Preisverfall beim Schweinefleisch Bauernverband warnt vor Folgen von Handelskrieg

Erst ging es im Handelsstreit zwischen China und den USA um Stahl und Industrieprodukte - doch der Bauernverband befürchtet, auch die deutsche Landwirtschaft könnte in Mitleidenschaft gezogen werden.

Schweinehälften in einem Schlachthof in Mannheim (Archiv)
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Schweinehälften in einem Schlachthof in Mannheim (Archiv)


Der Deutsche Bauernverband befürchtet Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und China auch für deutsche Landwirte. "Die Strafzölle Chinas haben bereits für Nervosität und Preisrückgänge an den internationalen Märkten für Schweinefleisch gesorgt", sagte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbands. "Eine weitere Eskalation des Handelsstreites könnte zu weiteren Verwerfungen an den Agrarmärkten führen."

Die Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hatte den Markt auch für andere Agrarprodukte deutlich unter Druck gesetzt. Besonders stark betroffen waren Sojabohnen, die Preise gingen zurück.

Krüsken fürchtet, die Landwirtschaft könnte in den Handelsstreit der USA mit China und der EU hineingezogen werden, bei dem es ursprünglich um Industriegüter ging. Bei Agrarprodukten habe die US-Handelsbilanz aber anders als in der gesamten Bilanz keine Ungleichgewichte.

Bauern hoffen auf EU

Präsident Donald Trump hatte mehrfach das riesige US-Handelsdefizit kritisiert, das im Februar auf den höchsten Stand seit 2008 stieg. Dieses gehe zulasten heimischer Jobs. Die Vereinigten Staaten importieren seit Längerem wesentlich mehr Waren, als sie exportieren. Dadurch fließt mehr Geld aus dem Inland ins Ausland als umgekehrt.

Der Bauernverband hofft, dass die EU-Kommission mit den USA zu einer Einigung kommt, sagte Krüsken. Die USA hatten die EU bis Mai vorübergehend von Zöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China war zuvor offen ausgebrochen. Die USA wollen mit Zöllen Produkte der chinesischen Hochtechnologie-Industrien ins Visier nehmen. China zielt mit Vergeltungsmaßnahmen neben der Auto-, Chemie- und Flugzeugindustrie auch auf US-Agrarprodukte wie Sojabohnen, Mais, Weizen und Baumwolle.

beb/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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fatherted98 06.04.2018
1. Dann hat...
...Trump doch Recht...es wird viel zu viel produziert und exportiert. Würde man weniger Schweine produzieren, könnte man die Bedingungen für das einzelne Tier auch verbessern....ohne Preiserhöhungen. Im übrigen...Rindfleisch aus den USA wird mit einem Zoll von 69% bei der Einfuhr belastet....das Rundfleisch (übrigens weitgehend aus Weidehaltung) wäre also ohne diese Zölle der EU spotbillig in Deutschland....was natürlich unseren hochsubventionierten Landwirten wiederum stinken würde....erst mal vor der eigenen Tür kehren bevor man andere kritisiert...aber das will im Fall Trump ja keiner hören.
ayee 06.04.2018
2. Massentierhaltung fördern?
Lächerlich. Niemand trauert Wirtschaft und Arbeitsplätzen in der Massentierhaltung hinterher. Und bitte jetzt nicht wieder die romantischen Bauerngeschichten rausholen. Ja, mag es geben. Fakt ist, die Masse kommt aus der Massentierhaltung. Deshalb heißt die ja so. Und die Zustände in dieser Industrie sind nichts anderes als katastrophal.
golgor 06.04.2018
3. Mehr Fleisch für Europa
Irgendwie müssen die USA ihre Fleischüberproduktion loswerden, wahrscheinlich wird Europa und vor allem Deutschland mit Billigfleisch überflutet. Aber dem großteil der Verbraucher wird das egal sein. Wer kann schon neun sagen wenn Schweinehackfleisch das Kilo nur noch eine nen 1 euro oder weniger Kostet;).... würg.
The Restless 06.04.2018
4. Man kann nur hoffen,
dass dieser widerliche Handel von Massenfleisch ein Ende findet. Wir produzieren tausende von Tonnen, verschiffen sie, und belasten unser Grundwasser mit der Gülle. Jedes Land sollte nur noch für den Eigenbedarf produzieren, mit hochwertigen, gesunden Tieren, die ohne Medikamente aufwachsen. Statt jeden Tag Billigfleisch in der Kantine nur noch einmal pro Woche den Sonntagsbraten. Damit wäre allen geholfen: Unserer Gesundheit, der Umwelt, den Tieren, und den Beschäftigten: Die ökologischen Betriebe benötigen mehr Arbeitskräfte als die riesigen Fabriken. OK, fast allen wäre geholfen: Ausnahmen sind eine Hand voll Milliardäre und die Politiker, die von diesen geschmiert werden.
helmut.alt 06.04.2018
5. Der Import von Erdöl war früher ein großer Negativposten
für die US Handelsbilanz, fällt dank Fracking aber jetzt weg. Trotzdem wird die negative Handelsbilanz in den USA zusehends größer. Ich kann mir dies nur mit dem lapidaren Satz erklären: die USA leben über ihre Verhältnisse und auf Pump.
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