ihren Firmensitz nach Luxemburg zu verlegen.

Kritik kam aus der griechischen Wirtschaft. "Die haben keinen ökonomischen Patriotismus", sagte Vassilis Korkidis, Präsident der Griechischen Groß- und Einzelhändlervereinigung. "Sie haben die Wahl, ins Ausland zu ziehen. Wir nicht. Wir müssen bleiben."

stk/Reuters/dapd

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insgesamt 315 Beiträge
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1. Das Geld ist schon da
rainer_d 11.10.2012
Jetzt kommen auch die Firmen: Hallo Schweiz
2. Mal was selber machen...
thomasconrad 11.10.2012
Wenn die Brause-Franchiser den grössten Börsenwert im Lande haben empfehle ich mal was selber zu machen, Sirtaki-Cola, muahh
3. jetzt kommt zu eigenen Unvermögen
brokerbundfuture1 11.10.2012
das Pech auch noch dazu. Wann gibt es hier ein europäisches Wirtschaftsfördeungsprogramm zum Aufbau von Arbeitsplätzen, damit verbunden höherer Steuereinnahmen und einer externen Verwaltung, nicht in griechischer Behördenhand ist ? Dann müssen wir nicht hunderte Milliarden abschreiben und die Bevölkerung hat wieder eine Perspektive und Europa auch. Denn wenn die Wiege der Kultur in die Knie geht, gehen wir mit. Das belegen alle Bilanzkennziffern im globalen Geldmengensystem, hier würden wir uns einen Genickschuss einholen, kaum sichtbar und doch tödlich.
4. Skandal!
egbert_sass 11.10.2012
Sollen die armen Schweizer jetzt mehr Cola trinken? Die haben doch Rivella. Das ist viel gesünder. Auch wirtschaftlich. http://www.youtube.com/watch?v=UUL3oVFpAt0
5. Was soll das griechische Gejammer?
spiekr 11.10.2012
Da hilft ein Gesetz: Wer in Griechenland produziert und / oder vertreibt und im Ausland registriert ist und dort (Dumping) Steuern zahlt, bekommt keine Geschäfterlaubnis. Bei Umgehung wird die doppelte Steuer fällig. Ähnliches empfehle ich für BRD.
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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