Marodes Gesundheitssystem in Griechenland Widerstand in Weiß

Seit Beginn der Krise ist das griechische Gesundheitssystem in katastrophalem Zustand. Hunderte Ärzte und Freiwillige wollen das ändern: mit solidarischen Kliniken, kostenlosen Behandlungen - und Druck auf die Politik.

Medizinzentrum der Hilfsorganisation "Ärzte der Welt" in Athen (2012)
REUTERS

Medizinzentrum der Hilfsorganisation "Ärzte der Welt" in Athen (2012)

Von enorm-Autorin Kathrin Hartmann


Neulich hatte Chrissida Sarike wieder einen dieser "Oh-mein-Gott-Fälle" auf dem Behandlungsstuhl sitzen. "Der Mann hatte einen dunklen Fleck am Zahnfleisch. Aber als ich ihn untersuchte, stellte ich fest, dass alle Zähne kaputt waren", sagt die Zahnärztin. "Keine Ahnung, wie er das ausgehalten hat." Sie kippt ihre Hand zum Mund. Soll heißen: Vermutlich hat sich der Mann mit Ouzo betäubt.

"Viele kommen erst, wenn sie die Schmerzen nicht mehr ertragen." Die 65-Jährige seufzt. Dann sortiert sie weiter Zahnsteinkratzer, Mundspiegel und Bohrer. Die Medizinerin schaut oft in Münder, die sie entsetzen: "Ich habe Patienten aus der Mittelschicht, die ihre Zähne immer gepflegt haben. Wenn sie jetzt eine Krone brauchen, sagen sie, reiß' den Zahn raus, ich kann mir keine Krone leisten."

Zur Autorin
  • Stephanie Fuessenreich
    Kathrin Hartmann, geboren 1972 in Ulm, war von 2006 bis 2009 Redakteurin bei Neon und arbeitet seitdem als freie Autorin unter anderem für enorm, die Frankfurter Rundschau, taz und Titanic. In ihrem Buch "Ende der Märchenstunde. Wie die Industrie die Lohas und die Lifestyle-Ökos vereinnahmt" setzte sie sich kritisch mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinander. In ihrem neuen Buch "Wir müssen leider draußen bleiben" beschreibt sie die neue Armut in der Konsumgesellschaft. Kathrin Hartmann lebt und arbeitet in München.
  • Kathrin Hartmann bei facebook

Griechenland im siebten Jahr der Krise: Es herrscht gesundheitlicher Notstand. Bis zu 50.000 Menschen seien in den vergangenen Jahren gestorben, schätzt die Initiative Solidarity4all. Weil der Staat ihnen keine kostenlosen Behandlungen mehr zugestanden hat und sie sich das privat nicht leisten konnten. Jetzt aber ändert sich was im Land - und das liegt auch an Medizinern wie Chrissida Sarike. Weil sich Ärzte und andere Helfer solidarisch einbringen, weil sie ihr Land von unten verändern und weil sie Druck auf die Politik ausüben.

Gefunden in enorm 1/2017

Im Jahr 2008 stand Griechenland vor dem Bankrott. Die Troika aus Europäischer Zentralbank, Europäischer Kommission und Internationalem Währungsfonds zwang die Regierung, ihre Ausgaben drastisch zu kürzen. Das Budget für Gesundheit wurde mehr als halbiert, von 24 auf 9,5 Milliarden Euro pro Jahr. Danach kollabierte das Gesundheitssystem. Viele Krankenhäuser und Gesundheitszentren mussten schließen, Ärzte und Krankenschwestern verloren ihren Job. Drei von elf Millionen Griechen sind seitdem nicht mehr krankenversichert. Jahrelang hatten sie keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem. Wer heute als Patient in ein öffentliches Krankenhaus geht, muss oft seine Bettwäsche mitbringen, sein Verbandszeug und sogar sein Klopapier.

Sarike kennt diese Zustände, deshalb arbeitet sie ehrenamtlich in der Zahnarztpraxis der Solidarischen Klinik in Piräus. Das Hospital in der Hafenstadt südlich von Athen ist eine von mehr als 50 Solidarischen Kliniken, die landesweit entstanden sind. Gegründet wurden sie nicht von Vereinen oder Stiftungen - sondern von Bürgern, die nicht mehr zusehen wollten, wie ihre Familien, Freunde und Nachbarn Not leiden. Etwa, weil sie sich weder Arzt noch Arzneien leisten können. Gemeinsam organisieren diese Bürger daher den Betrieb der Kliniken. Ärzte behandeln Patienten, die keinen Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem haben. Ohne Honorar. Sie kommen nach dem Hauptjob, vor und nach ihren Schichten, an freien Tagen.

