Reaktionen auf Trumps Strafzölle Dax fällt deutlich, Goldpreis steigt

Die wachsende Furcht vor einem weltweiten Handelskrieg drückt den Dax unter die Marke von 12.000 Punkten. Der Goldpreis dagegen legt deutlich zu.

Börse in Frankfurt (Archivbild)
AFP

Börse in Frankfurt (Archivbild)


Weil die USA die Volksrepublik China mit milliardenschweren Strafzöllen belegt haben, sind Anleger auf der ganzen Welt nervös. Der deutsche Leitindex Dax Chart zeigen gab zum Börsenauftakt deutlich nach und fiel zeitweise unter die Marke von 12.000 Punkten. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Chart zeigen verlor rund ein Prozent an Wert.

Zuvor hatten bereits die Börsen in den USA und in Asien deutlich im Minus geschlossen. Der US-Leitindex Dow Jones Chart zeigen sackte um fast drei Prozent ab. Der japanische Nikkei Chart zeigen sank gar um 4,5 Prozent. Der chinesische CSI 300 fiel um annähernd 4 Prozent. Auf den Verkaufslisten standen vor allem solche Unternehmen, die besonders vom chinesischen Markt abhängig sind.

Der Goldpreis indes steigt kräftig. Am Freitagmorgen wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei rund 1343 Dollar gehandelt. Das ist etwa ein Prozent mehr als am Vortag und der höchste Goldpreis seit mehr als vier Wochen.

Als Reaktion auf milliardenschwere Strafzölle der USA will China mit Handelsstrafen gegen Washington antworten. Geplant sind Zölle im Umfang von drei Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium in Peking mitteilte. Auf US-Schweinefleisch soll demnach ein Einfuhrzoll in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Für Stahlrohre, Früchte und Wein sind Zölle in Höhe von 15 Prozent vorgesehen.

Die EU soll hingegen vorläufig von den geplanten US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen bleiben. Bis zum 1. Mai 2018 seien für die EU-Mitgliedstaaten und Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Mexiko und Südkorea die Strafzölle auf Importe von Stahl und Aluminium ausgesetzt, teilte das Weiße Haus mit.

Kanzlerin Angela Merkel gab am frühen Freitagmorgen auf dem EU-Gipfel in Brüssel dennoch keine Entwarnung: "Wir können heute früh noch nicht abschließend sagen, wie die Entscheidungen wirklich gelaufen sind", sagte sie über den Zollstreit mit den USA. Man müsse abwarten, wie sich die Regierung in Washington festlege.

Videoanalyse: "China droht, Trump die Zähne auszuschlagen"

SPIEGEL ONLINE

ssu/dpa/Reuters



insgesamt 12 Beiträge
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Europa! 23.03.2018
1. Ein großes Investitionsprogramm
Sieht so aus, als müssten China und Europa ihr Aluminium und ihren Stahl in eigene Projekte stecken. Zum Beispiel, um sich selbst zu verteidigen. Allerdings darf man die Panzer und Flugzeuge dann nicht anschließend in die Türkei oder nach Saudi-Arabien schicken.
darthmax 23.03.2018
2. (Straf)zölle
sollen die inländische Produktion schützen oder ein Produkt so verteuern, dass es für den Verbraucher unerschwinglich wird. Dies wird in der EU genauso gehandhabt und zusätzlich über Normen und Verordnungen geregelt. Zusätzlich werden in den einzelnen Staaten unterschiedliche MWST für Produkte erhoben. Nicht einmal da gibt es europäische Gemeinsamkeit. Wenn nun unsere Politiker wie aufgeregte Hühner herumrennen scheint also etwas in Bewegung gekommen zu sein, sowohl in Nordkorea als in den Handelsbeziehungen. Da rächt sich, dass die EU kein Ttip wollte.
mhwse 23.03.2018
3. der Herr Trump kann noch nicht mal den Einfluss von CO2 auf das Klima
abschätzen - jetzt wagt er sich ohne Übergang, an noch wesentlich komplexere Dinge wie den Aktienmarkt .. entweder ist er ein verkanntes (Mathematik) Genie - könnte er gleich auch, quasi im Vorbeigehen, die Probleme beim Abschätzen der Rechenergebnisse von Quantenalgorithmen lösen - oder er reitet uns, ohne es selbst überhaupt zu verstehen, in Grund und Boden ..
mhwse 23.03.2018
4. die USt
Zitat von darthmaxsollen die inländische Produktion schützen oder ein Produkt so verteuern, dass es für den Verbraucher unerschwinglich wird. Dies wird in der EU genauso gehandhabt und zusätzlich über Normen und Verordnungen geregelt. Zusätzlich werden in den einzelnen Staaten unterschiedliche MWST für Produkte erhoben. Nicht einmal da gibt es europäische Gemeinsamkeit. Wenn nun unsere Politiker wie aufgeregte Hühner herumrennen scheint also etwas in Bewegung gekommen zu sein, sowohl in Nordkorea als in den Handelsbeziehungen. Da rächt sich, dass die EU kein Ttip wollte.
regelt auch in den USA jeder Bundesstaat für sich - ebenso die Sozialleistungen (Bildung und Schulen ..), etc. Dass wir uns alle wünschen unsere Märkte, von den andern zu trennen - auch klar. Zu bedenken ist aber, dass die meisten (US) Amerikaner weder Fahrrad fahren (auch gar keines besitzen ..) - noch Gartenzäune haben .. dabei ist dann zu beachten, dass plötzlich auftauchende Fahrräder, bzw. Grenzen und Zäune zu ungeplanten Auswirkungen führen können .. denn das Endprodukt des Einen ist der Rohstoff des Anderen - und wenn man da willkürlich bremst - bzw. eben nicht ..
Teile1977 23.03.2018
5. Zölle
Zitat von darthmaxsollen die inländische Produktion schützen oder ein Produkt so verteuern, dass es für den Verbraucher unerschwinglich wird. Dies wird in der EU genauso gehandhabt und zusätzlich über Normen und Verordnungen geregelt. Zusätzlich werden in den einzelnen Staaten unterschiedliche MWST für Produkte erhoben. Nicht einmal da gibt es europäische Gemeinsamkeit. Wenn nun unsere Politiker wie aufgeregte Hühner herumrennen scheint also etwas in Bewegung gekommen zu sein, sowohl in Nordkorea als in den Handelsbeziehungen. Da rächt sich, dass die EU kein Ttip wollte.
In den USA werden gar nicht so viele Stähle hergestellt wie benötigt werden. also werden vor allem die verarbeiteten Endprodukte deutlich teurer, was dem US Kunden schmerzen dürfte. Wenn er dann weniger kauft gehen die Jobs in der Metallverarbeitenden Industrie den Bach runter. Was bedeuten unsere Normen und Verordnungen für Handelshemmnisse? Das keine Schadstoffe über eine definierte Grenze beinhaltet sein dürfen? Oder das sie definierte Belastungen aushalten müssen? das sie für den Kunden nicht gefährlich, oder Umweltschädlich sein dürfen?? Im übrigen hat Trump TTIP gekündigt. Der Vertrag hatte mehr als zwei Seiten und war für Trump somit zu kompliziert. Genfood und Clorhünchen wollen wir übrigens immer noch nicht, aber die Zölle hätten schon längst abgebaut sein können.
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