Wegen Handelsstreit Asiatische Börsen rutschen ab

Trumps Zölle auf Waren aus China und der EU dürfte der Weltwirtschaft einen herben Dämpfer verpassen. Die Aktienkurse an den Weltbörsen sinken deshalb deutlich.

Börsenhändler in Shanghai
AP

Börsenhändler in Shanghai


Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der US-amerikanischen Strafzölle hat an diesem Montag die asiatischen Märkte stark belastet. Der CSI-300-Index, der die 300 wichtigsten Werte Chinas umfasst, schloss am Montag knapp drei Prozent im Minus. Im Juni hatte der Index bereits um mehr als sieben Prozent nachgegeben. Im bisherigen Jahresverlauf steht damit ein Minus von mehr als 15 Prozent zu Buche. Auch der japanische Leitindex Nikkei 225 sank zum Wochenstart um mehr als zwei Prozent.

Denn der Zollstreit mit den USA könnte bei den chinesischen Unternehmen Spuren hinterlassen. Die Stimmung in Chinas Industriekonzernen verschlechterte sich vor der Einführung von US-Strafzöllen auf zahlreiche chinesische Produkte. Im Juni gingen die beiden wichtigsten Frühindikatoren für die Entwicklung der Industrieproduktion zurück. Damit deutet sich eine weitere Abschwächung des Wachstumstempos der zweitgrößten Volkswirtschaft an.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie sowie der Stimmungsindikator des Wirtschaftsmagazins "Caixin", der sich auf kleine, mittlere und private Industrieunternehmen konzentriert, hielten sich nur knapp über der Schwelle von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert.

Der weltweite Handelsstreit eskalierte unterdessen weiter. US-Präsident Donald Trump richtete am Sonntag scharfe Vorwürfe gegen die EU. Zudem kritisierte er die Welthandelsorganisation.

Ab 6. Juli wollen die USA Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar erheben. Weitere Abgaben sollen folgen. Insgesamt will Trump chinesische Waren mit einem Wert von 50 Milliarden Dollar mit Zöllen belegen. China plant im Gegenzug Zölle auf US-Waren.

Auch mit Europa führt Trump einen Handelsstreit, in dem er ebenfalls auf Strafzölle setzt. Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa. Damit will Trump Arbeitsplätze im eigenen Land sichern. Die EU reagierte darauf mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Trump droht zudem mit Zöllen auch auf europäische Autos, die vor allem Hersteller aus Deutschland treffen würden.

Vor diesem Hintergrund startete auch der europäische Aktienmarkt schwach in die Woche. Der deutsche Leitindex Dax und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fielen um mehr als ein Prozent. Gerade die deutsche Wirtschaft ist stark abhängig von der Autoindustrie, die derzeit von Trump bedroht wird.

hej/dpa-AFX



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
uezegei 03.07.2018
1. ist doch klasse
Die Konjunktur ist so oder so überhitzt, der Fachkräftemangel allerorten spricht Bände. Da kann man sich nun bald wieder einer vernünftigen Arbeitsmarktpolitik widmen und die Arbeitsunwilligen umschulen, fördern und fordern, damit Hartz IV endlich auch einmal konsequent umgesetzt wird. Viele AfDler hätten dann tagsüber keine Zeit mehr, ihre "Wut" auszulassen und könnten statt dessen etwas Sinnvolles anfangen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.