Geplatzter Zusammenschluss: Hamburg Süd sieht noch Chancen auf Fusion mit Hapag-Lloyd

Hamburger Hafen: Container der Reedereien Hamburg Süd und Hapag-Lloyd Zur Großansicht
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Hamburger Hafen: Container der Reedereien Hamburg Süd und Hapag-Lloyd

Die Verhandlungspartner lassen eine Hintertür offen: Die Projektarbeiten an der Fusion zwischen den Reedereien Hamburg Süd und Hapag-Lloyd seien lediglich "vorerst" eingestellt. Ein Zusammenschluss der Konzerne könnte für beide Unternehmen von Vorteil sein.

Hamburg - Das Projekt ist geplatzt. Doch auch nach der gescheiterten Fusion der beiden größten deutschen Reedereien steht Hamburg Süd Gesprächen mit dem Konkurrenten Hapag-Lloyd nach wie vor offen gegenüber.

"Der Beirat und die Geschäftsführung von Hamburg Süd sind weiterhin davon überzeugt, dass der Zusammenschluss von Hapag-Lloyd und Hamburg Süd für beide Unternehmen (...) von außerordentlich großem Nutzen wäre", erklärte das Unternehmen am Montag. Auch befürworteten die Eigentümer von Hamburg Süd "nach Vorliegen bestimmter Voraussetzungen einen Börsengang der fusionierten neuen Gesellschaft durchaus".

Die Eigner von Hapag-Lloyd, die Beteiligungsgesellschaft "Albert Ballin" und der Tui-Konzern, hatten am Sonntagabend mitgeteilt, dass die Projektarbeiten an der Fusion eingestellt worden seien. Beide Unternehmen hatten seit Mitte Dezember über eine Fusion verhandelt. Eine Hintertür ließen sich die Verhandlungspartner dennoch offen: Die Projektarbeiten seien lediglich "vorerst" eingestellt, hieß es in der Mitteilung des Konsortiums.

Nummer sechs und Nummer zwölf wären gemeinsam Nummer vier

Die Fusion der beiden größten deutschen Reedereien zu einem globalen Schifffahrtsriesen scheiterte vor allem am Kampf der Großaktionäre um die Macht. Der Bielefelder Nahrungsmittelkonzern Oetker, dem Hamburg Süd gehört, habe bereits in der vergangenen Woche die Reißleine gezogen, sagten mehrere Insider am Montag.

Hapag-Lloyd als die Nummer sechs und Hamburg Süd als die Nummer zwölf unter den weltweit größten Container-Reedereien wären gemeinsam zur Nummer vier in der unter Überkapazitäten leidenden Branche aufgestiegen: mit mehr als 250 Schiffen, 11.000 Beschäftigten und einem Umsatz von über zehn Milliarden Euro. Weltmarktführer ist die dänische Maersk, gefolgt von Mediterranean Shipping (MSC) und CMA CGM.

Hamburg Süd und Hapag-Lloyd hatten sich Insidern zufolge mindestens eine halbe Milliarde Euro Einsparungen vorgenommen - ein großer Beitrag zur Bewältigung der vier Jahre schwelenden Branchenkrise. Zusammen hätten sie womöglich höhere Frachtraten durchsetzen können.

"Da gibt es erstmal nur Verlierer", sagte ein Insider aus dem Investoren-Konsortium. Allein die größere Hapag-Lloyd hatte 2012 einen Verlust von 128 Millionen Euro verzeichnet, Hamburg Süd legt keine Geschäftszahlen vor. Alle Reedereien leiden - in unterschiedlichem Maße - unter der globalen Konjunkturschwäche, den gewaltigen Überkapazitäten und den gestiegenen Treibstoffkosten. Banken schreiben einen immer größeren Teil ihrer Schiffskredite ab.

bos/dpa/Reuters

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