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Hamburg-Mannheimer: Versicherung setzte Sex-Party von der Steuer ab

Der Sex-Skandal um die Hamburg-Mannheimer wird um ein pikantes Detail reicher: Die Kosten für die Orgie in einem Budapester Spaßbad in Höhe von 83.000 Euro hat die Versicherung von der Steuer abgesetzt, wie eine Zeitung berichtet.

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DPA

Ergo-Zentrale in Düsseldorf: Sex-Party von der Steuer abgesetzt

Die Affäre um die Sex-Party in der Budapester Gellert-Therme wird für die Hamburg-Mannheimer immer peinlicher. Schon die bisher bekannt gewordenen Details haben die Versicherung und ihre Muttergesellschaft Ergo in arge Verlegenheit gebracht, jetzt kommt ein weiteres hinzu: Die Rechnung in Höhe von 83.000 Euro wurde von der Steuer abgesetzt, berichtet die "Welt am Sonntag". Die Angestellten der Hamburg-Mannheimer haben sich demnach auch auf Kosten des Steuerzahlers mit Prostituierten vergnügt.

"Die Rechnung ist in voller Höhe als Betriebsausgabe behandelt worden", zitiert die Zeitung einen Ergo-Sprecher. "Nach unseren Prüfungen war das steuerrechtlich in Ordnung." Man werde aber prüfen, ob man "eine andere Beurteilung vornehmen kann".

Zudem räumte der Konzernsprecher ein, dass es in den Unterlagen zu der Veranstaltung keinerlei Hinweise darauf gegeben habe, was bei der Party wirklich vorgefallen sei: "Auf den uns vorliegenden Rechnungen gab es keinen Posten Prostitution oder gar eine Detailrechnung für 20 Prostituierte."

Das hat möglicherweise noch ein steuerrechtliches Nachspiel: Da die steuerliche Behandlung von Prostitution nicht vollständig klar ist, könnte es durchaus problematisch sein, entsprechende Leistungen auf beim Finanzamt eingereichten Rechnungen zu verschweigen.

Das Bekanntwerden der Sex-Party, die sich bereits im Juni 2007 ereignet hat, führte bei Ergo bereits zu diversen Konsequenzen: Eine Imagekampagne (Motto: "Wir sind ganz anders") wurde zurückgefahren, eine Monaco-Reise für Top-Vertreter abgesagt. Zudem droht Ergo mit Jürgen Klopp einen prominenten Werbepartner zu verlieren. Der Dortmunder Fußballtrainer ließ mitteilen, dass die Sex-Party "aufs Schärfste zu verurteilen" sei und er seinen Vertrag mit Ergo bis auf weiteres ruhen lasse.

mbe

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