"Alexander von Humboldt" Größtes Containerschiff der Welt wird in Hamburg getauft

396 Meter lang, Platz für 16.000 Standardcontainer: Das baugleiche Schwesterschiff des größten Containerfrachters der Welt wird im Hamburger Hafen getauft. Lange werden die beiden Riesen ihren Weltrekord nicht halten.

DPA

Hamburg - Die Zwillingsschwester von "Marco Polo" heißt "Alexander von Humboldt": Das Schwesterschiff des derzeit größten Containerschiffs der Welt, die "CMA CGM Alexander von Humboldt", soll an diesem Donnerstag in Hamburg getauft werden. Taufpatin des Frachters ist Hamburgs Zweite Bürgermeisterin, Wissenschaftssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD). Der neue Containerriese ist baugleich mit der "CMA CGM Marco Polo", die im Dezember 2012 erstmals im Hamburger Hafen festmachte und die Hansestadt seither regelmäßig anläuft.

Auch die "Alexander von Humboldt" - sie gehört der französischen Reederei CMA CGM - werde künftig öfter nach Hamburg kommen, sagte eine Sprecherin. In der kommenden Woche werde in Marseille noch ein weiteres Schwesterschiff getauft: die "Jules Verne", die Mitte Juni in Hamburg erwartet wird.

Mit der Taufe in Hamburg will die Reederei auch ein politisches Zeichen setzen: Für den dortigen Hafen sind die Containerriesen bislang zu groß. Wenn die Elbe nicht vertieft wird, könnten die Schiffe mit ihren bis zu 16 Metern Tiefgang den Hamburger Hafen nicht voll beladen anlaufen. Die geplante Erweiterung der Elbfahrrinne wird derzeit vom Bundesverwaltungsgericht geprüft, Umweltschützer befürchten dadurch ökologische Schäden.

Die Jagd der Reedereien nach dem Rekord geht indes munter weiter: Die dänische Reederei Maersk tauft nach eigenen Angaben am 28. Juni in Korea ein Schiff für 18.000 Standardcontainer. Es soll Mitte August in Bremerhaven eintreffen.

ade/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 69 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
volkerswelt 30.05.2013
1. Lächerlich ...
Schiffe dieser größe, können nur mit einem (1!) Viertel ihrer Kapazität Hamburg anfahren. Besser wäre es diese Schiffe in Tiefwasserhäfen abzufertigen.
Das Grauen 30.05.2013
2. Ein Rekord von zweifelhafter Qualität.
Denn muß alles, was einen Superlativ darstellt, deswegen auch sinnvoll und wünschenswert sein? Nein! Größere Schiffe sind wenniger manövrierfähig und im Falle eines Unglücks ein größeres Risiko für die Umwelt. Zudem erfordern Sie tiefere Hafenbecken, Fahrrinnen und Kanäle, was mit einer weiteren Belastung der Umwelt verbunden ist. Im Interesse der Sicherheit wird es höchste Zeit, daß weltweit verbindliche Größenbegrenzungen und Sicherheitsstandards eingeführt werden, finde ich. Ein Wettlauf um den größsten Containerfrachter ist nicht hilfreich.
HaioForler 30.05.2013
3.
Zitat von Das GrauenDenn muß alles, was einen Superlativ darstellt, deswegen auch sinnvoll und wünschenswert sein? Nein! Größere Schiffe sind wenniger manövrierfähig und im Falle eines Unglücks ein größeres Risiko für die Umwelt. Zudem erfordern Sie tiefere Hafenbecken, Fahrrinnen und Kanäle, was mit einer weiteren Belastung der Umwelt verbunden ist. Im Interesse der Sicherheit wird es höchste Zeit, daß weltweit verbindliche Größenbegrenzungen und Sicherheitsstandards eingeführt werden, finde ich. Ein Wettlauf um den größsten Containerfrachter ist nicht hilfreich.
Geht mir das Ökogelaber auf den Sack.
turm1970 30.05.2013
4. Superlativen wofür?
Ich frage mich bei dem Anblick dieser Container-Riesen, ob das ökonomisch und ökologisch alles noch Sinn macht. Ok, die Personalkosten auf dem Schiff werden etwas günstiger sein. Auch wird durch die Länge und Größe auch der Kraftstoffverbrauch pro transportierten Container geringer ausfallen. Doch dann kommen die anderen gemeinen Kostenfaktoren. Wie sieht es mit dem Belade- und Entlade-Zeiten aus? Welche Kosten entstehen durch den nötigen Ausbau der Häfen und was für ökologische Folgen haben diese? Allein die technische Möglichkeit solche Riesen zu bauen, sollte nicht dazu führen, dass man dies auch tun muss. Soweit ich weiß, haben die Handelsflotten der Welt sowieso schon Überkapazitäten. Wahrscheinlich sind die oben genannten wirtschaftlichen Vorteile der Reederei, Grund für diese Exzesse. Die weiteren Kosten wie Hafenausbau, angepasste Infrastruktur und Elbvertiefung trägt ja nicht die Reederei. Auch das kostengünstige, ökologisch kritische Abwracken von alter, überflüssigen Tonnage am Stand, stellt kein direktes Problem der Reedereien dar. Die Werften sind natürlich auch froh über die Aufträge, da diese einen Auftragseinbruch in der Vergangenheit nach ein paar Boomjahren erlebten.
johannes_33 30.05.2013
5. Frachtraten
Wer sich die FEWB Frachtraten also die Importraten aus Asien einkommend nach Europa anschaut sollte eine faltige Stirn bekommen. Die Raten befinden sich im freien Fall, die Reedereien schreiben tiefrote Zahlen. Wie sich eine zunehmende Erweiterung der Kapazitäten auf die Preisentwicklung in der Speditionsbranche auswirkt ist dann selbsterläuternd. Lustigerweise werden dann in regelmäßigen Abständen GRI´s (General Rate Increases) oder "Emergency Rate Restaurations" angekündigt... teilweise in abstruser Höhe bis zu 1.000 USD / TEU. Durchaus unterhaltsam aber alles irgendwie kaum nachvollziehbar...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.