Handelsstreit EU plant Vergeltung gegen mögliche US-Autozölle

Die EU wappnet sich gegen die von US-Präsident Trump angekündigten Strafzölle auf Autos. Zudem soll eine Reise nach Washington die Situation deeskalieren.

Neufahrzeuge in Bremerhaven
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Neufahrzeuge in Bremerhaven


Die Europäische Union bereitet Vergeltungsschritte vor gegen die von US-Präsident Donald Trump geplanten höheren Zölle auf europäische Autos. Das sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström in Brüssel.

Sie warnte Trump erneut vor der Verhängung von Strafzöllen auf europäische Autos. Ein solcher Schritt wäre "katastrophal", sagte Malmström . Die EU sei "ernsthaft besorgt" über die Pläne der US-Behörden. Sie seien "weder erwünscht noch gerechtfertigt". Malmström bezeichnete ihre mögliche Einführung als "illegalen Schritt", der den Druck auf die EU in laufenden Verhandlungen erhöhen solle.

Malmström bestätigte, dass die EU-Kommission zusammen mit den Mitgliedstaaten eine Liste mit möglichen Vergeltungszöllen gegen die USA erstellt. "Dies haben wir gegenüber unseren amerikanischen Partnern klar gemacht", sagte sie.

Die EU hat als Reaktion auf US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der EU bereits Gegenzölle im Wert von 2,8 Milliarden Euro auf US-Waren verhängt. Davon betroffen sind Produkte wie Whiskey, Orangensaft, Jeans und Motorräder.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker soll in der kommenden Woche nach Washington reisen, um die Situation zu entspannen. Juncker will bei Gesprächen mit Trump am 25. Juli zudem ausloten, ob es ein Forum für Handelsgespräche gebe. Der Verzicht der EU auf Zölle auf US-Autos könne nach Malmströms Worten nur Teil eines größeren Handelsabkommens sein.

ire/Reuters



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mainzelmann62 19.07.2018
1. US Autos..
... ob da höhere Zölle nun draufkommen oder nicht, das wird an den Verkaufszahlen dieser Kisten wenig ändern. US Autos, (mit Ausnahmen ) sind für nur für Amerikaner attraktiv. Ein US Auto kann man höchstens gebraucht kaufen, denn dann sind sie billig
ROBIN7 19.07.2018
2. Eine Frage.
Und wer soll den protzigen US-Schrott mit der Technik von vorvorgestern bei uns denn fahren ? Mit Verlaub: so ein Ding fahr ich noch nicht mal geschenkt ...
spindizzy 19.07.2018
3. Autozölle der EU reichen nicht
Zitat von mainzelmann62... ob da höhere Zölle nun draufkommen oder nicht, das wird an den Verkaufszahlen dieser Kisten wenig ändern. US Autos, (mit Ausnahmen ) sind für nur für Amerikaner attraktiv. Ein US Auto kann man höchstens gebraucht kaufen, denn dann sind sie billig
sie haben zwar vollkommen Recht mit den schlechten Absatzchancen von US-Autos in Europa, aber die EU wird sicherlich vor allem wieder in andere Bereiche vorstossen, die für die USA unangenehmer sind. Ähnlich wie China kann die EU irgendwann in der reinen Zollerhöhungs-Spirale mit den USA nicht mehr drauflegen. Daher muss sie sich frühzeitig einen asymmetrischen Angriffspunkt suchen, der den USA weh tut. Zielbereiche könnten US-Finanzdienste, IT-Unternehmen oder Cashflows sein. In Kanada wird bereits darüber diskutiert, ob man die US-Pharmapatente nicht wie in der Zeit vor NAFTA unwirksam machen soll und die nachgemachten Medikamente dann weltweit billig verkauft... Das tut dann richtig weh.
mostly_harmless 19.07.2018
4.
Zitat von spindizzysie haben zwar vollkommen Recht mit den schlechten Absatzchancen von US-Autos in Europa, aber die EU wird sicherlich vor allem wieder in andere Bereiche vorstossen, die für die USA unangenehmer sind. Ähnlich wie China kann die EU irgendwann in der reinen Zollerhöhungs-Spirale mit den USA nicht mehr drauflegen. Daher muss sie sich frühzeitig einen asymmetrischen Angriffspunkt suchen, der den USA weh tut. Zielbereiche könnten US-Finanzdienste, IT-Unternehmen oder Cashflows sein. In Kanada wird bereits darüber diskutiert, ob man die US-Pharmapatente nicht wie in der Zeit vor NAFTA unwirksam machen soll und die nachgemachten Medikamente dann weltweit billig verkauft... Das tut dann richtig weh.
Allein die Drohung, die IT-Firmen der USA müssten in der EU die gleichen Steuern zahlen wie jedes andere Unternehmen auch, dürfte den USA mächtig Beine machen. Alternativ könnte man den kompletten Umstieg aller Ämter und Behörden auf Linux diskutieren. Ne schöne Idee wäre auch die Ankündigung einer Konferenz aller Länder, mit denen Trump einen Handelskrieg führen will zwecks Koordinierung der Maßnahmen Also: Da gibts mehr als genug Hebel.
-su- 19.07.2018
5.
Die EU hat ja nun Strafzölle gegen Stahl und Aluminium Produzenten eingeführt. Diese Strafzölle richten sich aber nicht gegen die USA sondern an alle anderen Stahl und Aluminium Produzenten. So viel zum Freihandel.
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