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EU-Mitgliedschaft: Britische Firmen sprechen sich für Neuverhandlungen aus

Houses of Parliament in London: Gespaltene Wirtschaft Zur Großansicht
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Houses of Parliament in London: Gespaltene Wirtschaft

Weniger EU, mehr Eigenständigkeit: Britische Unternehmer plädieren in einer Umfrage für mehr Befugnisse ihres Parlaments, um die Wirtschaft des Landes zu stärken.

London - Die Wirtschaft in Großbritannien scheint gespalten: Laut einer Umfrage der britischen Handelskammer halten die meisten Unternehmer des Landes einen Rückzug aus der Europäischen Union für schädlich. Zugleich glauben 46 Prozent der 3200 Befragten, dass eine weitere Integration in die EU das Wirtschaftswachstum behindern könnte, wie aus dem am Montag veröffentlichten Umfrageergebnis hervorgeht.

Mehr als die Hälfte der Unternehmen sind für eine Neuverhandlung ihrer Beziehungen mit der EU. So glauben sechzig Prozent, die Übertragung einiger Befugnisse zurück an das britische Parlament würde geschäftlichen und wirtschaftlichen Perspektiven des Landes helfen.

Die Meinung passt zur derzeitigen Stimmung im Land. Premier David Cameron hatte angekündigt, im Falle seiner Wiederwahl im kommenden Jahr Kompetenzen nach London zurückzuverlagern und 2017 ein Referendum über die EU-Mitgliedschaft abhalten zu lassen. Gleichzeitig kündigte er an, sich für den Verbleib Großbritanniens in der EU einzusetzen.

Camerons Torys könnten sich für EU-Austritt starkmachen

Allerdings stößt Cameron mit seiner Europapolitik zunehmend auf Widerstand innerhalb der eigenen Reihen. Nach einem Bericht der Zeitung "The Independent" könnten bis zu 100 Abgeordnete von Camerons Konservativer Partei im Vorfeld der Parlamentswahl im kommenden Jahr versprechen, sich in jedem Fall für einen Austritt Großbritanniens aus der EU einzusetzen - unabhängig davon, welche Reformen Brüssel in Angriff nehmen wird.

"Mein Wahlmanifest wird meine Auffassung bestätigen, dass wir die EU verlassen sollten", sagte der Abgeordnete Mark Reckless dem "Independent". Sein Kollege Jacob Rees-Mogg sagte BBC-Radio, er kenne den Vorschlag noch nicht, fände ihn jedoch sehr interessant.

Camerons Torys macht zunehmend die europafeindliche UK Independence Party (Ukip) zu schaffen. Überraschend war am Donnerstag der Abgeordnete Douglas Carswell zur Ukip übergelaufen. Bei einer Nachwahl hat er gute Chancen, erster Ukip-Abgeordneter im Unterhaus zu werden. Am Sonntag kündigte der Abgeordnete Chris Kelly an, sich nach nur einer Amtszeit keiner Wiederwahl mehr zu stellen. Einen Grund für seine Entscheidung nannte er nicht.

yes/AFP

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insgesamt 25 Beiträge
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1. soso...
hobbyleser 01.09.2014
na wenn die sich dafür aussprechen, können wir den sicher noch eine extrwurst braten. der britenrabatt allein ist offenbar nicht mehr genug für die banker.
2. Extrawürste
lscpilot 01.09.2014
Das Wesen einer Gemeinschaft ist die Gemeinschaft und nicht das einzelne Mitglied. Es wäre bedauerlich wenn GB (oder vielleicht auch nur England) die EU verließe. Den Untergang bedeutete es weder für die EU noch für GB.
3. Na klar wie gewohnt und wie auch sollte es anders
paul-48 01.09.2014
sein als altbewährtes britisches System, das sich über Jahrzehnte in der EU durchgesetzt hat! Zuerst HÖCHSTE Forderungen an Gemeinschaft stellen, werden diese nicht voll umfänglich erfüllt - Abstand und Ruhepause! Nach Unterbrechung starten Briten Neubeginn FORDERN jetzt mehr Befugnisse und Eigenständigkeit UND bekommen diese Forderungen am Ende dann erfüllt! Deutschland als größter EU-Nettozahler bzw dessen Politiker hingegen, halten streng an EU-Vorgaben fest - eghal was da komme! Hat natürlich "unschätzbaren" Vorteil für Politik von UNverantwortlichen, Fehlentwicklungen und Versagen war/ist dann keine deutsche sondern EU-Politik!
4.
Tiananmen 01.09.2014
Darüber muss sowieso geredet wwerden, wenn Schottland nicht mehr zu den Engländern gehört. Deutschland sollte sich da mit gleichen Rechten ausgestattet werden..
5. Gute Idee
leidenfeuer 01.09.2014
Neuverhandlungen mit der EU sind eine gute Idee. Sollten wir auch machen.
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