Schlecker, Q-Cells, Neckermann: Großpleiten bescheren Gläubigern Milliardenschaden
51,7 Milliarden Euro: Auf diese Summe wird der Schaden geschätzt, den Firmeninsolvenzen im vergangenen Jahr angerichtet haben. Grund waren einige spektakuläre Großpleiten. Insgesamt ging so wenigen Unternehmen das Geld aus wie zuletzt im Jahr 2000.
Berlin - Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist 2012 auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren gefallen. Insgesamt meldeten 28.304 Unternehmen Insolvenz an - das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank um 5,5 Prozent auf rund 97.600 Fälle.
Den bisherigen Höchststand erreichten die Firmenpleiten 2003 - damals brachen mehr als 39.000 Unternehmen unter der Last ihrer Schulden zusammen. Der Verband der Insolvenzverwalter (VID) bezeichnete den aktuellen Rückgang als positive Nachricht. "Unklar ist allerdings, ob sich diese positive Entwicklung 2013 fortsetzen wird", sagte Verbandschef Christoph Niering.
Derzeit sei die wirtschaftliche Lage sehr unsicher, Institute und Verbände passten ihre Prognosen häufig an. So wird das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Prognose voraussichtlich nach unten korrigieren, wie Institutschef Marcel Fratzscher ankündigte. Bislang geht das DIW von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr von 0,9 Prozent aus. 2012 lag das Wachstum bei 0,7 Prozent, zum Jahresende schrumpfte die Wirtschaftsleistung sogar.
Angesichts mehrerer Großpleiten stieg die Schadenssumme für die Gläubiger kräftig: Die Gerichte bezifferten nach Angaben der Statistiker die voraussichtlichen Schäden auf 51,7 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 20 Milliarden Euro weniger. 2012 musste .
Auch bei Solarunternehmen kam es zu einer Pleitewelle. Unter anderem musste . "Hier zeigt sich erneut, dass subventionsgestützte Branchen nicht dauerhaft wettbewerbsfähig sein können", sagte Niering. Die Unternehmen bekamen vor allem die Billig-Konkurrenz aus dem Ausland zu spüren. In diesem Jahr seien besonders die Branchen gefährdet, die im internationalen Wettbewerb stünden, wie etwa Automobilzulieferer oder Metallverarbeiter, sagte ein VID-Sprecher.
cte/Reuters
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