Heike Hanagarth Grube holt BMW-Managerin in Bahn-Vorstand

Die Bahn ist nicht unbedingt ein Unternehmen, in dem es vor Frauen in Führungspositionen wimmelt. Jetzt setzt Konzernchef Rüdiger Grube ein Zeichen: Nach SPIEGEL-Informationen beruft er die BMW-Managerin Heike Hanagarth zur Technikchefin.

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Vor kurzem sah es so aus, als könnte das Vorhaben noch schiefgehen. Als Bahn-Chef Rüdiger Grube Anfang Juni die Entmachtung von Super-Vorstand Volker Kefer und die Neueinrichtung eines Technik-Ressorts ankündigte, machte er deutlich, dass er unbedingt eine Frau für den Job wolle. Doch zwischendurch hieß es im Unternehmen, so sehr der Wunsch des Chefs auch Befehl sei, die Suche gestalte sich schwierig.

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Heft 30/2013
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Das lag nicht nur daran, dass Frauen in Top-Führungspositionen noch immer eher die Ausnahme als die Regel sind. Eingefleischte Bahn-Fans tragen zumeist ein Y-Chromosom, vor allem dann, wenn es um Technikfragen geht.

Doch nun ist es soweit: Am Montagvormittag trifft sich der Aufsichtsrat des Konzerns und soll, so die Beschlussvorlage, Heike Hanagarth zum neuen Vorstand für Technik - oder besser zur Technik-Vorständin - berufen. Zurzeit ist Hanagarth Managerin bei BMW. Davor arbeitete die studierte Maschinenbauerin unter anderem beim Motorenhersteller MTU Friedrichshafen und bei Daimler. Das eher hemdsärmelige Geschäft, das sie nun bei der Bahn erwartet, dürfte ihr also vertraut sein.

Und trotzdem: Hanagarth bekommt den undankbarsten Job, den die Bahn zu vergeben hat. Die Unfähigkeit der Hersteller, ihre Züge pünktlich zu liefern, bremst das Wachstum des Unternehmens.

Noch immer ist unklar, wann Siemens die seit langem versprochenen neuen ICE-Züge endlich an die Bahn übergibt. Auch gibt es immer wieder Probleme mit dem bereits bestehenden rollenden Material, wie Loks und Waggons im besten Bahn-Beamtendeutsch heißen. Wann Hanagarth ihren neuen Job anfangen kann, ist bislang unklar. Die Bahn kann allerdings auf die Kulanz von BMW bauen: Vor nicht allzu langer Zeit verlor der Staatskonzern eine große weibliche Nachwuchshoffnung an den Autohersteller.



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insgesamt 45 Beiträge
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Seite 1
dafor 22.07.2013
1. Frau hin oder Frau her ...
Zitat von sysopDie Bahn ist nicht unbedingt ein Unternehmen, in dem es vor Frauen in Führungspositionen wimmelt. Jetzt setzt Konzernchef Rüdiger Grube ein Zeichen: Nach SPIEGEL-Informationen beruft er die BMW-Managerin Heike Hanagarth zur Technikchefin. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grube-beruft-bmw-managerin-in-bahn-vorstand-a-912346.html
Das wird gewiss die Bahn in ihrem "Wettbewerb" mit dem Auto weiter schwächen.
ratschbumm 22.07.2013
2. Ich kenne die Dame nicht.
Zitat von sysopDie Bahn ist nicht unbedingt ein Unternehmen, in dem es vor Frauen in Führungspositionen wimmelt. Jetzt setzt Konzernchef Rüdiger Grube ein Zeichen: Nach SPIEGEL-Informationen beruft er die BMW-Managerin Heike Hanagarth zur Technikchefin. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/grube-beruft-bmw-managerin-in-bahn-vorstand-a-912346.html
Sie hat aber einen riesigen Vorteil in ihrem neuen Engagemant: Kommt man (Frau) in ein mehr oder weniger am Boden liegendes Unternehmen wie die Bahn, hat man 3 unbestreitbare Vorteile: 1. Jede Menge Arbeit. 2. man kann nichts mehr falsch machen und 3. Erfolgserlebnisse zu Hauf. Ich wünsche ihr viel Spaß bei Grube + Co. ( keine Ironie )
el_jefe 22.07.2013
3. Nix Beamtendeutsch ...
... sondern ein enfacher, fachterminologischer Sammelbegriff. Es gibt auch entsprechungen in vielen anderen Sprachen, die nicht nur bei Staatsbahnen verwendet werden - wie z.B. "rolling stock" auf Englisch und "material rodante" auf Spanisch. Nicht alles, was die Bahn macht, ist vom Beamtentum geprägt.
c54 22.07.2013
4. Unverständlich
Wer geht freiwillig vom florierenden Autobauer BMW zu einem halbstaatlichen Schrottladen auf Drittweltniveau namens DB ? Die Motive von Frau Hanagarth würden mich echt interessieren. Soviel Schmerzensgeld kann die DB doch gar nicht zahlen, dass man/frau ohne Not dorthin wechselt.
Eva K. 22.07.2013
5. Undankbarer Job
Heike Hanagarth wird sich nicht nur mit den unfähigenn Zulieferern der Bahn herumschlagen dürfen. Sie wird auch mit der Erblast aus Mehdorns Zeiten kämpfen dürfen, daß der gesamte Betrieb auf absolute betriebswirtschafliche Sicht umgestellt wurde. Pflege und Reparaturen des rollenden Materials sowie der Fahrwege erfolgen nur, wenn es absolut notwendig ist und nicht schon im Vorfeld, um die Betriebsfähigkeit proaktiv zu sichern. Da geht dann eher mal was zu Bruch und der Laden steht still, alles zu Lasten der Kunden, aber was soll's, Hauptsache die Kalkulation stimmt.
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