Übernahme nach Volksentscheid Hamburg zahlt halbe Milliarde für Vattenfall-Netz

In einem Volksentscheid stimmten die Hamburger für den Kauf ihres Stromnetzes, nun haben sich die Hansestadt und der Energiekonzern Vattenfall geeinigt. Für die Leitungen müssen die Steuerzahler mindestens 495 Millionen Euro aufbringen.

Vattenfall-Schild in Hamburg: Einigung über Verkauf des Stromnetzes
DPA

Vattenfall-Schild in Hamburg: Einigung über Verkauf des Stromnetzes


Hamburg - Vier Monate nach dem Volksentscheid hat sich Hamburg mit Vattenfall auf die Übernahme der Energienetze geeinigt: Die Stadt kauft das Stromnetz des Energiekonzerns. Beide Seiten hätten sich auf die Details des Handels verständigt, teilten Vattenfall und die Stadt am Donnerstag mit. Die Bedingungen müssen noch vom Hamburger Senat und den Aufsichtsgremien des Energiekonzerns bestätigt werden. Auch über den Kauf des Fernwärmenetz besteht grundsätzlich Einigkeit, er soll allerdings erst später wirksam werden.

Der Rückgabe der Energienetze aus privater in öffentliche Hand war in der Hansestadt sehr umstritten. Das Thema sorgte auch bundesweit für große Aufmerksamkeit. Auch andere deutsche Kommunen planen eine Rückübernahme ihrer Netze - oder haben diese bereits vollzogen. Verbraucherschützer werfen den privaten Betreibern vor, keine fairen Preise zu verlangen und die Öko-Energiewende nicht entschieden voranzutreiben.

Im Einzelnen wird die Hamburger Vermögensholding HGV nun zügig 100 Prozent an der Stromnetz Hamburg GmbH sowie an mehreren weiteren Vattenfall-Gesellschaften übernehmen. Zum Teil müssen die Gesellschaften aufgeteilt werden. Den genauen Kaufpreis sollen unabhängige Gutachter festlegen. Er soll vorläufig 550 Millionen Euro für die Stromnetz GmbH betragen, mindestens aber 495 Millionen Euro. Dazu kommen noch die Servicegesellschaften für das Stromnetzgeschäft, deren Kaufpreis ebenfalls von einem Gutachter festgelegt wird.

Für das Vattenfall-Fernwärmenetz erhält die Stadt eine Kaufoption im Jahr 2019. Dieses Netz wird die Hansestadt nochmals mindestens 950 Millionen Euro kosten. Falls Vattenfall bis zum Zeitpunkt der Übernahme ein neues Gaskraftwerk in Wedel baut, beträgt der vertraglich festgelegte Mindestpreis 1,15 Milliarden Euro. Auch hier habe ein Gutachter das letzte Wort über den Kaufpreis.

Der Senat vollzieht damit den Auftrag des Volksentscheids vom 22. September, in dem sich eine knappe Mehrheit der Hamburger für die komplette Übernahme der Energienetze durch die Stadt ausgesprochen hatte. Vattenfall erklärte, die Vereinbarung schaffe die Grundlage für eine weitere langfristige Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Konzern. Hamburg bleibe für Vattenfall ein wichtiger Standort.

cte/dpa



insgesamt 125 Beiträge
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Seite 1
aloha2002 16.01.2014
1. etwas über
einer halben elbphilharmonie.
narzissenfee999 16.01.2014
2. So what?
Das Stromnetz ist billiger als die Elbphilharmonie. Für die mussten und müssen die Steuerzahler ja auch blechen, ohne dass man sie vorher gefragt hätte, geschweige denn über die tatsächlichen Kosten aufgeklärt hätte. Im Übrigen gehört m.E. die Energieversorgung nicht in Konzernhände. Alles was zur existentiellen Grundversorgung zählt muss denen gehören, die es bezahlen, den Steuerzahlern.
xxbigj 16.01.2014
3. optional
Hier werden nur die Kosten aufgezählt! Aber ich habe dafür gestimmt, damit nachfolgende Generationen nicht von diesen Energierisen die Preise vorgestzt bekommen, sondern die Stadt Hamburg diesen festlegen kann! Wir in Hamburg denken an unsere zukunft und schwelgen nicht in der Vergangenheit. Auch wenn es gerade Finanziell nicht so gut aussieht, wird für die Zukunft sich diese Investition lohnen! Und mal ehrlich wer vetraut bitte vattenfall, eon und Co.??
GoBenn 16.01.2014
4.
Endlich mal vernünftig angelegtes Geld.
tdse13 16.01.2014
5. Hat Hamburg keine Schulden und sonst keine Probleme?
Wer zahlt die Rechnung? Neben den Kunden wahrscheinlich Bayern und BW über den Finanzausgleich. Ist das gerecht? Und hat Hamburg sonst keine Probleme?
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