Kreativboom in der Ökobranche Von Biokohle bis Drachen-Power

Von , Hannover

2. Teil: Das Drachen-Kraftwerk


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Energie: Power aus dem Drachen-Kraftwerk

Es ist eine Energievision, die den Traum von der CO2-freien Stromerzeugung mit dem Traum vom Fliegen verbindet: Bunte Drachen ziehen am Himmel ihre Bahnen - und auf der Erde ein Fahrzeug. Es rollt über eine runde Schienenstrecke und treibt über eine Schnur einen Generator an. Der erzeugt Ökostrom. Drachen-Kraftwerk könnte man das nennen, vielleicht auch: DraKW.

Klingt schräg und ergibt doch Sinn: Deutschlands Ökobranche zieht es hinaus aufs Meer, weil dort der Wind stetiger weht als an der Küste. Der Luft- und Raumfahrtingenieur Uwe Ahrens dagegen strebt mit seiner Nature Technology Systems (NTS) in schwindelnde Höhen. Bis zu 500 Meter hoch sollen seine Drachen steigen, weil die Windverhältnisse dort noch besser sind als draußen auf dem Meer.

Wetterstatistiken zufolge könnten die bis zu 160 Quadratmeter großen Drachen an rund 330 Tagen im Jahr in der Luft sein. Ein entsprechendes Anlage würde fast so zuverlässig Strom produzieren wie ein Atomkraftwerk. Aber wie soll das eigentlich technisch funktionieren?

Auf der Hannover Messe posiert NTS-Mitarbeiter Martin Klaus vor einem klobigen Schienenfahrzeug, wie es derzeit schon über eine Teststrecke nahe der Stadt Friedland in Mecklenburg-Vorpommern rollt. Es ein Gefährt wie aus einem japanischen Robotermärchen: chromglänzend und klobig, rosa Kordeln schlängeln sich durch ein Wirrwarr aus Metallwinden. Klaus zieht an der Kordel, um zu demonstrieren, wie man den Drachen lenkt. Gesteuert wird er vollautomatisch per Software. "Ich wollte immer etwas bauen, das fliegt", sagt der junge Mann, der wie sein Chef Luft- und Raumfahrtingenieur ist. "Doch ein Flugzeug war mir zu langweilig."

Noch befindet sich das sogenannte Projekt X-Wind im Anfangsstadium, noch hakt es an vielen Stellen. Doch das Interesse ist groß, zumal auch US-Firmen wie Makani Power an einer ähnlichen Technik forschen. Der Bundesverband der Windenergie unterstützt die Tüftler finanziell. NTS muss allerdings erst noch beweisen, dass Drachen-Power eine rentable Form der Stromerzeugung ist und kein Hirngespinst der Energiewenden-Euphorie.



insgesamt 272 Beiträge
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derweise 26.04.2012
1. Dilettanten am Werk
Zitat von sysopDoeblerRiesige Drachen kreisen am Himmel und erzeugen Strom, Maschinen pressen Gartenabfälle zu Kohle: Die Energiewende befeuert die Kreativität von Deutschlands Tüftlern. Auf der Hannover Messe präsentieren Ingenieure ihre besten Ideen. Fünf Konzepte im Überblick - von smart bis schräg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829607,00.html
Hier sind Dilettanten am Werk. Das Problem der Umsetzung von mechanischer Energie in elektrische Energie ist seit über 100 Jahren durch die Erfindung des Generators gelöst!
pirkal 26.04.2012
2. Biokohle
Ich würde gleich die Abwärme des Kohlekraftwerks zur Erzeugung der Biokohle verwenden. Die kostet nichts.
darkangel_ger 26.04.2012
3. pff...
Zitat von sysopDoeblerRiesige Drachen kreisen am Himmel und erzeugen Strom, Maschinen pressen Gartenabfälle zu Kohle: Die Energiewende befeuert die Kreativität von Deutschlands Tüftlern. Auf der Hannover Messe präsentieren Ingenieure ihre besten Ideen. Fünf Konzepte im Überblick - von smart bis schräg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,829607,00.html
was man nicht alles für spinnereien erfindet, damit man das böse atom ersetzen kann. 70% kommt dann schön weiter aus kohle- und gaskraftwerken. sehr lecker für die umwelt.
angst+money 26.04.2012
4. Ach so, solche Drachen
Ich dachte schon, ich könne meine Hausmeisterin zur Stromerzeugung nutzen...
tobiash 26.04.2012
5.
der Artikel. Um nur mal einen grundlegenden Fehler zu nennen: "An Land drehen sich die Windräder teils in 80 Metern Höhe,....", wo hat denn der Herr Schultz die letzten 10 Jahre verbracht? Wohl nicht in Hannover! Ich rate dringend dazu, die Hannover-Messe zu besuchen und einen dort anwesenden Windkraft-hersteller zu besuchen!
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