Burger-Kette "Hans im Glück" plant neue Filialen trotz Ärgers mit Partner

Zoff bei "Hans im Glück": Der größte Franchisenehmer will künftig nicht mehr mit der Burger-Kette zusammenarbeiten. Das Unternehmen setzt dennoch auf Expansion.

"Hans im Glück"-Filiale: Trennung von Franchisenehmer betrifft zwölf Restaurants
Hans im Glück

"Hans im Glück"-Filiale: Trennung von Franchisenehmer betrifft zwölf Restaurants


Ende März soll es so weit sein: Dann verschwindet der Name "Hans im Glück" von zwölf Burger-Restaurants im Norden. Der größte Franchisenehmer der Kette, Patrick Junge, hat sich mit der Geschäftsleitung überworfen. An seinem Expansionskurs will "Hans im Glück" dennoch nichts ändern. Es lägen bereits Anfragen vor, sagte eine Sprecherin in München.

Auch eine Änderung der Regeln für das Franchisesystem hält "Hans im Glück" auch in der Auseinandersetzung nicht für notwendig: "Alle unsere anderen Franchisepartner sind hervorragende Teamplayer." Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und hatte 44 Filialen zwischen Flensburg und Rosenheim eröffnet. Mit Junges Firma Paniceus verliert das Unternehmen auf einen Schlag zwölf Standorte.

Betroffen sind insgesamt Filialen in Berlin, Binz, Bremen, Flensburg, Hamburg, Lübeck, Oldenburg, Osnabrück und Potsdam. "Hans im Glück" begründete das Zerwürfnis vor wenigen Tagen unter anderem mit Abweichungen von der vorgegebenen Speisekarte. Paniceus hingegen sprach von einer "Erfüllungsverweigerung des Franchisegebers". Das Lübecker Unternehmen will die Filialen nach dem Kündigungstermin am 31. März unter neuem Namen weiterbetreiben.

Die Gewerkschaft NGG sieht Franchisesysteme in der Gastronomie seit Jahren kritisch. Ende 2014 hatte die Fast-Food-Kette Burger King Probleme mit einem Partner und kündigte diesem. Es folgte eine monatelange Hängepartie mit der zeitweisen Schließung der Schnellrestaurants und einem Insolvenzantrag, der später aber wieder zurückgenommen wurde

brk/dpa



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insgesamt 43 Beiträge
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Seite 1
tkedm 04.02.2016
1.
Erstaunlich, von welchen Gastronomieketten man zum ersten Mal hört, sobald es ihnen schlecht geht.
ms66 04.02.2016
2. bei 44 minus 12 Filialen
würde ich auch wirklich nicht von einem relevanten Wirtschaftsbereich reden. vermutlich hat so mancher regionaler Gastwirt mit 2-4 Wirtschaften mehr Umsatz. Ich Rippe mal auf PR-Artikel. Bad news are good news. Hauptsache der Markenname erscheint im Pressespiegel.
MatthiasPetersbach 04.02.2016
3.
Zitat von ms66würde ich auch wirklich nicht von einem relevanten Wirtschaftsbereich reden. vermutlich hat so mancher regionaler Gastwirt mit 2-4 Wirtschaften mehr Umsatz. Ich Rippe mal auf PR-Artikel. Bad news are good news. Hauptsache der Markenname erscheint im Pressespiegel.
Das sehen die "Macher" aber anders. Eigentlich sind diese Ketten immer nur Tummelplatz für unternehmerische Selbstdarsteller. Eigentlich sind das ja nur Kneipen. Warum da jetzt noch jemand dran verdienen muß, der nur den Namen liefert (was im Falle von "Hans im Glück" wohl wie beim Kochlöffel eher ein Handicap darstellt), wird mir ewig ein Rätsel bleiben.
mactor2 04.02.2016
4. Name?
Kennt denn irgendjemand diesen unwichten Laden? Kann sich eigentlich jeder einen Namen als Marke sichern der ursprünglich aus einem Märchen der Gebrüder Grimm ist? Burgerbrater gibts doch auch wie Sand am Meer. Einer mehr oder weniger fällt doch nicht auf.
Jo aus Pö 04.02.2016
5. Hat sich überholt
Auch den etablierten, weltweit aktiven Burgerketten geht es zunehmend schlecht. Einen Bratklops in ein wabbeliges Brötchen zu stecken und bisschen zu garnieren reicht eben heute nicht mehr für nachhaltigen Erfolg. Wie es handgemacht mit eigenen Ideen besser und erfolgreicher geht, beweisen trotz höherer Preise täglich kettenunabhängige Restaurants und Imbisse. Patrick Junge gehört zu einem Familienclan, der im Großraum Lübeck inzwischen über 170 (angeblich handwerklich arbeitende) Bäckereifilialen hat, davon die meisten mit Cafeteria-Angeboten wie belegte Brötchen.
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