Schlecker, Q-Cells, Neckermann: Großpleiten bescheren Gläubigern Milliardenschaden

51,7 Milliarden Euro: Auf diese Summe wird der Schaden geschätzt, den Firmeninsolvenzen im vergangenen Jahr angerichtet haben. Grund waren einige spektakuläre Großpleiten. Insgesamt ging so wenigen Unternehmen das Geld aus wie zuletzt im Jahr 2000.

Schlecker-Kisten: Drogeriekette meldete im Januar 2012 Insolvenz an Zur Großansicht
dapd

Schlecker-Kisten: Drogeriekette meldete im Januar 2012 Insolvenz an

Berlin - Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist 2012 auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren gefallen. Insgesamt meldeten 28.304 Unternehmen Insolvenz an - das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen sank um 5,5 Prozent auf rund 97.600 Fälle.

Den bisherigen Höchststand erreichten die Firmenpleiten 2003 - damals brachen mehr als 39.000 Unternehmen unter der Last ihrer Schulden zusammen. Der Verband der Insolvenzverwalter (VID) bezeichnete den aktuellen Rückgang als positive Nachricht. "Unklar ist allerdings, ob sich diese positive Entwicklung 2013 fortsetzen wird", sagte Verbandschef Christoph Niering.

Derzeit sei die wirtschaftliche Lage sehr unsicher, Institute und Verbände passten ihre Prognosen häufig an. So wird das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seine Prognose voraussichtlich nach unten korrigieren, wie Institutschef Marcel Fratzscher ankündigte. Bislang geht das DIW von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr von 0,9 Prozent aus. 2012 lag das Wachstum bei 0,7 Prozent, zum Jahresende schrumpfte die Wirtschaftsleistung sogar.

Angesichts mehrerer Großpleiten stieg die Schadenssumme für die Gläubiger kräftig: Die Gerichte bezifferten nach Angaben der Statistiker die voraussichtlichen Schäden auf 51,7 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 20 Milliarden Euro weniger. 2012 musste .

Auch bei Solarunternehmen kam es zu einer Pleitewelle. Unter anderem musste . "Hier zeigt sich erneut, dass subventionsgestützte Branchen nicht dauerhaft wettbewerbsfähig sein können", sagte Niering. Die Unternehmen bekamen vor allem die Billig-Konkurrenz aus dem Ausland zu spüren. In diesem Jahr seien besonders die Branchen gefährdet, die im internationalen Wettbewerb stünden, wie etwa Automobilzulieferer oder Metallverarbeiter, sagte ein VID-Sprecher.

cte/Reuters

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insgesamt 9 Beiträge
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1. Schaden durch Kleinpleiten
ernstmoritzarndt 12.03.2013
Zitat von sysop51,7 Milliarden Euro: Auf diese Summe wird der Schaden geschätzt, den Firmeninsolvenzen im vergangenen Jahr angerichtet haben. Grund waren einige spektakuläre Großpleiten. Insgesamt ging so wenigen Unternehmen das Geld aus wie zuletzt im Jahr 2000. Großpleiten bescheren Gläubigern Milliardenschaden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grosspleiten-bescheren-glaeubigern-milliardenschaden-a-888359.html)
Spektakulär sind Großpleiten mit "Schleckerfrauen". Der größere Schaden wird wahrscheinlich durch Klein- und Kleinstpleiten entstehen. Das untersucht nur keiner.
2.
sabaro4711 12.03.2013
Zitat von sysop51,7 Milliarden Euro: Auf diese Summe wird der Schaden geschätzt, den Firmeninsolvenzen im vergangenen Jahr angerichtet haben. Grund waren einige spektakuläre Großpleiten. Insgesamt ging so wenigen Unternehmen das Geld aus wie zuletzt im Jahr 2000. Großpleiten bescheren Gläubigern Milliardenschaden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grosspleiten-bescheren-glaeubigern-milliardenschaden-a-888359.html)
Sind die 51 Milliarden jetzt nur als Schaden der Gläubigerbanken und der Aktionäre zu sehen? Was ist mit dem Schaden von tausenden Arbeitnehmer, die sich evt. selber verschulden müssen, da das Geld fehlt, die Familie durchzubringen? Und der Schaden für alle durch die stattatliche Unterstützung dieser armen Menschen? Aber hauptsache die Gläubiger werden bemitleidet...
3.
Steuerzahler0815 12.03.2013
Zitat von sabaro4711Sind die 51 Milliarden jetzt nur als Schaden der Gläubigerbanken und der Aktionäre zu sehen? Was ist mit dem Schaden von tausenden Arbeitnehmer, die sich evt. selber verschulden müssen, da das Geld fehlt, die Familie durchzubringen? Und der Schaden für alle durch die stattatliche Unterstützung dieser armen Menschen? Aber hauptsache die Gläubiger werden bemitleidet...
die sollen froh sein dass sie überhaupt eine zeit lang nen job hatten
4. Die Gläubiger
dasdondel 12.03.2013
sind Banken. Die haben keinen Schaden. Sie haben Geld für Kredite aus dem Nichts geschöpft, also keinerlei Aufwand gehabt. Im Gegenteil, wenn ein Unternehmen pleite geht werden Dinge gepfändet und gehen in das Eigentum der Bank über. Real macht die Bank Gewinn. Jammer tun sie über Zahlen in ihren Bilanzen, die sowieso nie durch reale Werte gedeckt waren.
5. Aussagekraft?
Chipslette 12.03.2013
Zitat von sysop51,7 Milliarden Euro: Auf diese Summe wird der Schaden geschätzt, den Firmeninsolvenzen im vergangenen Jahr angerichtet haben. Grund waren einige spektakuläre Großpleiten. Insgesamt ging so wenigen Unternehmen das Geld aus wie zuletzt im Jahr 2000. Großpleiten bescheren Gläubigern Milliardenschaden - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grosspleiten-bescheren-glaeubigern-milliardenschaden-a-888359.html)
Was für eine Aussagekraft hat so eine Meldung, wenn man sie mit den absoluten Zahlen in den Raum stellt? Pleiten hat es immer gegeben und wird es immer geben, das ist die Natur der Dinge. Schließlich gibt es immer auch Konsumgüter, die der Verbraucher nicht mehr braucht. Dagegen müsste man aber mal die Zahlen der Firmeneröffnungen (und damit der Schaffung mit neuen Arbeitsplätzen) stellen und die Differenz gibt ein klares Bild, ob es mit der Wirtschaft so abwärts geht. Statt Schlecker gibt es heute Rossmann oder andere Ketten. Ist ja nicht so, dass die Güter nicht mehr verkauft werden - nur eben von anderen, die es wohl besser machen.
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