Vergleichsportal für Handy-Tarife Gericht untersagt "Check24" versteckte Werbung

Im Vergleichsportal "Check24" wurde eine Anzeige als "Tarif-Empfehlung" beworben - ohne dass sie als Werbung gekennzeichnet war. Dies hat ein Gericht jetzt untersagt.

Homepage von "Check24": Einstweilige Verfügung gegen versteckte Werbung
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Homepage von "Check24": Einstweilige Verfügung gegen versteckte Werbung


München - Der Vergleich von Handy-Tarifen sollte neutral sein. Doch das Portal "Check24" hat eine Werbung platziert und als "Tarif-Empfehlung" hervorgehoben, ohne das Angebot als Anzeige zu kennzeichnen. Diese Praxis hat das Landgericht München nun auf eine Klage der Verbraucherzentrale Bayern hin per einstweiliger Verfügung gestoppt.

Das Vergleichsportal dürfe einzelne Angebote nicht "als 'Tarif-Empfehlung' hervorheben, wenn es sich dabei um Werbung handelt und diese nicht als solche gekennzeichnet ist", schreibt die Verbraucherzentrale in einer Mitteilung über den Gerichtsentscheid. Das Vergleichsportal habe verschleiert, dass sich hinter den angeblichen "Tarif-Empfehlungen" Anzeigen verbargen. "Dieser Tarif entsprach in unserem Test weder dem konkreten Kundenwunsch, noch war es der günstigste Tarif für den Verbraucher", sagte eine Sprecherin der Verbraucherzentrale.

"Check24" bezeichnet den Vorfall als technischen Fehler. Die Anzeige hätte in dem Zusammenhang nicht platziert werden dürfen, räumte ein Sprecher des Unternehmens im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE ein. Das Portal unterscheide klar zwischen Werbung und Vergleichen, sagte er, gebe aber auch "redaktionelle Empfehlungen" für Produkte ab, wenn diese nicht die günstigsten seien. Das sei immer dann der Fall, wenn die Leistung eines Angebots der Redaktion des Portals empfehlenswert erscheine - dafür sei nicht allein der Preis entscheidend. Die monierte Werbung sei nun bereits entsprechend gekennzeichnet, teilte das Unternehmen mit.

bos/AFP

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insgesamt 5 Beiträge
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esmitleeremkopfzutun 21.05.2014
1. Check24, aha...
Fürwahr nicht der einzige Fehler, der "Provisionsgeiern" wie Check24 unterläuft... den Hals nicht vollkriegen können mit Kaufabschlüssen, die notwendige Arbeit hinter den "Sales" hingegen bleibt liegen... Ich ringe seit einer Woche mit Check24 und O2 um die Zustellung eines Handys aus einem Vertrag, den ich bei Check24 abgeschlossen habe. Nach ca. 20 Telefonaten, wechselseitigen Schuldzuweisungen und einer handfesten Lüge wird eigentlich nur wieder einmal klar, dass man manche Dinge im Laden machen sollte...
t dog 21.05.2014
2. Nachrechnen
schadet nie. Auch nicht im Vergleichsportal. Zu Artikel Nr. 1 ; Ich habe mit persönlich abgeschlossenen Verträgen genauso viele positive, wie negative Erfahrungen gesammelt. Wichtig ist es als Verbraucher seine Rechte und Pflichten zu kennen. Dann weiss man sich zu helfen und lässt sich nicht mehr von schlecht geschultem Personal auf die Palme bringen. Die 8,- ? brutto Kräfte in Callcentern sind absolut vergleichbar mit den 8,- ? brutto Kräften in den Geschäften. So what? Ich finde das Internet sogar besser. Weniger Gerede, mehr Schriftverkehr; bedeutet mehr potentielles Material, welches ich später meinem Rechtsanwalt vorlegen kann.
Ogden wernstrom 22.05.2014
3. Klar, im Laden...
..um dann dort von inkompetentem Personal belogen zu werden. Hab schon die dollsten Dinger von Verkäufern gehört. Je größer der Laden, um so schlimmer... Und um z.B. dem 18-Jährigen Fernsehverkäufer erst mal zu erklären was DLNA oder SAT>IP ist, ist mir meine Zeit zu schade. Die Arbeit, sich selber objektiv zu informieren und zu vergleichen, nimmt einem niemand ab.
ein-dummer-junge 22.05.2014
4. Vergleichsportal hahaha
Versucht es mal bei verschiedenen Vergleichsportalen und Ihr werdet immer ein andere Antwort bekommen. Immer wird die Versicherung empfohlen welche dem Vergleichsportal die meiste Provision zahlt. Er werdet bei gleichen Angaben nie die Versicherung 2 mal finden. Fuer mich nur Betrug
limubei 22.05.2014
5. Vermittler Makler Zwischenhändler
Das hiess früher mal Nepper Schlepper Bauernfänger und hatte ein eigen TV Sendung in grauer Vorzeit. Die haben wieder Hochkonjunktur und verdienen sich dumm und dämlich. Wer die meisten Klicks hat kann dann die Konditionen drücken. Aber auch in den Läden möchte der Kunde mit "all inclusive" und Flatrate und billig billig gerne über den Tisch gezogen werden. Alles auf dem Boden der marktkonformen Gesetzgebung bzw der Gesetzgebung, die es noch gar nicht gibt. Ganz zu schweigen von den "Agenturen" für Arbeitnehmerüberlassung. Da hat sich eine eigene fette Mafia gebildet. Eine unfassbare Kultur von Abzockerei, die es früher so nicht gegeben hat.
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