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Gescheiterte Präsidentenwahl: Athener Börse stürzt ab

Mitarbeiter der Athener Börse (Archivbild): Ernstzunehmendes Risiko Zur Großansicht
AFP

Mitarbeiter der Athener Börse (Archivbild): Ernstzunehmendes Risiko

Die gescheiterte Wahl eines neuen Präsidenten in Griechenland schürt die Sorge vor einem Wiederaufflammen der Eurokrise: An der Athener Börse sackten die Aktien um mehr als zehn Prozent ab. Anleger in Frankfurt reagierten gelassener.

Athen/Frankfurt - In Griechenland ist die Unsicherheit zurück. Nach dem dritten gescheiterten Anlauf Stavros Dimas zum neuen Präsidenten des Landes zu machen, reagieren Börsianer nervös. Im Athener Handel sackten die Aktien um mehr als zehn Prozent ab.

Laut Verfassung müssen vorgezogene Parlamentswahlen in Griechenland bis Anfang Februar stattfinden. Die europakritische Syriza-Partei hat Umfragen zufolge gute Chancen als Sieger hervorzugehen. Damit könnte dem angeschlagenen Euroland wieder ein Rückfall in alte Krisenzeiten drohen - mit entsprechenden Konsequenzen auch für den deutschen Aktienmarkt.

An der Frankfurter Börse allerdings rutschte der Dax Chart zeigen nur kurzzeitig unter die Marke von 9800 Punkten ab. Zuletzt erholte sich der deutsche Leitindex aber wieder auf 9922 Punkte. Das bedeutete ein Minus von einem halben Prozent.

Eine Erklärung für die unterschiedlichen Reaktionen in Athen und Frankfurt liefert Holger Schmieding, Chefvolkswirt bei der Berenberg Bank: "Ein griechisches Unglück ist zu einem ernstzunehmenden Risiko geworden. Aber vor allem für Griechenland selbst", schreibt Schmieding in einer Analyse. Die Eurozone dagegen müsse sich weniger fürchten, weil sie inzwischen ein gut geöltes Anti-Krisensystem etabliert habe.

yes/dpa/Reuters

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insgesamt 10 Beiträge
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1. gut geöltes Anti-Krisensystem
bssh 29.12.2014
Na, das warten wir mal ab. Ich bin sicher, dass es mehr Probleme geben wird als sie erwarten. Das Problem ist aber nicht die böse, böse Syriza, sondern die falsche Wirtschaftspolitik in der EU. Es kann nicht auf Dauer funktionieren, dass einige wenige Staaten profitieren und die Mehrheit sich verschlechtert. Und selbst bei uns ist ein großer Teil der Bevölkerung chancenlos abgehängt und hat keine Hoffnung mehr auf Besserung. Wenn in 10 bis 20 Jahren die Hälfte der Bevölkerung bei uns in Altersarmut lebt, dann möchte ich mal sehen, wie das hier wird. Und das ist die Situation in einem reichen Land, wo die Wirtschaft gut läuft, es nur schlecht verteilt wird. Im Süden wächst eine ganze Generation heran, die keine Chance hatte, kein Einkommen, nichts. Und dann wird hier so getan, als wäre das kein Problem.
2.
salkin 29.12.2014
Es stellt sich die Frage wer bei einem Schuldenschnitt für die Verluste haftet. Müssen dann wieder Banken gerettet werden oder übernimmt die EZB einen Großteil der ausstehenden Griechenlandanleihen? Letztlich wird es aber darauf hinauslaufen, dass man den Griechen längere Fristen bis zum Sankt Nimmerleinstag einräumen wird und scheibchenweise auf Forderungen verzichtet damit das nicht so auffällt.
3. Hoffnung für Athen?
kurt.altmeyer 29.12.2014
Ich hoffe nicht nur für Athen, ich hoffe für die ganze EG, ich hoffe dass die heutigen 18 EURO-Staaten endlich den Verträgen entsprechend sich von einigen EURO-Staaten wieder trennen werden und die wirtschaftlichen Fähigkeiten aller stark kontrollieren werden. Der EURO ist nicht schlecht, aber die Vertragsbrüche und das Verhalten von Frau Merkel waren sauschlecht. In diesem Sinne allerdings auch das Verhalten unserer schwarzen Null, des Herrn Schäuble.
4. Das gute an der Lage ist, dass sie sich klären könnte
HAJ 29.12.2014
Wenn das griechische Volk sich dafür entscheidet, lieber in den Bankrott zu gehen, als die Mühen einer Sanierung auf sich zu nehmen, dann ist das endlich die Chance, wieder klare und feste Regeln für die Volkswirtschaften in der EU zu definieren (die Schröder erstmals ignorierte). Vielleicht wird Griechenland nicht das einzige Land sein, das sich lieber auf Träume verlässt, aber für die Volkswirtschaften, die eine stabile und solide Finanzpolitik für sinnvoll halten, wird die Zukunft damit planbarer. Das ewige Geseier von den Banken, die die armen Griechen auspowern, müssen wir dann auch nicht mehr ewig hören. Das griechische Volk hat sich für seine Politik selbst entschieden und hat dann gefälligst die Folgen nicht weiter bei den Bürgern anderer Länder abzuladen, sondern muss selbst einen Ausweg finden. Logisch, dass die Börse diese Aussicht positiv aufnimmt. Ich auch.
5. Vielleicht hilft noch einmal eine BRD-Jahresbudget-Spende!
salomedietrich 29.12.2014
Man mag es kaum fassen! Da hat das "bewährte" Rettungsduo Merkel/Schäuble- 280 Milliarden (also fast ein ganzes Jahresbudget der BRD) nach Griechenland "getragen", wo es wie man "sub rosa" hören konnte, meist den "Hedgefonds" und Banken zu Gute kam. An die Bevölkerung - ging nichts! Dass der Maastrichtvertrag von diesem "ZAUBER"Duo komplett ausgehebelt wurde - nur so nebenbei. Aber - wie ich über meine "Grape-vine" höre, ist neues deutsches Steuergeld schon wieder "zum spenden" vorbereitet! Es ist nicht zu fassen! Löst doch endlich diesen Dilettantenstadl auf, und lässt jedes autonome Land - selber weiterwursteln. Ich erkenne nur 2 Gründe für diese unglückliche EU-Unionisierung! Ein praktischer Hebel, und Befehlszentrale für US-Interessen! Und eine Ausbeutungszentrale für die rechtlosen, stimmlosen deutschen "Untertanen"! Auflösen diesen Dilettantenstadl.Und Auflösung dieser sinnlos gewordenen NATO. Die USA soll ihr riesiges Verteid. Budget allein "auflösen". Und Europa mit Russland - Frieden schliessen! Denn die einzige Kriegsgefahr käme ausschliesslich vom Islam. der ja die "Welteroberung" anpeilt.(Steht-tautologisch ! im Koran), der ja der grösste Waffenkäufer der 660 Milliard. Verteig.Budgets der Amis ist. Will Europa wirklich der "stooge" dieser beiden "waffen- und geldstarrenden" Länder sein. Die USA der Gründerväter (1776) - das war einmal! Jetzt ist es die USA der 100 Oligarchenfanilie, die über das Verteif. Budget verfügen können! Amerika - quo vadis?
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 10,858 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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