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Häme gegen "Charlie Hebdo": Daimler setzt Betriebsrat vor die Tür

Nach dem Anschlag: Nicht jeder sympathisiert mit "Charlie Hebdo"-Redaktion Zur Großansicht
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Nach dem Anschlag: Nicht jeder sympathisiert mit "Charlie Hebdo"-Redaktion

Vor wenigen Wochen äußerte sich ein Betriebsratsmitglied von Daimler abfällig über die getöteten Redakteure des Satiremagazins "Charlie Hebdo". Jetzt hat ihm das Unternehmen gekündigt - aber aus einem anderen Grund.

Karlsruhe - "Jeder Mensch zahlt für seine Taten! Die einen früher, die anderen später... Fuck Charlie Hebdo": Mit Sätzen wie diesen hat ein Betriebsratsmitglied von Daimler nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" für Aufsehen gesorgt. Nun ist der Mann seinen Job bei dem Autohersteller los, das Unternehmen hat ihm gekündigt.

Jedoch nicht wegen seiner umstrittenen Äußerungen, sondern wegen eines "gravierenden Verstoßes gegen arbeitsvertragliche Pflichten", sagte ein Sprecher von Daimler. Schon vor Wochen hatten das Unternehmen, der Betriebsrat des Werks Rastatt und die IG Metall ein Verfahren eingeleitet, um den Mann aus dem Betriebsrat auszuschließen. Der nun erfolgte Rausschmiss aus der Firma stehe damit aber in "keinerlei Zusammenhang", sagte der Sprecher.

Der Angestellte hatte die umstrittenen Äußerungen nach Angaben der IG Metall auf seiner privaten Facebook-Seite verbreitet und damit für Aufruhr in der Belegschaft gesorgt. Die Ansichten seien von der freien Meinungsäußerung nicht mehr gedeckt, hieß es bei der Gewerkschaft. Bei dem blutigen Attentat auf die Redaktion des französischen Satiremagazins waren am 7. Januar in Paris zwölf Menschen von Islamisten getötet worden.

Über das angestrengte Amtsenthebungsverfahren soll im Rahmen einer Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Karlsruhe beraten werden. Für den 12. März sind die Parteien dazu nach Rastatt in die Räume des dortigen Amtsgerichtes geladen. Sollten sich die Kontrahenten nicht einigen, kommt es zur Hauptverhandlung in Karlsruhe. Gewerkschaft und Betriebsrat hätten den Mann aufgefordert, sich von den Äußerungen zu distanzieren. Das habe er aber abgelehnt, hatte Betriebsratsvorsitzende Ullrich Zinnert Ende Januar erklärt.

jbe/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 29 Beiträge
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1. Fehlende Informationen!
BensO 20.02.2015
SPON Ihr schreibt hier etwas und doch nichts. Womit hat denn jetzt der Rauswurf genau zutun, wenn nicht mit der Charlie Äußerung? Und dennoch berichten Sie nur über diese Äußerung und schreiben dahinter "doch diese Äußerung hat nichts damit zu tun". Ich bezweifle das übrigens.
2. völlig korrekt
DerBlicker 20.02.2015
Schon das Billigen einer Straftat ist eine Straftat nach StGB §140. Solche Mitarbeiter, die einen Mord billigen, braucht niemand in seiner Firma zu dulden.
3.
farbraum 20.02.2015
Selbstverständlich sind die Äußerungen von der freien Meinungsäußerung gedeckt, in welchem Land lebt denn bitte die Gewerkschaft? Da möchte ich niemals hin! Trotzdem ist die Aussage einfach nur dumm und zeugt von einem verachtenswerten Weltbild, das für die Angestellten des Unternehmens beschämend ist. Interessant wäre welchen "gravierenden Verstoßes gegen arbeitsvertragliche Pflichten" das Unternehmen konstruiert hat um ihn unabhängig von seiner freien Meinungsäußerung nun doch los zu werden?
4.
achimedes 20.02.2015
..ist das aller letzte sich deratig zu äußern, die Demokratie zu verraten noch sich an dem Mord an Unschuldigen zu vertun ! Eine korrekte Kapitalistische Antwort !
5. Das
spon-facebook-10000680211 21.02.2015
Das bezeichnet man wohl als die freie westliche Meinungsäußerung. Tja, hätte er doch nur Mitleid und Trauer vorgeheuchelt, dann hätte er keine Probleme gehabt. Wer nicht mitmacht, ist gegen ''uns''. Wie in einer aufkommenden Diktatur.
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