Energiekonzern RWE Hambacher Forst soll doch frei zugänglich bleiben

RWE darf den umkämpften Hambacher Forst nach dem vorläufigen Rodungsstopp nicht weiter absperren. Das ergibt sich laut Konzern aus dem Gerichtsurteil aus der vergangenen Woche.

Hambacher Forst
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Hambacher Forst


Der Hambacher Forst bleibt weiterhin öffentlich zugänglich. Das sei eine Konsequenz aus dem vom Oberverwaltungsgericht Münster verhängten Rodungsstopp, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE. Der Wald gehört dem Unternehmen. Er sei aber kein RWE-Betriebsgelände und somit sei eine Einfriedung nicht zulässig. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

RWE hatte nach der Räumung des Forsts durch die Polizei zunächst damit begonnen, das Waldstück mit einem Graben und Seilen abzusperren. Nach der Gerichtsentscheidung und dem Abzug der Polizei kehrten Rodungsgegner in den Wald zurück und begannen mit dem Bau neuer Bauhäuser.

RWE wünsche sich, "dass sich die Naturschutzverbände jetzt mit der gleichen Kraft, mit der sie gegen die Rodung gekämpft haben, auch gegen die widerrechtlichen Besetzungen einsetzen würden", sagte der Sprecher.

An der Börse hat RWE seit der Gerichtsentscheidung deutlich an Wert verloren. Der Aktienkurs fiel am Mittwoch den fünften Handelstag in Folge. Mit einem weiteren Minus von 1,84 Prozent summierten sich die Kurseinbußen mittlerweile auf fast 18 Prozent.

Auf Anfrage des SPIEGEL hatte RWE am Dienstag mitgeteilt, die Kohleförderung im angrenzenden Tagebau Hambach um jeweils etwa 10 bis 15 Millionen Tonnen in den Jahren 2019 bis 2021 zu reduzieren. Bislang wurden dort 40 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr gefördert.

sth/dpa



insgesamt 86 Beiträge
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gunpot 10.10.2018
1. nun haben die Umweltschützer
zunächst vor Gericht obsiegt. Sie sollten jetzt aber zeigen, dass gesetzliche Normen auch für sie verbindlich sind. Also nicht wieder ein Waldstück besetzen, um dort Baumhäuser oder andere Dinge zu installieren.
pro-fessor 10.10.2018
2. Entschädigung
Ich bin gespannt wie sich der Aktienkurs von RWE entwickelt, wenn der Steuerzahler die Milliarden-teuren Schadensersatzleistungen erbracht hat
lordofaiur 10.10.2018
3. Selten so gelacht
Zitat von gunpotzunächst vor Gericht obsiegt. Sie sollten jetzt aber zeigen, dass gesetzliche Normen auch für sie verbindlich sind. Also nicht wieder ein Waldstück besetzen, um dort Baumhäuser oder andere Dinge zu installieren.
Das sind Extremisten. Die werden einen Sch... tun... selten so gelacht über die Bananenrepublik Deutschland. Da leistet sich der Steuerzahler einen Millionenschweren Polizeieinsatz, ein Mensch kommt sogar ums Leben um sich danach ein Rodungsverbot zu gönnen. Nicht falsch verstehen, ich würde mir auch wünschen, dass der Wald stehen bleibt, aber man braucht als Unternehmer auch eine Rechtssicherheit.
ein-berliner 10.10.2018
4. Neue Baumhäuser?
Hat denn der RWE keinen wirksamen Werkschutz der das Eigentumsrecht durchsetzt und derartige Kapriolen verhindert? Zugänglichkeit hat nichts mit Illegalität zu tun.
SPONU 10.10.2018
5. Wäre ich RWE
...würde ich die Stromtarife verzehnfachen. Die ganzen Heuchler die dort in den Baumwipfeln hocken und ihre GoPros, Smartphones, Hybridroller NICHT mit ethisch einwandfreier Muskelkraft aufladen sollen spüren was es heisst wenn man gewinnt.
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