Trumps Strafzoll-Ankündigung Dow Jones fällt um mehr als 700 Punkte

Der verschärfte Handelsstreit der USA mit China macht sich auch an der New Yorker Börse bemerkbar: Der Dow Jones sackte um 2,93 Prozent ab. Auch Facebooks Datenskandal belastet den Wertpapierhandel weiterhin.

Händler an der Wall Street
AP

Händler an der Wall Street


Die Angst vor einer Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China hat die US-Aktienmärkte am Donnerstag unter massiven Druck gesetzt. US-Präsident Donald Trump kündigte ein Strafmaßnahmen-Paket gegen die Volksrepublik von etwa 60 Milliarden US-Dollar an. Auch erneute Kursverluste bei Facebook haben die US-Aktienbörsen belastet.

Der Dow Jones Industrial sackte im späten Handel noch mal merklich ab und stürzte erstmals seit sechs Wochen wieder unter die Marke von 24.000 Zählern. Letztlich verlor der US-Leitindex mehr als 700 Punkte und fiel damit um 2,93 Prozent auf 23.957,89 Punkte. Es war dies auch gleichzeitig der höchste Tagesverlust seit sechs Wochen.

Der breit gefasste S&P 500 sackte am Donnerstag um 2,52 Prozent auf 2643,69 Zähler ab. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 2,50 Prozent auf 6682,26 Punkte ein.

Verlierer waren vor allem Industrie- und Technologieunternehmen

Die Angst vor einem globalen Handelskrieg hing auch wie ein Damoklesschwert über den europäischen Börsen. Dax und EuroStoxx50 büßten am Donnerstag 1,7 beziehungsweise 1,6 Prozent auf 12.100 und 3348 Punkte ein.

Die Handelsspannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und China hatten sich verschärft: Am Donnerstag unterzeichnete Trump ein Dekret, das die Ausarbeitung von Zöllen und Maßnahmen vorsieht. Tarife auf etwa hundert chinesische Produkte sollen anvisiert sein. Trump hatte sie mit dem angeblichen Diebstahl geistigen Eigentums und unfairen Handelspraktiken begründet.

Vor allem Industrie- und Technologieunternehmen, die stark vom Außenhandel abhängig sind, mussten nach der Entscheidung einige der größten Verluste hinnehmen.

Datenskandal bei Facebook belastet auch andere IT-Unternehmen

Die Entschuldigung von Facebook-Chef Mark Zuckerberg nach dem Datenskandal um Cambridge Analytica hielt die Talfahrt des weltgrößten Onlinenetzwerks nicht auf: Die Aktien verloren 2,7 Prozent. Da sich in den USA wie auch Europa die Anzeichen mehren, dass auch Google, Twitter und Microsoft ihren Umgang mit Daten ändern müssen, verloren deren Titel bis zu 4,7 Prozent.

Investoren fürchten auch, dass sich die Zeiten des billigen Geldes bald dem Ende nähern. Die US-Notenbank Fed hob am Mittwoch ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt an und signalisierte für 2018 zwei weitere Erhöhungen. "Auch wenn die US-Notenbank versuchte, die Botschaft einer restriktiveren Geldpolitik gut zu verstecken und damit die Investoren in Watte zu packen, weht den Aktienmärkten jetzt definitiv ein härterer Wind seitens der Geldpolitik entgegen", sagte Marktanalyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

cop/dpa/Reuters/AP



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