Finanzkrise Sorge um Griechenland zieht Börsen in Asien ins Minus

Die drohende Staatspleite Griechenlands belastet die Märkte in Asien. Der japanische Nikkei-Index fiel um mehr als zwei Prozent. Der Euro verliert gegenüber dem Yen mehr als drei Prozent an Wert.

Börse in Tokio: Verluste zum Wochenstart
AP/dpa

Börse in Tokio: Verluste zum Wochenstart


Der japanische Nikkei-Index ist zum Wochenstart deutlich ins Minus gerutscht. Der Index für 225 führende Werte fiel am Vormittag zeitweise um mehr als 2,2 Prozent. Analysten in Tokio machten die Sorgen um eine mögliche Staatspleite Griechenlands für die Verluste verantwortlich. Sie sprechen von einer Verunsicherung an den Märkten, von Panik könne aber keine Rede sein.

Die Aktienkurse japanischer Unternehmen, die viel nach Europa exportieren, fielen besonders stark. So büßte das Papier des Ersatzteileherstellers Makita knapp vier Prozent ein.

Der Hang Seng in Hong Kong verlor 1,7 Prozent, der südkoreanische Leitindex Kospi büßte 1,6 Prozent ein.

"Die Kurse in Asien fallen, weil die Anleger wegen der Ereignisse in Griechenland und Europa kein Risiko eingehen wollen", sagte ein Analyst. Deshalb würden sich Investoren nun sichereren Anlagemöglichkeiten zuwenden. An den Finanzmärkten wird erwartet, dass Griechenland in den nächsten Tagen seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. Die Banken des Landes bleiben diese Woche geschlossen.

Gegenüber dem Yen verlor der Euro mehr als drei Prozent an Wert. Gegenüber dem Dollar Chart zeigen konnte sich der Eurokurs bei der Marke von 1,10 US-Dollar stabilisieren, nachdem er am Freitagabend noch rund 1,115 Dollar gekostet hatte.

Einige Investoren setzen offenbar darauf, dass die Griechen bei ihrem Referendum am Sonntag den Reformvorschlägen der Gläubiger zustimmen. "Derzeit ist es überraschend, dass der Euro nicht noch schwächer ist", sagte Steven Englander, Chef-Stratege bei CitiFX in New York. "Die Hoffnung dahinter ist, dass die griechische Regierung an den Verhandlungstisch zurückkehrt oder sie sich im Falle eines 'Ja' nicht mehr lang halten kann."

syd/dpa/Reuters



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matbhmx 29.06.2015
1. Na und! Es zeigt nur, wie ...
... völlig irrational Börsenanleger handeln. Griechenland ist schon in der EU wirtschaftspolitisch irrelevant, erst Recht international! Und die Währungschwankungen, ach je - das wird sich schon wieder angleichen. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen jetzt schnell und Schlag auf Schlag erfolgen. Griechenland muss völlig isoliert werden, sie müssen gezwungen werden, den Euro aufzugeben. Man mag ihnen mit dem vollständigen Rauswurf aus der EU drohen! Wer ernsthaft die Finanzplätze der Welt beruhigen will, muss sofort und konzentriert handeln. Nur bedingungslose Entscheidungsbereitschaft wird den Märkten signalisieren, dass die EU alles im Griff hat.
ph.latundan 29.06.2015
2. Die drohende Staatspleite Griechenlands belastet die Märkte in Asien
das unbedeutenste land in der eu belastet die maerkte in asien ? das kann doch garnicht sein. wenn das einen realen hintergrund hat, dann sollte sich deutschland schnellstens aus dem euro verabschieden.
harwin 29.06.2015
3. Vorhersehbar
Die Entwicklung in Griechenland war vorhersehbar. Der Regierungswechsel in Griechenland hat Politiker hervorgebracht die vorher noch nie solche mächtigen Positionen inne hatten. Die griechische Regierung hat sich verzockt. Wer so lange abwartet, und kurz vor Ablauf der Frist noch seine Bürger befragen will, der muss mit den Konsequenzen leben. Fakt ist: Die Regierung in Griechenland hat ihre Bürger im Stich gelassen. Dieses Referendum hätte es schon vor Wochen geben müssen.
sting111 29.06.2015
4. Welche
Die deutschen Aktienwerte sind 40% hoeher bewertet als vor Lehmann. Das der DAX sich in Richtung 11.000 bewegen wuerde, war gestern abend auf L&S zu sehen. Und dieses Fallen von Aktienwerten von bis zu 4% fand (und findet am Sonntag immer) bei Kleinstumsaetzen statt. Es lohnt sich nicht ueber den Grexit Aengste zu schueren. Jetzt sind Gebete fuer die griechische Bevoelkerung angesagt.
doubletrouble2 29.06.2015
5. Bis zum Referendum wird gezittert.
Die monetären Temperaturen in der Euro-Zone sind bereits gefallen und besonders kalt ist es in Griechenland geworden. Wenn das Referendum am kommenden Sonntag gegen Syriza ausgeht, wird es wohl Neuwahlen geben, falls es für Tsipras besser läuft, muss er den Euroraum wohl oder übel verlassen. Dann wird es noch etwas kälter an den Börsen. Ohne Austerität für die Bevölkerung wird die Sache jedoch keinesfalls weitergehen. Die Hungerkur hatte sich das Land bereits mit dem Währungsbeitritt verordnet. Nun steht sie bevor und es es völlig unredlich von Tsipras, so zu tun, als gäbe es mit ihm eine Alternative. Er muss zurücktreten und sein Land unter Quarantäne. Frau Merkel lebt schließlich auch in ständiger Quarantäne und schweigt dickfellig, als hätte das alles nichts mit ihr zu tun. Das ist, aus deutscher Perspektive, der eigentliche Skandal.
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