Schifffahrt Großreederei Hanjin ist pleite

Es ist die bislang größte Firmenpleite im Seetransportwesen der Geschichte: Ein Gericht in Seoul hat die Großreederei Hanjin offiziell für pleite erklärt. Jetzt wird der Containerriese abgewickelt.

Hanjin-Containerschiff
REUTERS

Hanjin-Containerschiff


Die südkoreanische Reederei Hanjin ist bald Geschichte. Ein Gericht in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erklärte das Unternehmen offiziell für pleite - damit muss es nun abgewickelt werden. Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem ein Gutachten für das Gericht Anfang des Monats festgestellt hatte, dass eine Abwicklung von Hanjin mehr bringen werde als der Weiterbetrieb. Kapitäne berichteten im September von Chaos auf ihren Schiffen.

Die einst größte Reederei Südkoreas und Nummer sieben weltweit hat einen gigantischen Schuldenberg angehäuft. Beim Antrag von Hanjin auf Gläubigerschutz im vergangenen August wurde die Summe auf 5,37 Milliarden Dollar beziffert. Seither musste das Unternehmen den Großteil seiner Besitztümer rund um die Welt verkaufen und die meisten der 1500 Mitarbeiter entlassen. Doch zum Überleben von Hanjin reichte dies offensichtlich nicht.

"Wir werden versuchen sicherzustellen, dass der Insolvenzprozess es dem Unternehmen ermöglicht, Schulden bei allen Gläubigern in einer fairen und angemessenen Weise zurückzuzahlen", teilte das Gericht am Freitag mit. An der Börse in Seoul wurde der Handel mit Hanjin-Aktien ausgesetzt.

Es handelt sich um die bislang größte Firmenpleite im Seetransportwesen. Die Branche steckt wegen der schwächelnden Weltwirtschaft und Überkapazitäten in einer tiefen Krise. Der Reederei Hanjin wurden neben einem Rückgang des weltweiten Handels und sinkender Nachfrage aus China auch Managementfehler zum Verhängnis.

hej/AFP



insgesamt 10 Beiträge
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Gebr.Engels 17.02.2017
1. Bitte um Aufklärung
Wie bitte -wegen der schwächelnden Weltwirtschaft? -das kann überhaupt nicht sein, überall auf der Welt feiern die Börsen schließlich neue Höchststände.
MartinS. 17.02.2017
2. ...
Zitat von Gebr.EngelsWie bitte -wegen der schwächelnden Weltwirtschaft? -das kann überhaupt nicht sein, überall auf der Welt feiern die Börsen schließlich neue Höchststände.
An den Börsen auf der ganzen Welt werden Unternehmenswerte gehandelt - keine Güter.
Stäffelesrutscher 17.02.2017
3.
Ich schließe mich der Bitte an. Denn die Elbe soll ja wegen des Booms der Containerriesen ausgebuddelt werden.
touri 17.02.2017
4.
Zitat von StäffelesrutscherIch schließe mich der Bitte an. Denn die Elbe soll ja wegen des Booms der Containerriesen ausgebuddelt werden.
Das ist es ja gerade, der Preisdruck treibt (u.a.) im Endeffekt die Reedereien dazu immer größere Pötte zu bauen, da ich mal davon ausgehe, dass diese kostentechnisch effizienter Ladung von A nach B transportieren können.
powaaah 17.02.2017
5.
Zitat von Gebr.EngelsWie bitte -wegen der schwächelnden Weltwirtschaft? -das kann überhaupt nicht sein, überall auf der Welt feiern die Börsen schließlich neue Höchststände.
Es gilt Angebot und Nachfrage. Durch ein zu großes Angebot an Schiffen sinken die Preise. Manche Unternehmen sind effizienter oder haben einfach mehr Kapital als andere. Die Schwächsten gehen dann vor die Hunde. Das ist unabhängig vom Boom der Weltwirtschaft, wenn die Kapazitäten im Schiffsverkehr zu stark gestiegen sind, weil zu einem gewissen Zeitpunkt eben zu wenig Kapazitäten vorhanden waren um den Bedarf zu decken und die Zukunftseinschätzungen zu hoch waren. Zudem baut ein solcher Containerriese gerne mal mehrere Jahre, weswegen die Probleme eben zeitverzögert eintreten. Auch hat die Elb-Vertiefung einen ganz anderen Sinn. Die Schiffe werden immer größer und schwerer, da sich große Schiffe eher rechnen als kleine. (geringere Kosten pro Tonne Ladung). Damit Hamburg auch die zukünftigen Containerriesen abfertigen kann, die ja nunmal effizienter sind, brauchen die das. Gibt natürlich auch andere Stimmen, die sagen, dass kleinere Schiffe flexibler sind und den höheren Preis durchaus rechtfertigen können.
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