Handelsstreit: China untersucht Chemie-Importe aus Europa

Neue Runde im Handelsstreit zwischen China und der Europäischen Union: Nachdem die EU über Strafzölle für chinesische Solarzellen berät, ermittelt das Handelsministerium in Peking nun wegen Dumping bei Chemie-Importen aus Europa.

Hafen von Shanghai (Archivbild): EU-Kommissar Oettinger warnte vor Handelskrieg Zur Großansicht
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Hafen von Shanghai (Archivbild): EU-Kommissar Oettinger warnte vor Handelskrieg

Peking - Chinas Handelsministerium hat ein Anti-Dumping-Verfahren gegen spezielle Chemie-Importe aus der EU und den USA eröffnet. Die Einfuhr des Lösungsmittels Tetrachlorethen werde untersucht, kündigte das Ministerium in einer knappen Mitteilung am Freitag auf seiner Website an. Die Ankündigung kommt mitten im Streit zwischen der EU-Kommission und Peking um mögliche Strafzölle gegen Solarprodukte aus China.

Brüssel muss bis zum 5. Juni über vorläufige Strafzölle entscheiden. Dafür sprechen sich Teile der europäischen Solarindustrie aus. Diese Firmen werfen den Chinesen vor, ihre Produkte unter Marktwert zu verkaufen und so die Europäer zu übervorteilen. Eine Allianz europäischer Unternehmen brachte den Fall in Brüssel ins Rollen.

Obwohl offenbar eine Mehrheit der EU-Staaten dagegen ist, hält EU-Handelskommissar Karel De Gucht an den Plänen fest. EU-Kommissar Günther Oettinger warnte vor einem Handelskrieg mit der Volksrepublik. Dies würde die erneuerbaren Energien in Europa verteuern und die guten Handelsbeziehungen mit China gefährden, zitiert Focus Online den Energiekommissar. Oettinger teilt demnach die Hoffnung nicht, dass die Sanktionen den deutschen Solarunternehmen helfen könnten.

China hatte seinerseits kürzlich eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen von Stahlrohren aus Europa eröffnet.

ore/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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1. yoooh
geotie 01.06.2013
Unterm Strich werden die Zölle nicht notwendig sein, die heimlichen Zuwendungen an die Firmen werden wegfallen, dafür wird die Waren einen gerechten Preis erhalten; mit anderen Worten, keine Seite hat mehr oder weniger bekommen, es bleibt wie es ist. Vorteil, keine Mauscheleien!
2. Diese Schlitzohren
syssifus 01.06.2013
Zitat von sysopDPANeue Runde im Handelsstreit zwischen China und der Europäischen Union: Nachdem die EU über Strafzölle für chinesische Solarzellen berät, ermittelt das Handelsministerium in Peking nun wegen Dumping bei Chemie-Importen aus Europa. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/handelsstreit-china-untersucht-chemie-importe-aus-der-eu-a-903251.html
Frei nach der Devise : "Wie Du mir,so ich Dir " Schuld sind unsere unvermögenden Politiker,die nicht einmal ahnen können,wie flexibel das Land hinter der "Großen Mauer" ist.Wenn ich die nötige Technologie verramsche und anschließend mit der Gießkanne subventioniere,kommt eben sowas von sowas.
3. Ganz toll...
danido 01.06.2013
...und herzlichen Dank an die Befürworter der Solar-Zölle. Nun haben wir den Salat und ´nen dufte Handelskrieg mit Asien. Danke liebe Öko-Lobby!
4. Es steht ziemlich außer Frage....
joG 01.06.2013
....dass China Solaranlagen sehr viel billiger verkauft als Europa. Vermutlich ist es auch tatsächlich ein Fall versteckter Subventionen um eine Periode globaler Überproduktion durchzuhalten. Es ist ziemlich sicher also Dumping. Dass die Europäer Ähnliches tun, wenn auch etwas versteckter und schwerer zu erkennen, wissen wir aber auch. Deutschland hat über Jahrzehnte seinen Finanzsektor subventioniert und/oder geschützt, Stahl ist auch ein Beispiel. Sollte man die Chinesen dumpen lassen? Nun, es ist illegal. Sollte man zulassen, dass Leute Kriminelles Tun? Das tut man in Deutschland laufend. Es ist nicht gut. Es sollte so nicht sein. Und in diesem Fall ist es ein Konkurrent. Was will man tun?
5. Wie man in den Wald rein ruft, so schalt es heraus ...
exkoelner 01.06.2013
Die ganze Finanzkrise war schon ein Handelskrieg - die tripple A geratete US-Staatsanleihe ist völlig überbewertet, und die B- geratete Griechenlandanleihe vielleicht unterbewertet - es ist ein albernes Spiel des dahin siechenden Kapitalismus. Was denn jetzt? No Staat at all, oder den Markt regulieren um die sozialen und ökonomischen Errungenschaften zu bewahren und auszubauen? Man sollte sich in den Lobby-Regierungen malentscheiden, was man dem geneigten Bürger diesmal für eine Begründung liefert - entweder haben wir einen freien Markt, und auf dem gewinnt eben der Stärkere, uralte Erkenntnis, war immer so - oder man reguliert, und dann sollte man mal langsam offen darüber diskutieren mit welchen Zielen man regulieren will und wo das hinführen soll?
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