Konkurrenzkampf mit Aldi Lidl zahlt britischen Mitarbeitern deutlich mehr Lohn

8,20 Pfund pro Stunde: Lidl will einem Großteil seiner britischen Angestellten mehr Lohn zahlen. Hintergrund der Offensive ist der Konkurrenzkampf mit Aldi.

Logo von Lidl (Archiv): Außerhalb Londons 8,20 Pfund, in der Hauptstadt 9,35 Pfund
REUTERS

Logo von Lidl (Archiv): Außerhalb Londons 8,20 Pfund, in der Hauptstadt 9,35 Pfund


Die Supermarktkette Lidl geht in Großbritannien in die Offensive: Als erster Einzelhändler hat der deutsche Discounter angekündigt, einem Großteil seiner 17.000 Mitarbeiter rund 1200 Pfund, umgerechnet etwa 1640 Euro, pro Jahr mehr zu bezahlen. Lidl will damit eine unabhängige Mindestlohn-Empfehlung erfüllen, wie das Unternehmen mitteilte.

"Die Mitarbeiter von Lidl werden zu den bestbezahlten der Supermarkt-Branche gehören", sagte Lidls Großbritannien-Chef Ronny Gottschlich.

Der konzerneigene Mindestlohn pro Stunde steige mit dem Schritt außerhalb Londons auf 8,20 Pfund, rund 11,20 Euro, und in der Hauptstadt auf 9,35 Pfund, rund 12,80 Euro. Derzeit zahlt Lidl 7,30 Pfund und 8,03 Pfund. Mit der neuen Lohntabelle liegt Lidl fast ein Pfund pro Stunde über der Konkurrenz.

Die deutschen Discounter Lidl und Aldi führen seit Jahren einen aggressiven Kampf um die Marktvorherrschaft und haben die Supermarkt-Landschaft in Großbritannien erheblich in Aufruhr versetzt. Alle großen Ketten wie Tesco und Sainsbury schrumpfen und verlieren Kunden, während Aldi und Lidl sprunghafte Wachstumsraten verzeichnen. Lidl betreibt in Großbritannien derzeit 600 Filialen und will das Netz deutlich erweitern.

mka/dpa/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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Seite 1
aurichter 18.09.2015
1. Regionale Entlohnung
bei Lidl in UK ! In DE wird bezogen auf teure Ballungszentren bei Lidl kein Unterschied gemacht. So will man was erreichen? Nur durch etwas höhere Entlohnung zieht man keine Kunden an. Mitarbeiterschwund bei der Konkurrenz anstoßen?
ItchyDE 18.09.2015
2.
Zitat von aurichterbei Lidl in UK ! In DE wird bezogen auf teure Ballungszentren bei Lidl kein Unterschied gemacht. So will man was erreichen? Nur durch etwas höhere Entlohnung zieht man keine Kunden an. Mitarbeiterschwund bei der Konkurrenz anstoßen?
Zumindest in München zahlt Lidl einen Zuschlag. Wie es anderswo aussieht, weiß ich nicht.
ex_pat 18.09.2015
3.
Zitat von aurichterbei Lidl in UK ! In DE wird bezogen auf teure Ballungszentren bei Lidl kein Unterschied gemacht. So will man was erreichen? Nur durch etwas höhere Entlohnung zieht man keine Kunden an. Mitarbeiterschwund bei der Konkurrenz anstoßen?
Das ist hier in UK gesetzlich geregelt. Der Mindestlohn ("minimum wage") in London ist durch die exrem hohen Lebenshaltungskosten hoeher angesetzt als ausserhalb der Hauptstadt. Festanstellungen im oeffentlichen Dienst (Feuerwehr, Krankenpfleger, etc.) bekommen ebenfalls eine London-Zulage. Soweit ich das mitbekommen habe, bezahlt Lidl allerdings das "living wage". "Living wage" ist das, was laut der "Living Wage Foundation" zum Leben notwendig ist und oberhalb des "minimum wage" liegt. Der Zyniker in mir sieht es zwar zum Teil als PR-Aktion, aber der Effekt wird spuerbar sein.
aurichter 18.09.2015
4. @ #1+#2
Vielen Dank, wieder etwas gelernt.
west_ost 18.09.2015
5. Schade
Schade, dass Lidl sich so nur in Großbritanien verhält. In Osteuropa zahlt diese Handelskette die selben Hungerlöhne wie andere Handelsketten...
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