Brexit-Folgen Briten lassen erstmals islamkonformes Start-up im Finanzmarkt zu

London will Europas erste Adresse für Finanztransaktionen der islamischen Gemeinde werden. Der nächste Schritt dafür ist gemacht: Großbritannien erlaubt einem Start-up der Finanzindustrie, nach Scharia-Regeln zu arbeiten.

Bankenviertel in London
AP

Bankenviertel in London


Erstmals hat Großbritannien einer Finanztechnologiefirma, die nach dem Recht des Islam arbeitet, die volle Zulassung erteilt. Das in London ansässige Start-up-Unternehmen Yielders bietet Kleinanlegern Zugang zum Immobilienmarkt. Dabei hält es sich nach einer Bestätigung durch einen Religionsvertreter an die islamischen Scharia-Regeln, die unter anderem Zinsgeschäfte ausschließen.

London will seit geraumer Zeit zum westlichen Zentrum für islamische Finanztransaktionen werden. 2014 hatte der Finanzplatz bereits einen islamischen Bond erfolgreich platziert.

Das Ziel des Finanzplatzes London kommt seit dem Brexit-Votum noch eine größere Bedeutung zu. Schließlich veranlasst der bevorstehende Ausstieg aus der Europäischen Union einige europäische Banken dazu, Geschäfte von London auf den Kontinent zu verlagern. Und einige wollen auch Tausende Mitarbeiter aus London abziehen.

Als sogenanntes Fintech gehört Yielders zu jener Gruppe junger Unternehmen, die mit ihren technikzentrierten Geschäftsmodellen in der traditionellen Bankenwelt derzeit für Aufsehen sorgen und bisherige Strukturen aufbrechen.

man/Reuters



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insgesamt 93 Beiträge
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spiejo 10.04.2017
1. Na dann mal los!
Die Briten bekommen kalte Füße. Jetzt sind alle Mittel recht.
ackergold 10.04.2017
2. Ein Treppenwitz?
Ja, erstmals Bank nach Sharia-Recht und bei Diebstahl ist die Hand weg, oder? Na ja, Hauptsache, man wir die polnischen Müllmänner und die rumänischen Pizzabäcker los. Wenn das der Brexit ist, dann sage ich aus vollem Herzen: Herzlichen Glückwunsch!
goat777 10.04.2017
3. Ein Witz
Was für ein Witz. Genauso wie koschere Handy, etc. Seltsames Verhalten. Wer sich massiv weigert in der Gegenwart zu leben (und nicht im geistigen Mittelalter) und jegliche gesellschaftliche Modernisierung ablehnt, der sollte auch auf Banken und Technik verzichten.
BjoBa 10.04.2017
4. Cool, keine Zinsen verlangen...
Das war während der Zeit der Brunnenvergiftungen auch Christen verboten. Zum Glück hat man dann die Religion in den Hintergrund gesetzt und die Wirtschaft und Marktwirtschaft konnte besser funktionieren. Ach und nun wieder einen Schritt zurück, dass Religion Einfluss auf die Wirtschaft erhält. Zum Glück kann man noch wählen und fortschrittliche Menschen gehen nicht zurück in die Zeit der Brunnenvergiftungen...
DerBlicker 10.04.2017
5. das macht Sinn
Erst den Brexit wegen Angst vor Überfremdung durch zu viele islamische Flüchtlinge erklären, und dann unbedingt Bankgeschäfte nach Scharia Recht machen wollen. da fehlen mir die Worte.
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