Italienische Nobelmarke Gucci-Chef erhielt sein Millionengehalt von Briefkastenfirma

Gucci hat offenbar Probleme mit der Steuerehrlichkeit. Firmenchef Marco Bizzarri hat nach SPIEGEL-Informationen einen Großteil seines Millionengehalts über eine Briefkastenfirma in Luxemburg kassiert - Abgaben zahlte er dafür kaum.

Marco Bizzarri
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Die italienische Nobelmarke Gucci gilt als eine der begehrtesten Luxusmarken der Welt. Und Dank Marco Bizzarri auch als eine der profitabelsten. Unglaubliche 50 Prozent Umsatzplus hat der Gucci-Chef zuletzt vermeldet. Bizzarri hat es vom Liebling an den Laufstegen zum Liebling der Analysten geschafft. Doch nun bekommt der Glanz der Nobelmarke Risse.

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Heft 5/2018
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Erst im vergangenen November durchwühlte die italienische Finanzpolizei drei Tage lang Büros und Ateliers von Gucci in Mailand und Florenz. Das Unternehmen soll Steuern in Höhe von 1,3 Milliarden Euro hinterzogen haben. Doch offenbar gibt es bei Gucci und seiner französischen Konzernmutter Kering, zu der auch der deutsche Sportartikelhersteller Puma gehört, ein grundsätzlicheres Problem mit der Steuerehrlichkeit. Das belegen gemeinsame Recherchen des Journalistennetzwerks European Investigative Collaborations (EIC), zu dem auch der SPIEGEL gehört. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

In Absprache mit der Konzernspitze in Paris soll Gucci-Chef Bizzarri mit Steuertricksereien offenbar jahrelang auch höchstselbst den Staat um Millionen gebracht haben. Das gemeinsame Ziel bestand darin, dem Gucci-Boss ein Nettogehalt von acht Millionen Euro zu sichern. Allerdings wollten Bizzarri und der Konzern darauf so wenig Steuern und Abgaben wie möglich bezahlen. Sie bedienten sich dazu einer Briefkastenfirma und eines Schweizer Wohnsitzes.

Bizzarri soll Millionen an italienischen Fiskus nachgezahlt haben

Nach Recherchen des EIC hatte Bizzarri zwei Arbeitsverträge - neben einem Vertrag mit Gucci in Italien einen zweiten mit der Briefkastenfirma Castera in Luxemburg. Von ihr erhielt er fast sechs Millionen Euro im Jahr, die weder in Luxemburg noch in Italien versteuert werden sollten. Stattdessen hatte sich Bizzarri im Schweizer Tessin angemeldet, wo er pauschal lediglich eine niedrige sechsstellige Summe im Jahr zahlen musste. De facto versteuerte Bizzarri damit nur sein italienisches Gehalt, wegen des Schweizer Wohnsitzes aber auch das noch zu einem vergünstigten Satz.

Fraglich ist zudem, ob Bizzarri nicht doch seinen wahren Hauptwohnsitz in Italien hatte. In Mailand unterhielt der Konzern ein Penthouse-Apartment in bester Lage; Mails deuten darauf hin, dass es von Bizzarri bewohnt wurde. Der Anstoß für die Aufteilung in zwei Arbeitsverträge kam direkt vom Miteigentümer der Gucci-Mutter Kering in Frankreich, François-Henri Pinault. Unbestätigten Quellen zufolge soll Bizzarri im vergangenen Jahr Millionen an den italienischen Fiskus nachgezahlt haben.

Weder Bizzarri noch Gucci oder Kering reagierten auf Anfragen des Journalistennetzwerks.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
frankfurtbeat 26.01.2018
1. eben ...
eben nicht anders als viele viele andere Einkommensmillionäre auf dem Planeten. Irgendwie will ich es nicht begreifen weshalb Menschen mit exorbitant hohem Einkommen alles nur Erdenkliche versuchen ein mehr an Penunze in der Tasche zu haben. Auf gleicher Stufe sehe ich bekannte Sportler welche plötzlich ihren Wohnsitz nach Monaco, in die Schweiz oder was weiss ich verlegen um anstatt lediglich 60 Mio eben dann 100 Mio pro Jahr auf dem Konto zu haben. Wie krank muss man sein um derart gierig durch´s Leben zu ziehen ...
St.Baphomet 26.01.2018
2. Wenn alle Behörden dies wissen
warum sitzt der Mann denn nicht längst im Knast? Ach ich vergaß liebe Politiker, dank eurer tollen Gesetze ist "diese" Art der Steuerhinterziehung völlig legal. Und komm mir jetzt bloß keiner mit "Neiddebatte", kann ich echt nicht mehr hören diesen Mist.
nadennmallos 26.01.2018
3. Leute, nicht aufregen, wir selbst haben es zugelassen!
Wir haben gewählt, wir haben allees abgenickt und wir sind nicht auf die Strasse gegangen. Wir sind halt satt! Ergo: Selbst schuld :)
nic 26.01.2018
4.
Zitat von frankfurtbeateben nicht anders als viele viele andere Einkommensmillionäre auf dem Planeten. Irgendwie will ich es nicht begreifen weshalb Menschen mit exorbitant hohem Einkommen alles nur Erdenkliche versuchen ein mehr an Penunze in der Tasche zu haben. Auf gleicher Stufe sehe ich bekannte Sportler welche plötzlich ihren Wohnsitz nach Monaco, in die Schweiz oder was weiss ich verlegen um anstatt lediglich 60 Mio eben dann 100 Mio pro Jahr auf dem Konto zu haben. Wie krank muss man sein um derart gierig durch´s Leben zu ziehen ...
Nennt sich Gier. Viele machen es auch nur einfach um noch Reicher zu sein. Eine Art Wettbewerb eben. Und Deutschland z.B. unterstützt diese enorme Gier und diesen Wettbewerb mit Steuergesetzen zugunsten dieser Gierenden.
palef 26.01.2018
5. ...abwarten, was wirklich dabei rauskommt...
...bei Jürgen Dahlkamp ist der Konjunktiv immer schon der Beweis per Unterstellung ...und die Tatsache, dass das 'Journalistennetzwerk' keine Stellungnahme erhalten hat....
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