Umstrittenes Bauprojekt Altona Verlegung von Bahnhof in Hamburg verzögert sich mindestens um zwei Jahre

Hamburgs Großprojekte stehen unter keinem guten Stern: Nach der Elbphilharmonie wird auch die Fertigstellung des Fernbahnhofs in Altona weit länger dauern, das Ganze verzögert sich bis mindestens 2025.

Visualisierung zeigt den geplanten Bahnhof Altona am Diebsteich in Hamburg
DPA

Visualisierung zeigt den geplanten Bahnhof Altona am Diebsteich in Hamburg


Die Verlegung des Fernbahnhofs in Hamburg-Altona gilt schon lange als umstritten. Nun teilten die Bahn, die Hamburger Landesregierung und der ebenfalls beteiligte Bauträger ProHa Altona in einer gemeinsamen Stellungnahme mit, dass sich die Verlegung des Bahnhofs bis mindestens Ende 2025 verzögern wird. Zuvor waren die Bauarbeiten bereits gestoppt worden.

"Die DB AG geht davon aus, dass diese Verzögerung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weniger als zwei Jahre betragen wird", hieß es darin. Wie lange sich die Verlegung des Bahnhofs am Ende verzögere, hänge vom Verlauf des Rechtsstreits ab. Ursprünglich sollten die Bauarbeiten für das Großprojekt im Herbst 2018 beginnen und der neue Bahnhof Ende 2023 den Betrieb aufnehmen.

Die Bahn will mit Unterstützung der Stadt den alten Fernbahnhof Hamburg-Altona um etwa zwei Kilometer nach Norden an eine dort gelegene Eisenbahntrasse verlegen. Dort gibt es bereits einen S-Bahnhof. Dabei sollen auch zwei Hochhäuser und weitere Gebäude entstehen. Der bisherige Bahnhof erfüllt laut Bahn nicht mehr die Anforderungen, die Stadt will freiwerdende Flächen für Wohnungen nutzen.

"Wir hoffen auf eine schnelle gerichtliche Klärung"

Die Beteiligten bekannten sich zugleich zu einer Fortführung des großangelegten Infrastrukturprojekts. Die Bahn arbeite "intensiv" daran, die vom Gericht bemängelten Planungspunkte nachzubessern.

Gegen das umstrittene Großbauprojekt klagt unter anderem der Verkehrsclub Deutschland. Das Oberverwaltungsgericht der Hansestadt hatte diesem vor einem Monat in einem Eilverfahren recht gegeben und Mängel in dem Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahnbundesamts erkannt, auf dem das Vorhaben rechtlich basiert. Demnach sieht der Beschluss keinen Ersatz für die im alten Bahnhof vorhandene Beladestation für Autoreisezüge vor.

Daher stoppten die Richter sämtliche Arbeiten, bis die Frage der Rechtmäßigkeit im sogenannten Hauptsacheverfahren geklärt wird. Nach Angaben von Bahn, Stadt und ProHa Altona dürfte dieses voraussichtlich 2019 beginnen. "Wir hoffen auf eine schnelle gerichtliche Klärung", betonte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).

bam/AFP



insgesamt 19 Beiträge
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H.Bothur 21.09.2018
1. Blödsinniges Projekt
Ich verstehe den ganzen Sinn dahinter immer noch nicht - es sei denn es geht nur darum teures Bauland für Luxuswohnungen zu bekommen: Nach allem was ich weiß ist der Bahnhof - zu klein dimensioniert - wird schlecht angebunden sein - weitab vom Zentrum Altonas entfernt sein Eigentlich sollte man das Projekt aufgeben und sich lieber überlegen wie man den Bhf Altona effektiver machen kann.
Koana 21.09.2018
2. Was für die Mehrheit Blödsinn ist.....
…. ist für eine kleine Gruppe ein lukrativer Deal! Blöd ist die Mehrheit, die sich das seit jeher bieten lässt. Solche Projekte sind eine Parabel auf das System generell.
RalfBukowski 21.09.2018
3. Nur zwei Jahre mehr?
Also, da muss ich ja jetzt schon lachen. Das Ding wird sich um mindestens 5 Jahre verzögern und dann zu klein sein. Es wird umständlich sein, dorthin zu kommen und es wird mindestens das Fünffache kosten. Nichtsdestotrotz wird es von der Politik wieder alles schön geredet werden, so wie bei diesem gräßlichen Bunker an der Elbe. Na, Hauptsache, da haben ein paar Leute ordentlich abgesahnt.
quark2@mailinator.com 21.09.2018
4.
Man kann in diesem Land scheinbar überhaupt nichts auch nur einigermaßen effizient voran bringen, weder Infrastruktur wie Bahn oder Stromleitungen, noch Organisationen wie Bildung oder Gesundheitswesen. Immer mehr Verwaltung legt sich gegenseitig lahm, immer weniger Leute sind tatsächlich produktiv tätig. Ich frage mich, wie wir uns im internationalen Wettbewerb auf längere Sicht halten wollen.
MannAusmNorden 21.09.2018
5. Was habt Ihr eigentlich gegen Verbesserungen?
Eines, das ich nicht verstehe, ist warum so viele Menschen gegen diesen Bahnhof sind. Vor allem diskutieren da immer viele Leute mit rum, die davon nur begrenzt berührt werden. Ich bin über 3 Jahre hinweg regelmäßig über Altona gefahren. Der Bahnhof ist, im Vergleich zu Dammtor und Hauptbahnhof, ein Graus! Extrem lange wege von Bus und S-Bahn zu den Fernbahngleisen (8 Minuten wenn man normal schnell geht!). Ein (mitlerweile renovierter) "Keller", der gerade Abends nicht sehr einladend ist. Zudem die lange, dreckige Brachfläche im Gleis-Vorfeld. Die uralten Gleise die da rumgammeln. Das sind schon ein paar Hektar Land dort die genutzt werden können. Ein neuer Bahnhof würde nicht nur Umsteigemöglichkeiten wie in Dammtor schaffen. Er würde auch Reisezeiten von/nach Kiel verkürzen (man rumpelt fast 4 Minuten über das Vorfeld!). Die S-Bahn-Station bleibt da natürlich. Und in Alt-Altona natürlich auch. Es gibt also viele gute Gründe für den Umbau. Und nur so nebenbei: Die Wohnungen, die dort schon gebaut wurden (wo früher Lokschuppen standen), sind nicht extrem überteuert für eine Wohnung in der Innenstadt! Im Vergleich zum Plattenbau oder der kleinen Bude auf dem Land natürlich teuer, aber dafür wohnt man mitten in der Stadt.
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