Luxusmode Gucci verzichtet künftig auf Pelz

Der italienische Luxuskonzern Gucci will künftig Pelze aus seinem Sortiment verbannen, die Altbestände sollen versteigert werden. Tierschützer jubeln über den "bahnbrechenden" Schritt. Dabei ist der Konzern spät dran.

Gucci-Mode aus dem Jahr 2008
AFP

Gucci-Mode aus dem Jahr 2008


Das italienische Luxusmodehaus Gucci verzichtet künftig auf Pelzmode. Ab der kommenden Frühjahrskollektion sollen keine Tierfelle mehr für Produkte des Hauses verarbeitet werden, kündigte Gucci-Chef Marco Bizzarri an. Der Konzern werde zudem der Fur Free Alliance beitreten - einer Gruppierung aus mehr als 40 Organisationen, die für Tierrechte und für Alternativen zur Pelzverarbeitung in der Modebranche eintreten. Gucci wolle mit dem Pelzverzicht demonstrieren, "dass Nachhaltigkeit ein Kernbestand unseres Geschäfts" sei, sagte Bizzarri.

Hersteller wie Hugo Boss, Armani, Tommy Hilfinger und Ralph Lauren verzichten schon seit längerem auf Pelz. Die Gucci-Altbestände an Pelzmode sollen auf einer Wohltätigkeitsauktion versteigert werden, der Erlös soll an die Tierschutzorganisationen Humane Society International und LAV gespendet werden.

Tierschützer zeigten sich erfreut über die Entscheidung. Dass der renommierte italienische Konzern auf Pelz verzichte, werde "in der gesamten Modewelt Wellen schlagen", sagte Kitty Block, Präsidentin der Humane Society International. "Der Pelzverzicht von Gucci ist wirklich bahnbrechend."

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Verzicht der Luxusmarken: No Pelz!

hej/AFP



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WTG e.V. 12.10.2017
1.
Als Welttierschutzgesellschaft freuen wir uns über die Entscheidung von Gucci, ab kommendem Jahr auf die Verarbeitung von Echtpelzen zu verzichten. Dies ist ein wichtiges Signal gegen die Quälerei und Ausbeutung von Tieren auf Pelzfarmen – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Kleidungsstücke mit Pelzbesatz jüngst einen bedauerlichen Aufschwung erlebt haben. Wir appellieren an alle Verbraucher, sich nicht mitschuldig am Leid der Tiere zu machen und auf den Kauf von Pelz zu verzichten! Da die europäische Textilkennzeichnungsverordnung keine genauen Angaben über die Echtheit des Pelzes vorsieht, ist es wichtig zu wissen, woran man diesen selbst erkennen kann. Drei einfache Methoden erklären wir hier: http://bit.ly/pelz-nein-danke
Byrne 12.10.2017
2. Komisch
Was ist an Fellen schlimmer als an gegerbter Tierhaut? Dann müsste man konsequenterweise auch Leder verbannen.
siebke 12.10.2017
3. !!!!
gut so, wurde aber auch Zeit!!! War früher Aktiv bei Greenpeace, gegen das abschlachten der Seehunde. In den letzten Jahren war Pelz wieder extrem in, auch vielen junge "Mode" wurde damit aufge"hübscht" !!
chrigri 12.10.2017
4. Verstehe ich auch nicht
Es scheint anscheinend Tiere zu geben, die 'wertvoller' sind. Ich esse mein Staek und bin gegen Pelz, geht das?
Poco Loco 12.10.2017
5. Seit Jahrzehnten...
....heucheln diese Klamottendealer der Öffentlichkeit vor, dass sie aus der Pelzproduktion aussteigen wollen, vermutlich immer wenn sie Publicity brauchen. Seit Jahrzehnten wird gegen diese Tierquäler auf Pelzfarmen gekämpft, genützt hat es nichts, weil es dem einfältigen Verbraucher immer noch viel mehr bedeutet, sich mit einem modischen Pelzkragen oder Pelz auf der Mütze, wichtig zu machen. Diese kritiklosen und nicht mehr selbst denkenden Konsumidioten, die sich diese Pelzkrägen aus Qualzuchten kaufen, die sind für mich das eigentliche Problem. Bald werden sie wieder massenweise durch die Städte ziehen, um ihren modischen "Polarforscherlook" zum besten zu geben.
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