Abgang von Starinvestor Gross Pimco-Kunden ziehen 23,5 Milliarden Dollar ab

Bei der Fondsgesellschaft Pimco spitzt sich die Lage zu: Nach dem Abgang des Starinvestors Bill Gross haben Kunden der Allianz-Tochter deutlich mehr Geld entzogen als bislang bekannt. Das Unternehmen selbst spricht von insgesamt 23,5 Milliarden Dollar.

Bill Gross (Archivfoto): Die größten Abflüsse gab es am Tag seines Rücktritts
REUTERS

Bill Gross (Archivfoto): Die größten Abflüsse gab es am Tag seines Rücktritts


New York - Der Abgang des Firmengründers und Investmentchefs Bill Gross kommt die Allianz-Tochter Pimco teuer zu stehen. 23,5 Milliarden Dollar (18,2 Milliarden Euro) zogen Investoren im September aus dem bislang von Gross gemanagten Flaggschiff "Total Return Fund" ab, wie die Firma am Mittwoch mitteilte. Das "Wall Street Journal" hatte vor wenigen Tagen noch von einem Verlust von etwa zehn Milliarden Dollar berichtet.

Der nun gemeldete Rückgang entspricht einem Minus von knapp elf Prozent - Ende August hatte Pimco das Volumen des weltgrößten Anleihenfonds zuletzt mit 221,6 Milliarden Dollar angegeben. "Die größten Abflüsse gab es am Tag von Bill Gross' Rücktritt", hieß es in der Mitteilung. Seit Mai 2013 sind bereits 70 Milliarden Dollar aus dem von Gross geleiteten Total Return Fund entzogen worden.

Der wegen seiner jahrelangen Anlageerfolge an den Anleihemärkten "Bondkönig" genannte Gross hatte das 1971 von ihm gegründete Unternehmen am Freitag nach einem Führungsstreit überraschend verlassen. Gross arbeitet nun für den Konkurrenten Janus Capital. Sein Nachfolger bei Pimco ist der bisherige Vize Daniel Ivascyn.

Die Pacific Investment Management Company (kurz: Pimco) gehört seit 2000 zum deutschen Versicherer Allianz. Pimco verwaltete Ende Juni laut eigenen Angaben knapp zwei Billionen Dollar an Anlegergeldern und ist damit eine der treibenden Kräfte an den internationalen Finanzmärkten.

vks/dpa

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insgesamt 6 Beiträge
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david-39 02.10.2014
1. Übelst
Wie kann man solche Verluste schreiben, wenn der S&P 500 seit 2011 um knapp 200% gestiegen ist, wenn's auch nur durch Gelddruckerei war? Solche Monster, wie z.B. auch Blackrock sollten garnicht existieren dürfen in diesem Umfang. Ich hoffe jeder hat ein wenig Gold und Silber zu Hause, wenn's dann bald richtig kracht.
Herr Hold 02.10.2014
2. Überraschend?
Wieso "überraschend verlassen"? Vor ein paar Tagen hieß es noch, PIMCO habe ohnehin kurz davor gestanden, Gross den Stuhl vor die Tür zu stellen. und "Pimco-Mitgründer Gross hatte zuletzt mit seinen Anlagestrategien kein allzu glückliches Händchen gehabt. Die Anleger haben in den vergangenen Monaten massiv Geld aus dem Pimco-Vorzeigefonds Total Return abgezogen." Was denn nun? http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/allianz-investorenlegende-bill-gross-verlaesst-fondstochter-pimco-a-994013.html
hgg66 02.10.2014
3. Verluste???
wo steht in diesem Artikel ein Wort von Verlusten? Es wurde Geld abgezogen
RogerRabit1962 02.10.2014
4. Crash, welcher Crash?
Mittelabflüsse aus Fonds sind "Bussiness as usual", bis zu einem gewissen Volumen, insbesondere, wenn das Geld in erneute Anlagen fliesst. Wenn es ein gewisses Volumen übersteigt, kommt es zu dem selben Effekt, den man nun schon mehrfach im Geldsystem reparieren musste, nämlich dem, dass alle zu einem Zeitpunkt aus einem Raum heraus wollen. Die real erzielbaren Assetpreise haben dann hohe Spreads gegenüber den Buchpreisen und führen dazu dass sie nicht gehandelt werden und hohe Buchverluste anfallen (die vorher verbuchten Scheingewinne). Nicht umsonst gab es früher bei den ach so langweiligen deutschen Banken und Unternehmen auch bei Wertpapieren das Niederstwertprinzip ohne Wertaufholung. In gehebelten Systemen ist das besonders kritisch. Man setze sich dazu mal mit der Geschichte des LTCM (Long Term Capital Management) auseinander. Aber allen Untergangspropheten sei gesagt, dass die Zeit für Investitionen nicht die ist, wenn für Investitionen geworben wird....
german_guy_in_ny 02.10.2014
5. david-39 koennen Sie den Artikel bitte noch einmal lesen bevor Sie posten?
... und dann auch noch jemand fragen der sich auskennt? :-) Die "Verluste" um die es in diesem Artikel geht, sind Verluste an Investorengeldern und nicht negativer Anlageerfolg. Der S&P 500 ist ein Aktienindex. Der Fond, um den es in dem Artikel geht, ist aber ein Rentenfonds, hat also mit Aktien nichts zu tun. Black Rock wiederum ist eine Firma die verschiedenste Anlageprodukte herausgibt. Warum sollten die nicht existieren duerfen Ihrer Meinung nach? Weil Sie von Kapitalanlage nichts verstehen?
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