Kampf um Waldgebiet Tausende Menschen feiern Rodungsstopp am Hambacher Forst

Festivalstimmung am Hambacher Forst: Nach dem Stopp der Rodung durch ein Gericht findet dort eine - zunächst untersagte - Demonstration gegen die Braunkohle-Förderung statt.

Demonstranten am Hambacher Forst
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Demonstranten am Hambacher Forst


Die Atmosphäre irgendwo zwischen Demo und Festival, die Stimmung gelöst: Tausende Menschen haben am Hambacher Forst den Abschied von der Braunkohle-Energie gefordert. Zugleich feierten sie die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster, das am Freitag einen vorläufigen Rodungsstopp für das Areal verfügt hatte.

Der Energiekonzern RWE wollte in den kommenden Monaten mehr als die Hälfte des verbliebenen alten Waldes fällen, um dort Braunkohle abbauen zu können. Daraus wird nun vorerst nichts - ein Sieg für alle, die sich für den Erhalt des Waldgebietes einsetzen. Und eine Niederlage für RWE.

Entsprechend gut gelaunt waren die Demonstranten. Nach Angaben der Veranstalter nahmen 50.000 Menschen teil. "Es ist die mit Abstand größte Demo, die das Rheinische Braunkohlerevier je gesehen hat", sagte Dirk Jansen, Geschäftsführer des BUND Nordrhein-Westfalen.

Video aus dem Hambacher Forst: "Die Stimmung ist gelöst"

SPIEGEL ONLINE/Reuters

Die Polizei wollte keine Angaben zur Teilnehmerzahl machen. Sie zeigte anders als in den vergangenen Wochen nur zurückhaltend Präsenz. An der Demonstration beteiligten sich auch Bauern aus dem Rheinischen Tagebaurevier. Sie fuhren mit ihren Traktoren laut hupend und unter Beifall von Demonstranten an dem Protestgelände vorbei. "Energiewende! Stoppt Braunkohle" stand auf Plakaten oder "Bauern gegen Kohle".

"Hier sind wirklich Tausende unterwegs, die noch einmal ein deutliches Zeichen setzen wollen", sagte Greenpeace-Chef Martin Kaiser. Die Demonstration war von der Polizei zunächst wegen Sicherheitsbedenken verboten worden. Das Verwaltungsgericht Aachen hob das Verbot jedoch auf.

Kaiser sieht in dem Münsteraner Gerichtsentscheid "Rückenwind für die Arbeit in der Kohlekommission". Es müsse jetzt ein konsequenter Einstieg in den Ausstieg aus der Kohle beschlossen werden, sagte Kaiser, der selbst Mitglied des Gremiums ist.

ulz/dpa

insgesamt 170 Beiträge
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LDaniel 06.10.2018
1. Ach ja
Die Rechnung dafür, dass sich Unternehmen in Deutschland trotz lange bestehender Vereinbarung, Verträgen und Gerichtsentscheiden nichtmehr darauf verlassen können, dass ihre Investition sicher ist, werden wir noch bekommen. Ich kann jedes Unternehmen, egal ob national oder international, verstehen, dass keine Investitionen mehr in Deutschland tätigt bzw. sich sogar aktiv zurück zieht. Das ganze wird katastrophale Folgen haben, wir werden uns noch wünschen, es wären nur ein paar Bäume gefällt worden. Wer da jetzt feiert, ist äußerst kurzsichtig. Aber stimmt, Deutschland kann es sich ja leisten Unternehmen zu verschrecken mit seiner tollen digitalen und analogen Infrastruktur etc. . Das Erwachen wird fürchterlich sein...
hardeenetwork 06.10.2018
2. Yes !!!
Ein großartiger Tag für die Umwelt und unseren wundervollen Planeten Erde.
mariekampf99 06.10.2018
3. Jawoll - so muss es sein. Endlich mal ein ein stolzes Volk. Pro Natura
Respekt und Hochachtung für die Aktivisten.
michi_meissner 06.10.2018
4. Wunderbar...
Rwe hat sich völlig sinnlos das image verdorben, dieser laden wird lebenslang keinen euro mehr von mir bekommen. Schmitz sollte zurücktreten wegrn erwiesener unfähigkeit. Ich sehe die aktie bei 6 euro.
herm16 06.10.2018
5. aja
Greenpeace. Selbst Stromanbieter, also Konkurrenz, na dann. Und noch was, da strömen Tausende über Feld und Stein, verwüsten alles Pinkeln, Kacken in die Gegend, stören die Fledermäuse, und oh Himmel Bauern fahren mit Traktoren, also todbringenden Gefährten. Das ist Umweltschutz pur
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