Wer den Geist verstehen will, aus dem diese Kliniken entstanden sind, sollte neben der Solidarischen Klinik in Piräus auch die Praxen in Korydallos und im Athener Stadtteil Elliniko besuchen und engagierte Frauen wie Quin Minassian treffen.

"Es hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer"

Die Klinik von Korydallos liegt nur fünf Kilometer entfernt vom Krankenhaus in Piräus. Der schlichte Zweckbau aus den achtziger Jahren liegt zwischen Geschäften und Wohnhäusern. In der Nähe liegt ein mit Cafés gesäumter Platz. Die Klinik ist im zweiten Stock, im Flur sind fast alle Wartestühle besetzt. An den Wänden hängen Fotos und Plakate von Demonstrationen. Solidaritätsaufrufe wechseln sich ab mit Landschaftsbildern. Auf einer kleinen Terrasse steht Minassian. Sie fröstelt trotz der zwei Pullis, die sie über der knallroten Hose tragt. In dicken Flocken fällt der Schnee vom Himmel auf ihre kurzen grauen Haare.

Vor mehr als vier Jahren hat die 55-Jährige diese Klinik gemeinsam mit anderen gegründet. Weil sie selbst in Not war. Die Krise hatte die frühere Lehrerin hart getroffen: Zwei Jahre lang hatte das Bildungsministerium ihr kein Gehalt und keine Versicherung mehr gezahlt. "Damals habe ich regelrecht Panik bekommen", sagt sie, "was, wenn ich krank werde?" Dann passierte genau das: Minassian erkrankte und hatte keinen Anspruch auf staatliche Hilfe. Doch sie hatte Glück: Ihr Arzt behandelte sie unbürokratisch. Und nicht nur das: "Er hat nach einer Möglichkeit gesucht, etwas dagegen zu unternehmen."

Minassian und der Arzt taten sich zusammen, um Abhilfe zu schaffen und suchten nach Mitstreitern: Freunde und Bekannte in Flüchtlingsprojekten, politisch Engagierte, Arbeitslose. "Es hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer." Vorbilder gab es bereits: die Solidarische Klinik im Athener Stadtteil Elliniko und eine Klinik für Migranten ohne Papiere auf Kreta. "Wir wussten, dass es funktionieren kann." Mit zwölf Leuten legten sie los - fast keiner hatte medizinische Erfahrung.

Zahnbehandlung in Poliklinik der Hilfsorganisation "Ärzte der Welt" in Athen (2015)
REUTERS

Zahnbehandlung in Poliklinik der Hilfsorganisation "Ärzte der Welt" in Athen (2015)

Die Aktivisten überredeten zunächst den Bürgermeister von Korydallos, ihnen die leerstehenden Räume eines ehemaligen Gesundheitszentrums zu überlassen. "Ein Teil der Einrichtung war noch da - allerdings ziemlich kaputt", sagt Minassian. Gemeinsam brachten sie die Klinik in Schuss, ohne groß Geld auszugeben. Viele Bürger halfen: Ein arbeitsloser Klempner reparierte Wasserleitungen, andere strichen Fenster, Wände und Türen. Ein Schreiner zimmerte Regale, ein Apotheker spendete Schränke.

Als die Klinik an einem Februarmorgen vor vier Jahren öffnete, klingelte das Telefon Sturm. Minassian nahm den ersten Anruf entgegen und hatte es sofort mit einem Härtefall zu tun: "Eine Frau war dran, deren Schwester Krebs hatte. Diese war arbeitslos und unversichert und musste ihre Chemotherapie abbrechen - sie konnte sich weder die Behandlung im Krankenhaus noch das 1500 Euro teure Medikament leisten", erzählt Minassian. "Die Frau war verzweifelt." Dann begann das Team im Krankenhaus zu suchen: Freiwillige telefonierten mit Onkologen, Krankenhäusern und Krebs-Organisationen, sie machten den Fall öffentlich. Drei Tage später hatten sie das Medikament organisiert. Und einen Onkologen, der die Frau kostenlos behandelte.

Minassian erzählt, wie glücklich die ersten Erfolge sie gemacht hätten und wie sehr die Gründer aber davon getrieben seien, das System zu ändern. "Das war zwar ein großer Erfolg - aber wir wollten nie Charity machen, sondern politische Arbeit." Ihr weiches Gesicht bekommt einen kämpferischen Ausdruck. "Angesichts der vielen Tausend unversicherten Krebspatienten konnten wir uns nicht auf Glück oder den guten Willen einzelner Ärzte verlassen."

