Handy-Stress: Stille Nacht war einmal

Abschalten an den Feiertagen - für viele Menschen ist das heutzutage nur noch ein frommer Wunsch. Fast drei Viertel der Berufstätigen, die zwischen Weihnachten und Neujahr frei haben, beantworten dienstliche E-Mails oder Anrufe.

Ein Weihnachtsmann beim Telefonieren: Selbst noch unter dem Weihnachtbaum erreichbar Zur Großansicht
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Ein Weihnachtsmann beim Telefonieren: Selbst noch unter dem Weihnachtbaum erreichbar

Hamburg/Berlin - Eigentlich sollen es Tage der Ruhe und Entspannung sein: Doch ganz abschalten können die wenigsten Berufstätigen während ihres Urlaubs zwischen Weihnachten und Neujahr. Die meisten sind erreichbar. 71 Prozent der Mitarbeiter, die zwischen dem 24. Dezember und 1. Januar frei haben, antworten auf dienstliche Anrufe oder E-Mails. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des IT-Verbandes Bitkom.

Demnach sind 68 Prozent per Telefon, 43 Prozent per E-Mail erreichbar. Jüngere Berufstätige legen der Umfrage zufolge sehr viel größeren Wert auf ihre Freizeit: Rund die Hälfte der unter 30-Jährigen ist zwischen den Jahren für niemanden beruflich ansprechbar. Bei den über 30-Jährigen ist dagegen nur für ein Viertel der berufliche Einsatz ein absolutes No-Go.

Auch zwischen Männern und Frauen gibt es Unterschiede: Drei Viertel der weiblichen, aber lediglich zwei Drittel der männlichen Beschäftigten sind zwischen den Feiertagen beruflich erreichbar. Ein Fünftel aller Berufstätigen hat zwischen Weihnachten und Neujahr keinen Urlaub.

Beim Automobilkonzern Volkswagen Chart zeigen ist dagegen Schluss mit der totalen Erreichbarkeit. Dort hat der Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung durchgesetzt, laut der nach Feierabend die E-Mail-Funktion bei Firmen-Blackberrys künftig abgeschaltet wird. 30 Minuten nach Ende der Gleitzeit wird der Server-Betrieb eingestellt. 30 Minuten vor Beginn des nächsten Arbeitstags sind die Verbindungen wieder offen. Die Betriebsvereinbarung betrifft mehr als 1100 VW-Mitarbeiter, die ein Firmen-Blackberry besitzen und für die ein Tarifvertrag gilt.

