Steigende Preise Britischer Bierverband warnt vor Bar-Sterben

In Großbritannien steigen die Preise für Bier seit Jahren stark an. Das bekommen auch die vielen Pubs zu spüren, Dutzende haben bereits geschlossen.

Pub in London
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Pub in London


Die Campaign for Real Ale (Camra), ein Interessenverband für traditionelle britische Biere und Pubs, warnt vor einem großen Bar-Sterben in Großbritannien. Pro Woche würden mehr als ein Dutzend Pubs schließen, weil sich viele Kunden das immer teurer werdende Bier nicht mehr leisten könnten, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtet.

In den vergangenen Jahren sind in Großbritannien unter anderem durch erhöhte Mehrwertsteuern die Preise für Bier stark angestiegen. Der durchschnittliche Preis für einen Pint Bier (0,568 Liter) in Großbritannien beträgt derzeit 3,50 Pfund (3,93 Euro), 30 Prozent mehr als vor sieben Jahren. In London kostet ein Pint Bier gar 5,20 Pfund (5,84 Euro). Die steigenden Bierpreise führen nach Angaben des Pub-Verbandes Camra dazu, dass viele Kunden zu Hause bleiben und stattdessen Bier in Supermärkten kaufen. Dort kostet eine Bierdose rund 1,50 Pfund (1,68 Euro).

"Ein guter Pub macht Menschen glücklicher"

Eine Umfrage des Verbands habe ergeben, dass 56 Prozent aller Briten finden, dass Bier in Kneipen inzwischen unbezahlbar geworden ist. "Angesichts der hohen Steuerlast ist es keine Überraschung, dass die meisten Leute das in Pubs ausgeschenkte Bier überteuert finden", sagte Camra-Chef Jackie Parker dem "Guardian".

Große Pub-Ketten wie Wetherspoons haben diesem Trend zuletzt entgegengewirkt, indem sie ihre Marktmacht genutzt haben, um Preisnachlässe von Brauereien zu erhalten. So konnten sie die Preise für ihre Kundschaft niedrig halten. Für kleine unabhängige Kneipen sei das laut Camra aber nicht möglich, sie müssten deshalb die teureren Bierpreise an ihre Kunden weitergeben - und schließen, wenn die Kunden ausbleiben.

"Das ist unglaublich schädlich für unsere lokalen Gemeinden. Ein guter Pub macht Menschen glücklicher, vernetzt sie und schafft Vertrauen. Darüber hinaus unterstützen sie die lokale Wirtschaft", sagte Parker. Es gäbe nur sehr wenige Orte, die den Nutzen der Pubs nachahmen könnten. "Und wenn sie erst einmal weg sind, sind sie für immer weg."

hej



insgesamt 51 Beiträge
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schmic79 06.08.2018
1. Apfelschorle
Die Menschen können im Pub ja auch Apfelschorle trinken und somit immer noch Ihre Beziehungen pflegen... ;-)
asims 06.08.2018
2. Bitte liebe SPON Redaktion....
...erklärt es es doch noch mal: eine Dose Bier ist gefüllt und eine Bierdose ist leer. Ich glaube kaum, dass auf der Insel für eine Bierdose so viel gezahlt wird. Nichts für ungut, asims
nisse1970 06.08.2018
3. Es würde auch...
.. ein bisschen helfen, wenn man die treue Kundschaft nicht mit mieser bar-food vergiften würde. Cheers!
Thomas Schnitzer 06.08.2018
4.
Es mag am schwachen Pfund liegen, aber wenn ich an die Bierpreise in Höhe von mindestens 1,50 € für die ortsüblichen 0,2 l in NRW denke, entlocken mir die Preise in GB höchstens ein müdes Lächeln. Hinsichtlich des Brexits wird das allerdings wohl noch nicht das Ende der Preisstange sein. Der ein oder andere Biertrinker wird dann noch mit Erschrecken feststellen, dass das Verlassen einer starken Gemeinschaft wohl doch eher eine Schnapsidee war.
3daniel 06.08.2018
5. Wer hat den bitte das Bild ausgesucht
Ausgerechnet Stella Artoise, da hättet ihr auch gleich Heineken nehmen können.
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