Mit anderen Engagierten bereiteten sie einen landesweiten Protest vor: Anfang 2014 demonstrierten alle Solidarischen Kliniken Griechenlands gemeinsam vor staatlichen Krankenhäusern. Sie forderten, dass Unversicherte künftig wieder kostenlos behandelt werden. Das habe neue Verbündete gebracht, sagt Minassian. "Viele Ärzte sagten, dass sie uns unterstützen wollen." Kurze Zeit später gab ein öffentliches Krebskrankenhaus in Piräus bekannt, dass es wieder unversicherte Patienten aufnehmen werde. Es war ein großer Erfolg.

Minassian ist stolz, wenn sie die Bilanz der vergangenen vier Jahre vorstellt: Mehrere Tausend Patienten bekamen in Korydallos eine kostenlose Behandlung. Gut 70 Mediziner haben sich engagiert: Allgemeinärzte, Augenärzte, Dermatologen, Chirurgen, Gastroenterologen, Gynäkologen, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Kinderärzte, Zahnärzte. Die meisten kamen zu Terminen in die Klinik, viele haben in öffentlichen Krankenhäusern Unversicherte aufgenommen oder - verbotenerweiser - Labortests für sie durchgeführt. "Das war illegal", sagt Minassian. Dann erzählt sie davon, wie sie selbst Tests und Blutproben mit ihrem Mofa transportiert und in die Krankenhäuser geschmuggelt hat.

Teil einer landesweiten Graswurzelbewegung

Die Freiwilligen kümmern sich nicht nur um Krankheiten, sie hören zu und helfen mit Ideen. "Die Leute haben viele existenzielle Sorgen." Es kamen Eltern, die nichts zu essen hatten für die Kinder außer Nudeln und Reis. Leute mit Räumungsklagen. Immer wieder wandten sich Familien an die Klinik, denen der Strom abgestellt wurde und die jetzt sogar ihre Möbel verbrannten, um es ein bisschen warm zu haben.

Minassian schickt viele Hilfesuchende weiter zu anderen Initiativen: Denn die Solidarischen Kliniken sind Teil einer landesweiten Graswurzelbewegung. Diese ist nach der Besetzung des Syntagma-Platzes im Zentrum Athens 2011 entstanden. Damals protestierten die Bürger gegen die scharfen Auflagen der Troika. Viele Menschen waren bereits in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Etwa 400 selbst organisierte Gruppen haben sich seitdem im ganzen Land gegründet: Da sind die "Märkte ohne Mittelsmänner", in denen Produzenten direkt an Konsumenten verkaufen, es gibt Essens-Kooperativen, Bildungsinitiativen, Gemeinschaftsgärten, Beratungen durch Juristen, Energie-Initiativen, selbstverwaltete Fabriken.

Das Verblüffende daran: Diese Gruppen sind nicht hierarchisch organisiert, sie folgen keinerlei inhaltlichen Vorgaben. Trotzdem funktionieren sie. Weil sie von Betroffenen gegründet wurden und weil sie rund um die Not im Alltag gewachsen sind. Allen ist gemein, dass aus ihnen auch politischer Widerstand entstanden ist.

Eine, die sich lautstark gegen den Staat auflehnt, ist Elena Chatzimichali. Sie ist wie die Zahnärztin Sarike in der Solidarischen Klinik in Piräus engagiert. Die Menschen, die im orange gestrichenen Wartezimmer der Klinik sitzen, heben erstaunt den Kopf, als sie die laute Stimme der 40-Jährigen mit dem blonden Zopf hören. Chatzimichali steht im Flur und ruft auf zum "Widerstand gegen die Barbarei", gegen all das Sparen müssen in Griechenland. Ihre Arbeit solle nicht nur die Not lindern, betont sie: "Wir wollen das Gesundheitssystem ändern." Elena Chatzimichali ist wissenschaftliche Mitarbeiterin für öffentliche Gesundheit, und sie engagiert sich seit dem Beginn in der Bewegung. Vor zwei Jahren hat sie die Klinik in Piräus mitgegründet und arbeitet als Freiwillige in der Verwaltung.

Wird das nicht anstrengend nach so vielen Jahren Krise? Sind die Aktivisten nicht erschöpft? "Klar gibt es immer wieder Rückschläge - aber eben auch kleine Siege, die uns anspornen, aktiver zu werden."

