Sainsbury's und Asda Britische Supermärkte verbünden sich gegen Aldi und Lidl

Die britische Supermarktkette Sainsbury's will die Wal-Mart-Tochter Asda übernehmen. Damit rüstet sich das Unternehmen gegen den Vormarsch von Aldi und Lidl auf der Insel.

Till receipts from Asda and Sainsburys can be seen in this photo illustration April 28, 2018. REUTERS/Toby Melville/Illustration
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Till receipts from Asda and Sainsburys can be seen in this photo illustration April 28, 2018. REUTERS/Toby Melville/Illustration


Die britische Supermarktkette Sainsbury's plant, die britische Wal-Mart-Tochter Asda zu übernehmen. Der Konzern bestätigte Verhandlungen über die milliardenschwere Fusion. Mit dem Zusammenschluss greifen die Ketten den britischen Marktführer Tesco an.

Die Asda-Mutter Wal-Mart werde mit 42 Prozent an dem neuen Unternehmen beteiligt sein und erhalte umgerechnet 3,38 Milliarden Euro, teilte Sainsbury's mit. Insgesamt belaufe sich das Volumen des Deals auf rund 15 Milliarden Euro.

Sainsbury's ist mit einem Marktanteil von 15,8 Prozent bislang die Nummer zwei auf der Insel. Asda mit 15,6 Prozent knapp dahinter die Nummer drei. Zusammen dürften Asda und Sainsbury's mit nahezu 2800 Läden und einem Marktanteil von 30 Prozent den britischen Marktführer Tesco (27,6 Prozent) überholen. Früheren Berichten zufolge soll der fusionierte Konzern Sainsbury's heißen, ohne dass die Marke Asda jedoch verschwindet. Sainsbury's-Chef Mike Coupe solle die neue Gruppe leiten.

Aldi und Lidl erobern Großbritannien

Grund für den Zusammenschluss sei die wachsende Konkurrenz durch die Discounter Aldi und Lidl sowie durch den Onlinehändler Amazon, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Seit Jahren verlieren die beiden Fusionspartner Sainsbury's und Asda und die anderen beiden großen Supermarktketten Tesco und Morrisons Marktanteile. HSBC-Analyst David McCarthy bezeichnete den geplanten Zusammenschluss als wirtschaftlich sinnvoll. Allerdings könnten die britischen Wettbewerbshüter Bedenken anmelden.

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Britischer Einzelhandel: Aldi und Lidl machen Druck

Sainsbury's will durch den Zusammenschluss umgerechnet mindestens 567 Millionen Euro einsparen. Dadurch könnten die Preise vieler Produkte um zehn Prozent gesenkt werden. Filialschließungen seien nicht geplant.

Als Reaktion auf die Fusionspläne stiegen die Aktien von Sainsbury's zur Börseneröffnung in London um gut 21 Prozent auf ein Vierjahreshoch von 327,1 Pence. Das ist der größte Kurssprung seit 18 Jahren. Die Rivalen Tesco und Morrisons büßten jeweils mehr als drei Prozent ein.

ans/Reuters/dpa



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hugahuga 30.04.2018
1.
Man darf wohl davon ausgehen, dass der britische Käufer sich nicht viel anders verhält, als der deutsche. Insofern könnten zwei Dinge für das Kaufverhalten von ausschlaggebender Bedeutung sein. 1. Wie ist das Gefühl, bei einer deutschen (Aldi, Lidl) oder bei einer US amerikanischen (Amazon) Kette zu kaufen - im Gegensatz zu britischen Ketten? 2. Da die Preise sich immer auch an der Konkurrenz ausrichten wird letzlich das fehlerfreie Funktionieren bzw die Organisation (z.B. bei Reklamationen) ein wesentlicher Faktor sein. Walmart konnte in Deutschland nicht Fuß fassen. Ich hätte bei Amazon - Läden ein ähnlich ablehnendes Gefühl (auch, weil mir die Übermacht im Internet widerstrebt) Vielleicht sind Briten uns ähnlicher, als so mancher denken mag. Jedenfalls wird man mit Spannung auf Ergebnisse bzw Zahlen sehen.
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