Vorwurf der Markenfälschung Gucci-Mutterhaus Kering verklagt Alibaba

Neue Klage gegen Alibaba: Luxus-Modefirmen wie Gucci und Yves Saint Laurent unter dem Dach der französischen Firma Kering werfen dem chinesischen Onlinehändler vor, "eine ganze Armee" von Markenfälschern zu schaffen.

Alibaba-Logo vor der Firmenzentrale in Hangzhou: Klage sei "bedauerlich"
REUTERS

Alibaba-Logo vor der Firmenzentrale in Hangzhou: Klage sei "bedauerlich"


Der chinesische Onlinehändler Alibaba sieht sich im Streit um Markenfälschungen massiven Anschuldigungen ausgesetzt. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat der französische Luxuskonzern Kering, dem unter anderem Gucci, Balenciaga und Yves Saint Laurent gehören, erneut die chinesische Online-Handelsplattform Alibaba verklagt.

Kering wirft Alibaba in seiner in New York eingereichten Klageschrift vor, auf seinen Online-Plattformen den Verkauf gefälschter Markenprodukte zu ermöglichen. Kering wirft dem chinesischen Konzern vor, ein Umfeld für "eine ganze Armee von Fälschern" zu schaffen. Alibaba und seine Tochterfirmen "ermutigen bewusst und unterstützen den Verkauf gefälschter Produkte auf ihren Online-Plattformen und profitieren von ihm".

Gefälschte 800-Dollar-Taschen kosten etwa zwei bis fünf Dollar

So habe ein von Alibaba mit einem Premium-Siegel ausgezeichneter Anbieter in großem Stil vermeintlich gefälschte Gucci-Produkte verkaufen können - darunter normalerweise 795 Dollar teure Taschen zum Preis von zwischen zwei und fünf Dollar. Fälschern würden für die Onlinesuche die Markennamen von Kering-Produkten zusammen mit dem Suchbegriff "Kopie" verkauft. Außerdem bekämen Nutzer, die in der Suchmaske etwa "Gucci" eingeben, Angebote mit abgeänderten Namen wie "Cucci" und "Guchi" vorgeschlagen, wie sie von Markenfälschern verwendet werden.

Die in Paris ansässige Firma Kering hatte Alibaba bereits im Juli 2014 in New York verklagt. Der chinesische Konzern ist an der Börse der US-Metropole notiert, außerdem sind die USA für beide Unternehmen ein wichtiger Markt. Nach dem Beginn von Verhandlungen zum Thema Produktfälschungen zwischen beiden Konzernen zog Kering die Klage teilweise zurück.

Alibaba erklärte nun am Montag, die neue Klage von Kering sei "bedauerlich". Der Luxuskonzern lasse sich auf eine kostspielige juristische Prozedur ein, anstatt auf eine "fruchtbare Kooperation" zu setzen. Die Klage habe "keinerlei Grundlage".

bos/AFP/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.