Sie öffnet die Tür eines Behandlungszimmers. Darin stehen Kisten mit medizinischen Geräten, alles Spenden aus Frankreich und Deutschland. Ein EKG-Gerät ist in Folie gewickelt. "Das geben wir an eine andere Praxis weiter, weil wir das gerade nicht brauchen", sagt sie. Denn in diesem Raum behandeln keine Ärzte mehr - und das erzählt vom vielleicht größten politischen Erfolg der Bewegung: Vor genau einem Jahr hat der neue Gesundheitsminister Andreas Xanthos das Gesetz geändert, auch auf Druck der Solidarischen Kliniken hin.

Seitdem erhalten Unversicherte wieder Zugang zu staatlichen Leistungen. Die Regierung verteilte die Mittel aus den öffentlichen Töpfen um und steckte etwa 300 Millionen Euro in das öffentliche Gesundheitssystem. Es wurden erstmals wieder Ärzte und Pfleger eingestellt. "Das ist sogar ein Schritt weiter als vor der Krise", sagt Chatzimichali. Zum ersten Mal gebe es eine Trennung von Arbeit, Versicherung und Gesundheit. Jetzt hatten per Gesetz wieder alle Griechen Zugang zu staatlicher Hilfe.

Für die Solidarischen Kliniken gibt es dennoch viel zu tun. Sie versorgen viele Menschen mit Medikamenten in Solidarischen Apotheken. Für viele Griechen sind Arzneien unerschwinglich, denn sie müssen 25 Prozent vom Preis selbst zahlen. In Piräus stapeln sich die Medikamente in einem Raum, der als Apotheke dient, bis an die Decke. Sie wurden gespendet - von Initiativen aus ganz Europa und von griechischen Bürgern. Ein Apotheker nimmt ein Rezept entgegen, ein alter Mann legt ihm ein paar Bonbons auf die Theke, als Dank. "Wir decken den Bedarf zu 80 Prozent", erzählt der Apotheker. "Was wir nicht haben, besorgen wir in ein, zwei Tagen."

Die Apotheken bilden ein eigenes Netzwerk und tauschen Medikamente aus. In einem gemeinsamen Computersystem sind die Bestände erfasst. Es ist weit mehr als ein gut organisiertes System: Mit der Weitergabe und dem Tausch von Arzneien ist den freiwillig Engagierten eine strukturelle Änderung gelungen. Medikamente sind nicht mehr nur eine staatliche Dienstleistung, sie sind Gemeingüter.

"Material und Geräte fehlen oder sind kaputt"

Vor dem flachen Gebäude im Athener Vorort Elliniko hält ein klappriges Auto. Eine Familie, sichtbar mittellos, steigt aus und verschwindet in dem Bau mit den vergitterten Fenstern. Diese Solidarische Klinik liegt auf dem Gelände einer ehemaligen US-Militärbasis. Gründer Georgos Vichas arbeitet hauptberuflich als Kardiologe am öffentlichen Krankenhaus in Athen. Für sein freiwilliges Engagement hat der 56-Jährige gerade den "Medical Peace Award" der Organisation Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges gewonnen.

Heute würde Vichas, ein großer schlanker Mann mit schwarzen Haaren, ins Bett gehören. Eigentlich. Er ist erkältet, hat dunkle Augenringe. Aber er wollte unbedingt den Besuch aus Belgien empfangen. Der Gewerkschaftsbund und der "Freundes- und Förderkreis Elliniko" haben ihm gespendete Medikamente übergeben. 35 Kilogramm. Eine riesige Hilfe für die tägliche Arbeit.

Etwa 50.000-mal habe die Solidarische Klinik in Elliniko schon Patienten behandelt, erzählt Vichas. Häufig hat der Arzt in dieser Zeit wütende Briefe an das Gesundheitsministerium geschrieben und veröffentlicht. Wegen all der Wut in den Briefen ist man überrascht über die sanfte Stimme, mit der er über die Katastrophen in seinem Land spricht. Über die Krankenhäuser, die den Müttern ihre Neugeborenen vorenthielten, bis sie ihre Rechnung bezahlt hätten. Von der vielen Babynahrung, die Helfer regelmäßig an unterernährte Kinder verteilen müssten. Von den Geburtskliniken, wo Babys gestorben seien, weil es keine Nabelschnurklemmen gegeben habe.

