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Sorge nach Griechenland-Wahl: Europäische Börsen starten mit Verlusten

Händler an der Frankfurter Börse (Archivbild): Unsicherheit herrscht vor Zur Großansicht
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Händler an der Frankfurter Börse (Archivbild): Unsicherheit herrscht vor

Der Linksruck in Griechenland beunruhigt weltweit Anleger. Der deutsche Leitindex Dax und der europäische EuroStoxx starten mit Verlusten. Zuvor waren die asiatischen Börsen mit einem Minus aus dem Handel gegangen, auch der Euro schwächelte.

Frankfurt am Main - Der Morgen nach der Griechenland-Wahl begann mit Verlusten an den Börsen. Der deutsche Leitindex Dax rutschte in den ersten Handelsminuten um 0,5 Prozent ab. Auch der europäische EuroStoxx startete negativ.

Zuvor schloss bereits der wichtige Nikkei-Index an der Börse in Tokio mit einem Minus von 0,25 Prozent. Im Verlauf hatte er noch schwächer tendiert.

Am Abend war bereits der Euro unter Druck geraten. Er fiel zwischenzeitlich auf den niedrigsten Wert seit elf Jahren, stabilisierte sich am Montagmorgen allerdings wieder. Zuletzt kostete ein Euro 1,1180 Dollar und damit mehr als am Freitagnachmittag, als der Euro wegen der neuen Billionenspritze der Europäischen Zentralbank bis auf 1,1115 Dollar gefallen war.

Händler verwiesen darauf, dass mit dem Syriza-Sieg das Potenzial eines Konflikts mit den internationalen Geldgebern Griechenlands gestiegen sei. Das Linksbündnis hatte bei der Wahl in Griechenland am Sonntag einen klaren Sieg eingefahren. Die Partei hatte im Wahlkampf versprochen, den strikten Sparkurs der bisherigen Regierung aufzukündigen und mit den internationalen Gläubigern über einen Schuldenschnitt verhandeln zu wollen.

"Vorübergehend sorgt das für eine große Unsicherheit"

Die Wahl galt als Richtungsentscheidung und war in ganz Europa sowie an den internationalen Finanzmärkten mit Spannung erwartet worden. Im Vorfeld war unter anderem über einen Austritt Griechenlands aus dem Euro ("Grexit") im Falle eines Syriza-Wahlsiegs spekuliert worden. Der Chef des Parteienbündnisses, Alexis Tsipras, hat aber immer wieder versichert, dass er den Euro behalten wolle.

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank Chart zeigen, zeigte sich zuversichtlich. "Vorübergehend sorgt das für eine große Unsicherheit. Aber trotz markiger Wahlkampfsprüche wird sich Griechenland mit der Staatengemeinschaft am Ende einigen - auch weil jetzt schon das Geld für die geplanten Sozialprogramme fehlt." Die Staatengemeinschaft habe ebenfalls Interesse an einem Kompromiss. Denn die Regierungen müssten bei einem Euro-Austritt Griechenlands ihren Wählern erklären, dass die Hilfskredite verloren seien.

yes/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Das System gibt es nicht nur in Griechenland...
bluebill 26.01.2015
Das Schonen und Bedienen von unproduktiven Eliten ist nun einmal dem Kapitalismus eigen. Das geschieht ständig, auch hier. Kapitalinhaber werden gefördert und müssen praktisch nichts für die Allgemeinheit abgeben, weil man sich untertänigst erhofft, daß sie dem Land Aufschwung bringen. Indem sie Menschen für sich arbeiten lassen. Bringt meist wenig, denn die Großen der Wirtschaft geben nur möglichst kosten- und gewinnschonende Entgelte für die Arbeit. Und sind auch schnell wieder weg, wenn die Arbeitskräfte anderswo noch billiger sind. Steuern zahlen sie keine, ihren Strom sponsert der Staat, ihr Wille ist Gesetz, die Politik ist der Erfüllungsgehilfe. Jeder alternative Denkansatz wird von vorne herein geächtet, niedergeschrieen, als Schreckgespenst hingestellt. - In Griechenland kann sich das jetzt ändern, sofern die neue Machtelite sich nicht auch einspannen lässt. Das ist das richtige Zeichen! Die Börsen und Finanzhaie dieser Welt werden es nicht mögen, ihre eigenen Politiker auch nicht. Aber langfristig ist es der einzige Weg, wie viele menschen halbwegs gut leben können.
2.
salkin 26.01.2015
Jetzt geht es schon wieder stramm aufwärts. Die reichen Griechen verlagern ihr Geld in sicherere Häfen und die EZB legt wieder neues Geld nach. So dreht sich das Rad weiter und die Spekulanten frohlocken.
3. Das ist nur normal, dass die Börsenleute sich schon mal in die Hosen machen,
leo19 26.01.2015
bevor die Griechen aufgewacht sind. Jetzt haben die die alten Politverbrecher abgewählt, die echte Reformen verhindert haben. Eine einmalige Chance auf einen Neuanfang. Und keine GROKO der alten Dumpfbacken wie in Deutschland! Jetzt lasswt die doch erstmal 100 Tage vorwärtsmachen. Dann sehen wir, ob die etwas tun und was. Worte sind Schall und Rauch! Auch die DDRler sind nicht über Nacht ins neue System gewachsen, oder?
4. Kaum Verluste?
lini71 26.01.2015
Also Aktuelle war der DAX sogar schon wieder im Plus. Die Anleger wissen halt wie groß Griechenland ist...
5. Panikmache
Claus_Hangzhou 26.01.2015
Es ist interessant wie schnell die Presse dabei ist Panik zu machen und schade ist, dass sich der Spiegelonline auch sofort einreiht. Jeden Tag steigen und Fallen Aktien. Nach der Griechenlandwahl schiebt man dies sofort auf den Linksruck. Und schon wenige Minuten nach der Veröffentlichung normalisiert sich schon wieder alles. Der € steigt, die Aktienmärkte erholen sich. Warum auch nicht? Die EZB investiert jeden Monat 60 Milliarden für Anleihenrückkäufe. Beim Schuldenschnitt für Griechenland spricht man von 120 Milliarden. Warum soll diese Zahl irgend jemanden Angst machen. Insgesamt ist zu hoffen, dass es die kommende Griechische Regierung versteht positiv mit ihrer Macht umzugehen und damit ganz überraschend das Gespenst der Linken-Idee zu vertreiben. Zeit wäre es schon lange. Aber solange mit stimmungsverfälschenden Artikeln wie diesem die Panik beim einfachen Menschen geschürt wird, wird dies schwer.
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