Hamburg - Die Zukunft der jüngsten Börsenstars der Internetbranche verdüstert sich. Das zumindest lassen die jüngsten Entwicklungen rund um Facebook & Co. vermuten. Der jüngste Schlag trifft das Schnäppchenportal Groupon: Nach Informationen des "Wall Street Journal" ("WSJ") haben mindestens vier hochkarätige Investoren dem Unternehmen den Rücken gekehrt und dabei kräftig Kasse gemacht.
Bekanntester Aussteiger ist demnach Netscape-Gründer Marc Andreessen. Seine Wagniskapitalfirma Andreessen Horowitz habe kurz nach Ende der Haltefrist Anfang Juni ihren 5,1-Millionen-Aktienanteil veräußert, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Insider. Den Angaben zufolge erzielte das Unternehmen damit einen Erlös von fast 14 Millionen Dollar.
Damit zeichnet sich der Trend ab, dass Anleger um Hoffnungen der IT-Branche wie Groupon, Facebook
und Zynga zunehmend einen großen Bogen machen. Zwar wurden die Emissionen mit großer Begeisterung begleitet, doch nach dem Börsengang flachte sie schnell ab. Bei Facebook, Groupon und Zynga zeigte sich, dass Mitarbeiter und frühe Geldgeber ihre Aktien nach der vereinbarten Halteperiode gern zu Geld zu machen. Beim Online-Netzwerk Facebook brach der Aktienkurs etwa vergangene Woche zeitweise um sieben Prozent ein, nachdem die Haltefrist für Mitarbeiter geendet war. Beim Spieleanbieter Zynga waren es acht Prozent. Die Groupon-Aktie brach an dem Tag, als die erste Frist auslief, um neun Prozent ein.
An dem Absturz beteiligt waren offenbar auch der Hedgefonds Maverick Capital, der dem "WSJ"-Bericht zufolge sein Aktienpaket an Groupon von ursprünglich 6,33 Millionen im März, auf weniger als zwei Millionen bis Ende Juni verkleinert hat. Der Investmentfonds Fidelity habe zwischen April und Juni ein Drittel seiner Anteile veräußert. Keines der betroffenen Unternehmen wollte dem Bericht zufolge Stellung nehmen. Die schwedische Investmentfirma Kinnevik hatte bereits im Juni mitgeteilt, dass sie ihre mehr als acht Millionen Groupon-Aktien verkauft habe.
Seit seinem Börsengang im November 2011 hat Groupon laut "WSJ" zehn Milliarden Dollar an Wert verloren. Die Wagniskapitalfirma Andreessen Horowitz gehörte ursprünglich zu den Treibern des kurzzeitigen Groupon-Hypes im vergangenen Jahr. Zugleich soll Marc Andreessen dem Bericht zufolge Groupon geraten haben, nicht überstürzt an die Börse zu gehen.
Anleger haben inzwischen Zweifel, dass das Geschäftsmodell des erst 2008 gestarteten Unternehmens dauerhaft funktionieren kann. Die Frage ist, ob sich die hohen Kosten für das Aufspüren und die Vermarktung der Schnäppchen rechnen. Zudem machte Groupon mit schlampiger und zweifelhafter Buchführung Schlagzeilen. Das Unternehmen musste bereits Bilanzen korrigieren.
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