Vichas bezeichnet das als "Mord". Es macht ihn fassungslos. "Wer kein Geld hat, stirbt." Das neue Gesetz des Gesundheitsministers und der leichtere Zugang zu staatlichen Leistungen seien "reine Kosmetik". Die Leute könnten sich zwar kostenlos behandeln lassen - aber sie warteten Monate auf einen Termin, der Zustand in den öffentlichen Kliniken sei verheerend. "Material und Geräte fehlen oder sind kaputt." Die Korruption sei geblieben. Noch immer verlangten Ärzte von Patienten Bestechungsgeld vor der Behandlung. "Fakelaki" heißen solche Umschläge mit Geld.

Das ist einer der Gründe, warum der Kardiologe Vichas so manchen seiner Krankenhauspatienten in die Solidarischen Kliniken holt, wenn sich deren Termine für ein EKG oder einen Ultraschall allzulange verzögern. Aber er schickt auch Patienten zurück in die öffentlichen Kliniken - gegen deren Willen. Weil es ihm so sehr darum geht, politisch etwas zu bewegen. "Wir müssen das System weiter unter Druck setzen, damit es sich ändert."

Jetzt huscht ein Lächeln über sein blasses Gesicht. "Wir haben es als Bewegung geschafft, mehr als nur medizinische Behandlung zu bieten." Sie hätten Beziehungen zu den Patienten aufgebaut und böten mehr Qualität. Darauf ist er stolz, denn davon ist das staatliche System weit entfernt. Deshalb geht für ihn und die anderen der Kampf weiter.



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insgesamt 22 Beiträge
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Seite 1
marthaimschnee 09.04.2017
1. Druck auf das staatliche System
und das bringt genau was? Das staatliche System ist schließlich nicht kaputt, weil es das gerne so hätte, sondern weil die "europäische Solidarität" in Form der Troika ihnen das aufzwingt.
Großkarl 09.04.2017
2. Mitleid
Das ist in der Tat mitleiderregend aber man darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen dass diejenigen die jetzt so bitter klagen, dazu beigetragen haben dass es soweit kam. Hätten die Griechen zum Großteil ihren Staat finanziert, also ihre Steuern gezahlt, und sich nicht auf Fremdfinanzierung (Kredite) verlassen, wäre ihr Staat und auch ihr Gesundheitssystem in einem besseren Zustand. Selber Schuld.
notbehelf 09.04.2017
3. Nein, marthaimschnee
Zitat von marthaimschneeund das bringt genau was? Das staatliche System ist schließlich nicht kaputt, weil es das gerne so hätte, sondern weil die "europäische Solidarität" in Form der Troika ihnen das aufzwingt.
Das System ist kaputt, weil die Vorgängerregierungen es kaputt gemacht haben. So viele Staatsschulden angehäuft und damit nichts sinnvolles finanziert, was allen Griechen zu Gute kommt. Irgendwann wollte Griechenland niemand mehr Geld leihen und Steuern zahlen die Griechen oft nicht, weil sowieso alles "versickert". Die "europäische Solidarität" bewahrt Griechenland vor einer offiziellen Bankrotterklärung. Glauben Sie, dass wäre danach besser? Dann würde niemand mehr dem griechischen Staat etwas leihen und dann?
hevopi 09.04.2017
4. Es ist dramatisch, in welcher Situation sich die Griechen befinden,
ich vermisse allerdings eine Analyse der Ursachen. Steuerhinterziehung in Griechenland: Normal, z.B. bezahlen ja Reeder keine Steuern. Korruption: In Griechenland schon immer "normal", z.B. mußte der normale Grieche für einen Arzttermin unter der Decke zahlen. Verwaltung: Katastrophe, Staatsgrundstücke werden verscherbelt. Verwaltung: Katastrophe z.B. Rentenzahlung an Verstorbene. Dieses Land ist sehr schön, aber von oben bis unten verkorkst, dank der Oligarchen die z.B. über ihre Schwimmbecken Planen gespannt haben, um Steuern zu hinterziehen. Wenn die griechische Regierung nicht das Sparprogramm auferlegt hätte, würden sie 0 Kredite bekommen. Bedauerlicherweise trifft es aber (wie immer) den Otto-Normalbürger. An eine Rückzahlung der Schulden, die Griechenland inzwischen angehäuft hat, glauben nur Traumtänzer.
th.diebels 09.04.2017
5. Nicht nur das Gesundheitssystem
ist eine Katastrophe - sondern die ganze Regierung in Griechenland ! Und die Eurokraten stopfen immer weiter gutes Geld in diesen maroden Staat !
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