Milliardenübernahme Haier deckt sich mit Hausgeräten von GE ein

Chinesische Firmen sind derzeit auf Einkaufstour. Nach Spezialmaschinen und Hollywood-Studios sind jetzt Küchengeräte dran. Für 5,4 Milliarden Dollar übernimmt Haier die traditionsreiche Hausgeräte-Sparte von General Electric.

GE-Waschmaschinen: Der Konzern stößt sein traditionsreiches Geschäft ab
AFP

GE-Waschmaschinen: Der Konzern stößt sein traditionsreiches Geschäft ab


Der US-Mischkonzern General Electric (GE) trennt sich von seiner traditionsreichen Hausgeräte-Sparte. Das Geschäft mit Kühlschränken, Geschirrspülern und Waschmaschinen geht an Qingdao Haier. Die chinesische Firma zahlt die Kaufsumme von 5,4 Milliarden Dollar, teilte GE mit. Aktionäre und die Wettbewerbsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Trotz der wirtschaftlichen Krise in China nutzt Qingdao Haier, an der der Mischkonzern Haier 41 Prozent hält, offenbar die Gelegenheit zur Expansion. Die Transaktion wäre der bisher größte Zukauf eines Elektronikunternehmens aus Übersee für ein chinesisches Unternehmen. Für Haier ist es die größte jemals getätigte Akquisition.

Der Kauf markiert bereits die dritte große Übernahme eines chinesischen Konzerns binnen einer Woche. Am Sonntag kaufte eine Staatsfirma für 925 Millionen Euro den Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei. Am Dienstag kündigte die Wanda-Gruppe den Kauf des kalifornischen Filmstudios Legendary Entertainment für 3,5 Milliarden Dollar an.

Chinesische Wettbewerber ausgestochen

Haier ist die Nummer zwei unter den chinesischen Hausgeräte-Herstellern. Der Deal dürfte Haier helfen, auf dem US-amerikanischen Markt zu expandieren. Auch in Europa und in Japan wollen die Chinesen stärker werden.

GE-Hausgeräte machte 2014 einen Umsatz von 5,9 Milliarden Dollar und beschäftigte weltweit 12.000 Mitarbeiter, den Großteil in den USA. Die Sparte blickt auf eine hundertjährige Tradition zurück. Dem "Wall Street Journal" zufolge hat Haier sich die Markenrechte an GE für 40 Jahre gesichert.

Einem weiteren Medienbericht zufolge hatte Haier in einem Bieterwettbewerb mehrere andere Interessenten ausgestochen. So soll es auch ein Angebot von Midea, Chinas größtem Hersteller von Klimaanlagen und Reiskochern, gegeben haben.

GE will sich mit seinem Konzernumbau künftig stärker auf die Industrie und das Digitalgeschäft konzentrieren. Mit dem Verkauf an die Chinesen erzielt der US-Konzern einen deutlich höheren Preis als zunächst erwartet.

GE will Gewinn in Restrukturierung stecken

Die Hausgeräte-Sparte sollte eigentlich an den schwedischen Konkurrenten Electrolux gehen. Ende vergangenen Jahres platzte der Deal aber, weil die US-Wettbewerbshüter eine zu große Marktmacht der Schweden befürchtet hatten. Mit Electrolux hatte GE einen Kaufpreis von 3,3 Milliarden Dollar ausgehandelt.

GE rechnet nach eigenen Angaben durch die Transaktion mit einem Nachsteuergewinn von 20 Cent je Aktie. Dieser soll in die Restrukturierung gesteckt werden.

brt/Reuters/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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HaraldKönig 15.01.2016
1.
GE? Was wohl Jack Donaghy dazu gesagt hätte, dass seine geliebte Mikrowelle jetzt chinesisch ist?
aurichter 15.01.2016
2. GE jetzt Chinesisch!
Wird wohl ziemlich egal sein, solang die Qualität stimmt bzw erhalten bleibt. Wem gehört ein Großteil von MB? Wo sitzen die Eigentümer von Volvo? Steigt doch mittlerweile fast kein normaler Mensch mehr durch, Wem Was gehört. Wichtig bleibt einzig und Allein, daß die Arbeitsplätze nicht nur in Asien erhalten bleiben. Auf der Gehaltsabrechnung hat das auch wohl kurzfristig erstmal keine Auswirkungen.
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