heb/dpa/dapd

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insgesamt 31 Beiträge
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1.
DrWimmer 26.12.2011
Zitat von sysopAbschalten an den Feiertagen - für viele Menschen ist das heutzutage nur noch ein frommer Wunsch. Fast drei Viertel der Berufstätigen, die*zwischen Weihnachten und Neujahr frei haben, beantworten dienstliche E-Mails oder Anrufe. Handy-Stress: Stille Nacht war einmal - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805830,00.html)
Wenn ich Urlaub habe, habe ich Urlaub..... Urlaub dient meiner Erholung und dazu mich bei Kräften und Laune zu halten. Er stärkt mich für kommende Arbeitsaufgaben. Ich kann meine Akkus volltanken. Arbeitnehmer die das nicht tun, werden i.d.R. irgendwann längere Zeit ausfallen (Herzinfarkt, Burnout, Kur etc.). Arbeitgeber die das als Arbeitseifer missverstehen, denken nicht langfristig und nachhaltig (was sie oft auch wirklich nicht tun, sondern nur in irgendwelchen angeblich sozialen Unternehmens-Leitlinien vorgeben zu tun). Es wäre jedenfalls zum Schaden beider Seiten, wenn der Arbeitnehmer nie abschaltet. Letztendlich halte ich diese hohe Zahl der Erreichbaren aber für Quatsch. Wer kennt denn 3/4 an *wirklich* permanent für den Arbeitgeber erreichbaren Menschen? Nur weil dort meine Telefonnummer bekannt ist oder ich auf irgendeinem Urlaubsantrag eine Urlaubs-Adresse angegeben habe, bin ich ja noch nicht wirklich in "Rufbereitschaft". Ich vermute die Fragestellung der Umfrage war unpräzise oder die Teilnehmer hatten beim Ausfüllen ein Umfeld, in dem sie als besonders mustergültig gelten wollten. Der Wert erscheint, was wirklich durch dringende Arbeitgeber-Anrufe gestörte Urlaube von Arbeitnehmern angeht, unglaubwürdig hoch.
2. das uebliche Klischee ...
ralf001 26.12.2011
so ein Artikel macht sich immer gut, geht aber meiner Erfahrung nach an der Realitaet vorbei ... Viele Bekannte von mir sind in mittleren und hoeheren Positionen, haben ueber Weihnachten frei, muessen allerdings nicht erreichbar sein. Meiner Meinung nach bedienen solche Artikel nur das uebliche KLischee der ach so schlimmen Arbeitswelt ... Gruss, Ralf
3.
janne2109 26.12.2011
Drei Viertel der weiblichen, aber lediglich zwei Drittel der männlichen Beschäftigten sind zwischen den Feiertagen beruflich erreichbar. Das bestreite ich energisch! Die 3/4 der Damen haben das Handy an den Feiertagen und zwischen den Feiertagen nicht aus beruflichen Gründen an, sondern weil sie auf einen Anruf von irgendeinem Knilch warten. Selbst Frau, um mich Frauen und damit viele Handys in Hör- und Blicknähe, grrrrr
4. echt ?
kayoo 26.12.2011
Zitat von sysopAbschalten an den Feiertagen - für viele Menschen ist das heutzutage nur noch ein frommer Wunsch. Fast drei Viertel der Berufstätigen, die*zwischen Weihnachten und Neujahr frei haben, beantworten dienstliche E-Mails oder Anrufe. Handy-Stress: Stille Nacht war einmal - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,805830,00.html)
Selbst Schuld sag ich nur. Mein Chef genehmigt meinen Urlaub und auf die Nachfrage ob ich denn im Notfall ( ... was für ein Notfall!?! :) ... ) erreichbar wäre gibt es nur eine Antwort: "Nein, bin ich nicht und Emails rufe ich auch nicht ab. Mein Kollege Herr Blubdibla ist eingewiesen und meines Wissens in der Lage im Sinne der Firma Notfallprobleme zu lösen." Und wenn es doch jemand versucht mich in meinem Urlaub zu erreichen, dann landet der auf der Rufumleitung zur Firma und wird von der freundlichen Dame vom Empfang zu meinem Kollegen vermittelt oder nett und freundlich vom Anrufbeantworter auf die Geschäftszeiten hingewiesen. Selbst private Gespräche laufen im Urlaub ins Leere. Das Ding bleibt zu Hause. Ich will überhaupt nicht wissen ob Tante Ella gerade auf dem Olympiaturm steht und die Aussicht geniest. Ich bin zu Zeiten in das Berufsleben eingestiegen zu denen Mobiltelefone nur im C-Netz betrieben wurden und gefühlte 20 kg gewogen haben. Nur die seltsamsten Typen kamen damals auf die Idee so ein Teil durch die Stadt zu schleppen oder mit auf eine Party zu nehmen. Die wurden von mir schon damals mitleidig belächelt. Ich hab mein erstes Mobiltelefon mit dem man auch nur telefonieren konnte, nach 4 Jahren bekommen und das war immer noch so groß wie ein mittlerer Taschenrechner und hatte eine Antenne zum ausklappen. Was sich jedoch nicht geändert hat seit dieser Zeit ist die Geltungssucht der Menschen. Nur schleppen sie heute keine C-Netz Telefone durch die Gegend, sondern sind immer und überall an ihren "Wir sind die Borg" Blutooth Ohradaptern und neusten Smartphones mit den unmöglichsten Klingeltönen zu erkennen. Und ein geschäftliches Telefonat im Urlaub auf Malle, beim Frühstück lässt die Anwesenden im Frühstücksraum doch ehrfürchtig erstarren, bei so wichtigen Menschen in ihrer Nähe. Oder nicht ? :D
5. Low-Performer!
frank_w._abagnale 26.12.2011
Wo bitte ist denn das Problem, wenn man(n) im Urlaub oder an irgendwelchen Feiertagen (davon gibt es ohnehin zuviele in Deutschland) Emails checkt, telefoniert oder ein bißchen arbeitet? Wer sich über so etwas ernsthaft echauffiert, der ist wohl einer dieser Low-Performer, die wenig leisten aber viel fordern. Irgendwas stimmt doch nicht in diesem Land!
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